SV Oberwart schießt Wiener Sport-Club mit 5:1 ab und wird Vize-Herbstmeister
Im Informstadion war am Freitag ordentlich was los: Rund 550 bis knapp 600 Zuschauer hielten bei kalten Temperaturen aus, wie die SV Oberwart den Wiener Sport-Club mit 5:1 aus dem Stadion schoss. Beide Mannschaften waren mit 27 Punkten in die letzte Herbstrunde der Regionalliga Ost gegangen. Oberwart lag zunächst auf Rang drei, der Sport-Club auf Platz zwei.
Die Gastgeber legten los, als hätten sie die Kälte gar nicht bemerkt. In der 14. Minute traf Leo Vielgut zum 1:0, in der 35. Minute legte er nach. Lukas Ried erhöhte in der 40. Minute auf 3:0. Halbzeitstand: 3:0. Und es sollte nach der Pause nicht lange dauern, bis Vielgut seinen Hattrick perfekt machte: In der 48. Minute fiel das 4:0.
Vielgut trifft dreimal, Ried macht den Deckel drauf
Darijo Pecirep verkürzte in der 53. Minute für den Wiener Sport-Club auf 1:4. Oberwart ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. In der 66. Minute holte Vielgut einen Elfmeter heraus, Ried verwertete den Strafstoß zum 5:1-Endstand. Weitere Chancen waren da, ein sechstes Tor wollte jedoch nicht mehr gelingen.
Geleitet wurde die Partie von Schiedsrichter Fischer. Gelbe Karten sahen Benedek, Kögl, Trimmel, Güclü, Pecirep und Haas. Für den Wiener Sport-Club hatte die Niederlage Folgen: Er fiel auf Platz fünf zurück, bleibt aber in Reichweite der Tabellenspitze.
Nach 15 Spielen hält Oberwart bei neun Siegen, drei Unentschieden und drei Niederlagen sowie 30 Punkten. Damit beendet die SV Oberwart die Herbstsaison auf Platz zwei und ist Vize-Herbstmeister. Ganz oben steht der FC Marchfeld mit 32 Punkten; Marchfeld gewann zum Abschluss 4:1 gegen Donaufeld.
Ein später Sieg, der Marchfelds Lauf stoppte
Dass Oberwart auch gegen Marchfeld bestehen kann, hatte die Mannschaft bereits in der 9. Runde gezeigt. Am Freitag, 25. September 2026, gewann die SV Oberwart beim FC Marchfeld Donauauen mit 1:0. In einer intensiven und ausgeglichenen ersten Halbzeit begegneten sich die Teams auf Augenhöhe: Oberwart zweikampfstark und körperlich präsent, Marchfeld mit Kombinationsspiel auf der Suche nach Lücken. Zur Pause stand es 0:0.
Nach dem Seitenwechsel übernahm Marchfeld zunehmend die Kontrolle und erhöhte den Druck. Rund zehn Minuten vor dem Gegentreffer schien sogar die Führung gelungen, doch der Treffer wurde nicht anerkannt. Laut Linienrichter war der Ball vor der Hereingabe bereits im Torout gewesen.
In der 81. Minute sah Marchfelds Noah Steiner die Gelb-Rote Karte. Die Überzahl nutzte Oberwart vier Minuten später: Lukas Ried traf in der 85. Minute über die Innenstange zum 1:0. Marchfeld drängte danach nochmals auf den Ausgleich, blieb aber ohne Tor. Sportlicher Leiter Michael Ettenauer bezeichnete die erste Halbzeit als ausgeglichen und sah seine Mannschaft nach der Pause überlegen. Die Niederlage werde aufgearbeitet, erklärte Ettenauer, in der folgenden Woche wolle das Team eine Reaktion zeigen.
Winterpause und ein Termin im Februar
Oberwarts Sportchef Peter Lehner lobte nach dem klaren Erfolg gegen den Sport-Club die Leistungen der Mannschaft und des Trainerteams in den vergangenen Monaten. Jetzt gehen die Spieler in die Winterpause, zuvor steht noch die Weihnachtsfeier an. Weiter geht es für Oberwart am 19. Februar mit einem Heimspiel gegen die Wiener Viktoria.
