In Wels-Land gibt es momentan ein echtes Problem: 91 Lehrer fehlen für das kommende Schuljahr an den Pflichtschulen. Das sind satte 19 Prozent des Lehrpersonals! Und das könnte ernsthafte Konsequenzen haben – denn offene Stellen könnten zu Klassenschließungen führen. Bürgermeister Andreas Rabl von der FPÖ sieht die Dringlichkeit und fordert Bonuszahlungen für Lehrer. Damit soll der Standort Wels attraktiver gemacht werden. Tatsächlich investiert die Stadt jährlich rund 80.000 Euro, um die Schulen zu fördern und das Lehrpersonal zu unterstützen.

Um die Situation zu verbessern, hat die Stadt einige Maßnahmen ins Leben gerufen. Dazu gehören Mitarbeiterfeste, zusätzliche Fortbildungsbudgets, mehr Geld für Schulaktivitäten und regelmäßige Veranstaltungen für Lehrer. Ein großes Fest für alle Pflichtschullehrer am 8. Juli 2023 soll eine Art Dankeschön sein. Außerdem sind zukünftige Verlosungen von Reisen, wie zum Beispiel zu den Malediven oder Mauritius, geplant. Ein bisschen Urlaub könnte da nicht schaden, oder?

Hintergründe und Herausforderungen

Walter Leberbauer-Ganzert, der Vorsitzende des Dienststellenausschusses für Pflichtschulen, macht die Personalpolitik der letzten Bundesregierungen für den Lehrermangel verantwortlich. In Wels haben zudem 25 Prozent der Volksschüler mangelnde Deutschkenntnisse – das ist der höchste Anteil in Österreich. Da ist der Bedarf an Lehrern und insbesondere an Sprachförderern enorm. Hinzu kommt, dass immer mehr Schüler sonderpädagogischen Förderbedarf haben und zunehmend Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Rabl weist außerdem darauf hin, dass auch offene Stellen bei Schulpsychologen seit Monaten unbesetzt sind.

Die Stadt-ÖVP hingegen kritisiert Rabls Pläne als „falsche Prioritätensetzung“ und fordert zusätzliche Räume für Sprachförderung. Rabl kontert, dass die Stadt in den kommenden Jahren stolze 26,6 Millionen Euro in die Schulinfrastruktur investiert, einschließlich des Neubaus der Volksschule Wels-West. Hier wird also nicht einfach nur geredet, sondern auch gehandelt!

Ein Blick über die Grenzen: Der Lehrermangel in Deutschland

Der Lehrermangel ist jedoch nicht nur ein Problem in Österreich. Auch in Deutschland ist die Lage angespannt. Im Schuljahr 2023/2024 lag die Teilzeitquote bei Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen bei 43,1 Prozent – ein neuer Höchststand! Besonders auffällig ist, dass über die Hälfte der Lehrerinnen (50,7 Prozent) in Teilzeit arbeitet. Im Vergleich zu anderen Branchen, wo die Teilzeitquote nur bei 30,9 Prozent liegt, ist das wirklich bemerkenswert. Bundesländer wie Hamburg und Bremen führen die Liste der höchsten Teilzeitquoten an, während Thüringen und Sachsen-Anhalt die niedrigsten Werte aufweisen.

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Ein Blick auf die Altersstruktur der Lehrkräfte zeigt, dass gut ein Viertel zwischen 50 und 59 Jahre alt ist und rund jede zehnte Lehrkraft 60 Jahre oder älter ist. Der Anteil der unter 35-Jährigen beträgt lediglich 20,8 Prozent. Diese demografische Entwicklung bringt natürlich Fragen mit sich: Woher sollen die neuen Lehrkräfte kommen, wenn die alten bald in Rente gehen?

Der Bildungsrat von unten hat einige Vorschläge zur Bekämpfung des Lehrermangels gemacht, darunter eine temporäre Kürzung der Stundentafel und eine Reform der Lehrerbildung. Im Gegensatz dazu empfiehlt die Ständige Wissenschaftliche Kommission, Mehrarbeit und Einschränkungen von Teilzeit als Akutmaßnahmen. Ein spannendes, ja fast schon hitziges Thema, das sowohl in Deutschland als auch in Österreich diskutiert wird.

Die Herausforderungen sind groß und die Lösungen müssen schnell her. In Wels wird bereits gehandelt, doch ob das ausreicht, um die fehlenden Lehrer zu ersetzen und den Schülern die bestmögliche Bildung zu bieten, bleibt abzuwarten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Maßnahmen fruchten und die Schulsituation in Wels sich verbessern kann.

Für weitere Informationen zur aktuellen Lage in Wels können Sie die Quelle hier nachlesen.