Heute ist der 4.05.2026, und die Bevölkerung im Bezirk Schärding steht vor einer wichtigen Veränderung in der Entsorgung von Batterien. In den Altstoffsammelzentren (ASZ) gibt es jetzt eine neue Regelung, die nicht nur für mehr Sicherheit sorgt, sondern auch die Umwelt entlasten soll. Jährlich landen rund 20 Tonnen Geräte- und Lithiumbatterien in diesen Sammelstellen, und es ist entscheidend, diese richtig zu trennen.
Die Entsorgung erfolgt nun in zwei Kategorien: Batterien ohne Lithium und Lithiumbatterien sowie Knopfzellen. Das klingt vielleicht simpel, aber hinter dieser Trennung steckt eine wichtige Sicherheitsmaßnahme. Manuela Wegele, eine Mitarbeiterin des ASZ, macht deutlich, dass Lithiumbatterien eine erhöhte Brandgefahr mit sich bringen, besonders wenn die Pole beschädigt oder kurzgeschlossen sind. Aus diesem Grund sollten die Pole vor der Entsorgung mit Klebeband isoliert werden. Diese Vorsichtsmaßnahme hilft, die Brandgefahr, die sowohl in Haushalten als auch beim Transport, in Sortieranlagen oder im Recyclingprozess auftauchen kann, erheblich zu reduzieren.
Die richtige Handhabung von Lithiumbatterien
Im ASZ wird zudem auf die besondere Behandlung von Lithiumbatterien hingewiesen, die heiß, beschädigt oder aufgebläht sind. Diese sollen direkt ins ASZ gebracht werden, wo eine gesonderte, sichere Lagerung bereitsteht. Denn Batterien sind nicht nur Abfall, sondern auch wertvolle Rohstoffe für das Recycling.
Das Recycling von Batterien ist ein komplexer Prozess, der in Europa stark im Wandel ist. Der Hauptprozess des Refinements ist die Hydrometallurgie, während Pyrolyse und Pyrometallurgie nur selten angewendet werden. Viele Recyclingprojekte integrieren sowohl die erste Bearbeitung (Pretreatment) als auch das Refinement an einem Standort. Das bedeutet, dass Gehäuse demontiert und die Batterien für Second-Life-Anwendungen getestet werden. Solche Schritte sind entscheidend, denn sie helfen, die Verarbeitungskapazitäten zu erhöhen, die bis 2026 auf über 400.000 Tonnen pro Jahr steigen könnten.
Die Entwicklung der Recyclingkapazitäten
Die Verarbeitungskapazität für Lithium-Ionen-Batterien wird voraussichtlich ansteigen, und das ist dringend nötig. Aktuell haben wir in Europa eine kumulierte Kapazität von ca. 290 Kilotonnen pro Jahr für Hubs und 270 Kilotonnen für Spokes. Das bedeutet, dass die Infrastruktur für das Recycling kontinuierlich ausgebaut wird, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Ein interessanter Fakt: Eine Tonne Altbatterien entspricht etwa 400 Kilogramm Schwarzmasse, die beim Recycling entsteht. Diese Schwarzmasse ist ein wertvoller Rohstoff, den es zu nutzen gilt.
Die geplanten Kapazitäten sind beeindruckend, auch wenn einige Projekte, wie die von Eramet in Frankreich und BASF in Spanien, storniert wurden. Die Mehrheit der Akteure in der Branche plant, mehrere Standorte für Recyclingaktivitäten zu eröffnen. Bis 2030 könnte die Gesamtkapazität für das Refinement auf 820 Kilotonnen pro Jahr ansteigen, was ein klarer Hinweis auf die wachsende Bedeutung des Batterie-Recyclings ist.
Die neue Regelung zur Batteriesammlung in Schärding ist also nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch ein Schritt in eine umweltbewusste Zukunft. Indem wir unsere Batterien korrekt entsorgen, tragen wir aktiv zur Rohstoffrückgewinnung bei und helfen, die Brandgefahr zu minimieren. So wird Recycling nicht nur zum notwendigen Übel, sondern zu einer wertvollen Ressource für kommende Generationen.
Weitere Informationen zu den neuen Regelungen zur Batteriesammlung finden Sie unter diesem Link.