Wenn das Leben Pause macht: Unternehmerinnen reflektieren über Trauer und neue Bestattungsformen in Vöcklabruck
Am 10. Juni 2026 trafen sich rund 40 Unternehmerinnen aus dem Bezirk Vöcklabruck zu einer besonderen Veranstaltung unter dem Motto „Wenn das Leben Pause macht“. Organisiert von „Frau in der Wirtschaft“ der WKO Vöcklabruck, bot dieses Event eine Plattform für Austausch und Inspiration in schwierigen Zeiten.
Die Teilnehmerinnen hatten die Gelegenheit, das Bestattungsunternehmen „Herzensabschied“ in Vöcklamarkt zu besichtigen. Die Bestatterin Elisabeth Kienberger führte durch den Betrieb und hielt einen beeindruckenden Impulsvortrag. In ihren Worten ging es um die Bedeutung von Zeit, Gesundheit und vor allem Beziehungen – gerade in Zeiten von Verlust und Krisen. Kienberger, die im August 2025 die Bestattung Aicher übernehmen und das Unternehmen umbenennen wird, setzt auf einen persönlichen Zugang und einen neuen Stil der Bestattung. Ihr Einfühlungsvermögen war spürbar und bot den Unternehmerinnen neue Perspektiven auf das Leben und das Unternehmertum.
Einblicke in die Trauerarbeit
Besonders berührend war der Kurzvortrag von Jeanette Kosch, die das Thema „Miteinander über Trauer sprechen – und wieder Freude ins Leben lassen“ ansprach. Hierbei wurde deutlich, wie wichtig es ist, Trauer nicht zu tabuisieren und stattdessen offen darüber zu reden. Die Veranstaltung bot also nicht nur einen Einblick in den Bestattungsprozess, sondern auch eine Möglichkeit zur Reflexion über persönliche Verluste und die Kraft des gemeinsamen Austauschs.
Die Unternehmerinnen konnten sich im Anschluss an die Vorträge untereinander austauschen. Gespräche über Herausforderungen im Berufsleben mischten sich mit persönlichen Geschichten, die das Miteinander und die Solidarität in der Gruppe stärkten. Es war ein Raum, der zum Nachdenken anregte und auch dazu ermutigte, fröhliche Erinnerungen an Verstorbene zu teilen.
Alternative Bestattungsformen im Fokus
Ein Trend, der gerade an Popularität gewinnt, sind naturnahe Bestattungen wie die Baumbestattung. Bei dieser Form wird die Asche des Verstorbenen in den Wurzelbereich eines Baumes gelegt. Angehörige haben die Möglichkeit, einen bestimmten Baum auszuwählen und sich mit ihm zu verbinden. Eine spezielle Bio-Urne sorgt dafür, dass sich die Asche im Erdreich auflöst und somit zur natürlichen Rückkehr in den Kreislauf der Natur beiträgt. In Vöcklabruck könnte dies eine interessante Ergänzung für die zukünftige Bestattungskultur sein.
Baumbestattungen finden sowohl auf klassischen Friedhöfen als auch in speziellen Friedwäldern statt. Ein schlichtes Schild am Baum zeigt den Namen des Verstorbenen an, und Angehörige können jederzeit Blumen hinterlassen. Diese Form der Bestattung ermöglicht es Familienmitgliedern, Lebensgefährten oder Freunden, zusammen an einem Baum bestattet zu werden – eine schöne Vorstellung, die Trost spenden kann.
Veranstaltungen wie diese setzen ein Zeichen für ein offenes und ehrliches Miteinander. Sie zeigen, dass selbst die schwierigsten Themen Platz haben und dass es Möglichkeiten gibt, über Trauer zu sprechen und gleichzeitig die Freude am Leben nicht aus den Augen zu verlieren. In Vöcklabruck wird dieser besondere Umgang mit den Themen Leben und Tod weiterhin an Bedeutung gewinnen.
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