Die Blau-Weißen spielen in der Regionalliga Ost. Präsident und Obmann ist Gerhard Horn, Cheftrainer Gernot Plassnegger. Heimstätte bleibt das Informstadion, das rund 7.000 Plätze bietet. Für die Saison 2025/26 wird der Verein mit Platz fünf angegeben.
Ein Verein mit langer Geschichte
Die SV Oberwart ist ein Fußballverein aus Oberwart im Burgenland und wurde 1912 als Sportclub Oberwart im damaligen Ungarn gegründet. Damit gilt der Klub als ältester heute noch bestehender Fußballverein des Burgenlands. Den heutigen Vereinsnamen trägt er seit 1974, als der SC Oberwart mit dem ASK Oberwart fusionierte. Bis dahin hatten in Oberwart zwei Fußballvereine bestanden.
Der ASK Oberwart gewann 1933 einmal die burgenländische Landesmeisterschaft. In der Zweiten Republik wurde Oberwart mit insgesamt 13 Landesmeistertiteln burgenländischer Rekordmeister: Der SC Oberwart holte vor der Fusion sechs Titel, die SV Oberwart danach sieben. In der offiziellen Erfolgsliste stehen 15 burgenländische Landesmeistertitel: 1933 für den ASK Oberwart, 1947, 1948, 1949, 1951, 1955 und 1968 für den SC Oberwart sowie 1975, 1980, 1981, 1984, 2002, 2012, 2015 und 2023 für die SV Oberwart.
Die erfolgreichste Phase des Vereins waren die 1980er- und 1990er-Jahre. Insgesamt fünf Saisonen spielte Oberwart in der österreichischen Ersten Division, der damaligen zweithöchsten Spielklasse. Der Aufstieg gelang 1984 und 1992: 1984 folgte der sofortige Wiederabstieg, nach dem Aufstieg 1992 blieb Oberwart bis 1996 in der Ersten Division. 1984 und 1992 wurde der Verein außerdem Meister der Regionalliga Ost.
Nach dem Abstieg in die Regionalliga Ost ging es 1998 weiter hinunter in die burgenländische Landesliga. 2002 gewann Oberwart diese Liga, stieg jedoch bereits in der übernächsten Saison wieder ab und spielte anschließend acht Jahre dort. 2012, wenige Wochen nach dem 100-Jahr-Jubiläum, gewann der Klub ungeschlagen beziehungsweise ungefährdet den Landesligatitel und kehrte in die Regionalliga Ost zurück.
In der ersten Regionalliga-Saison nach dem Aufstieg belegte Oberwart mit 41 Punkten den neunten Platz. 2013/14 lag die Mannschaft zunächst im Tabellenmittelfeld, geriet später in den Abstiegskampf und stieg als Vorletzter mit neun Punkten Rückstand auf Rang zwölf ab. Nach nur einer Saison in der Burgenlandliga gelang der direkte Wiederaufstieg in die Regionalliga Ost. Dort spielte Oberwart zwei Jahre, ehe 2015/16 der erneute Abstieg folgte. 2016/17 stieg der Verein weiter in die II. Liga Süd ab.
Nach einem Rückstand von neun Punkten auf Jennersdorf im Herbst 2017 gelang im Frühjahr eine starke Aufholjagd und die Rückkehr in die Burgenlandliga. Die burgenländischen Meisterschaften 2020 und 2021 wurden wegen der COVID-19-Pandemie nicht beendet. 2021/22 wurde Oberwart Dritter, 2022/23 gewann der Verein unter dem damals 25-jährigen Trainer Patrick Tölly überlegen den Titel und stieg wieder in die Regionalliga Ost auf.
Als frühere Spieler beziehungsweise Vereinsgrößen werden Paul Gludovatz, Patrick Bürger, Patrick Farkas und Enrico Kulovits genannt. Das Informstadion liegt bei den Koordinaten 47.281912, 16.208622.
