Der aktuelle Volkshilfe Sozialbarometer, der regelmäßig ein Stimmungsbild der sozialen Lage in Österreich liefert, zeigt besorgniserregende Ergebnisse in Bezug auf die Auswirkungen der anhaltenden Teuerung auf die Bevölkerung. Die Studie wird vom Forschungsinstitut Foresight durchgeführt und wird am 10. Oktober 2025 im Rahmen eines Pressegesprächs vorgestellt. Die Gesprächspartner*innen, darunter Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich, und Hanna Lichtenberger, Leiterin Forschung und Sozialpolitik, diskutieren die zentralen Anliegen der Bevölkerung.
Ein wichtiges Thema der aktuellen Befragung ist die Einschränkung im Alltag aufgrund der anhaltenden Preissteigerungen. Besonders kritisch gesehen wird die Notwendigkeit, die Kinderarmut zu bekämpfen, die durch die steigenden Lebenshaltungskosten weiter verschärft wird. Nahezu 87% der Befragten aus einer zusätzlichen Umfrage fordern, dass die Bekämpfung von Kinderarmut ein Hauptanliegen der nächsten Regierung sein sollte. Diese Forderung wird durch die alarmierende Verdopplung der absoluten Armut bei Kindern und Jugendlichen untermauert, die im vergangenen Jahr von 36.000 auf 88.000 angestiegen ist.
Forderungen an die Politik
Die Umfrageergebnisse deuten zudem darauf hin, dass 80% der Befragten die Einführung einer Millionärssteuer zur Finanzierung sozialstaatlicher Maßnahmen unterstützen. Eine progressive Vermögenssteuer könnte geschätzte 11,2 Milliarden Euro pro Jahr einbringen. Diese finanziellen Mittel könnten dringend benötigt werden, um die steigende Armutsrate zu bekämpfen und konkrete Hilfen für Betroffene zu bieten.
Zudem verlangen 87% der Befragten eine stärkere Kontrolle der Politik über Lebensmittelpreise, um gegen die Teuerung vorzugehen. Besorgniserregend ist auch der Umstand, dass 10% der befragten Familien im letzten Jahr besorgt waren, ihre Kinder könnten nicht ausreichend zu essen bekommen. Dies wirft ein grelles Licht auf die existierenden sozialen Defizite und die Notwendigkeit von gezielten politischen Maßnahmen.
Bildung und Unterstützung für Familien
Ein weiteres zentrales Anliegen der Befragten ist der kostenlose Schulbesuch in Österreich. 76% befürworten eine Initiative in dieser Richtung. Armutsbetroffene Familien geben im Vergleich zum Durchschnitt fast doppelt so viel ihres Haushaltseinkommens für Schulkosten aus. Auch eine Einführung einer Kindergrundsicherung wird von 77% der Befragten unterstützt, als ein notwendiger Schritt zum Schutz und zur Unterstützung einkommensschwacher Familien.
Die Daten zur Armutsgefährdung basieren auf der Erhebung von Statistik Austria, die auf international etablierten Armutsmaßen fußt. Personen gelten als armutsgefährdet, wenn ihr Nettohaushaltseinkommen unter 60% des Median-Einkommens liegt. Der Bericht hebt hervor, dass es für die Bundesregierung an der Zeit ist, umfassende Maßnahmen zu ergreifen, um die sozialen Sicherheiten zu stärken und der steigenden allgemeinen Armutsrate entgegenzuwirken. Diese Punkte werden auch auf dem bevorstehenden Pressegespräch im Presseclub Concordia weiter behandelt werden.
Für weitere Informationen zu den Ergebnissen des Volkshilfe Sozialbarometers, können Interessierte das bevorstehende Pressegespräch am 10. Oktober um 9 Uhr besuchen oder online über Zoom teilnehmen. Mehr Details dazu finden Sie in der Ankündigung auf OTS.