Österreichs neuer Supercomputer MUSICA startet mit 45 Petaflops in Innsbruck
Am 3. Juli 2026 war es endlich so weit – der neue Hochleistungsrechner Multi-Site Computer Austria, kurz MUSICA, nahm in Innsbruck seinen Betrieb auf. Ein Meilenstein für die Stadt, die Wissenschaft und die Industrie. MUSICA kann unglaubliche 45 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde durchführen, also 45 Petaflops. Damit übertrifft er die bisherigen Supercomputer VSC-4 und VSC-5 in Österreich um mehr als das Achtfache! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Und das alles an gleich drei Standorten: Innsbruck, Linz und Wien. Die Aufteilung erhöht die Ausfallsicherheit und Flexibilität erheblich, was für ein solches System unerlässlich ist.
Gregor Weihs, Vizerektor der Universität Innsbruck, äußerte sich zur Bedeutung des Supercomputers für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Österreichs. Die Möglichkeiten, die MUSICA den Wissenschaftlern, Unternehmen und öffentlichen Institutionen bietet, sind enorm. Das System unterstützt nicht nur klassische High-Performance-Computing-Anwendungen, sondern auch großskalige KI-Anwendungen. Mit mehr als 1.000 NVIDIA H100 GPUs steht ein leistungsstarkes Werkzeug zur Verfügung, um Machine-Learning-Modelle und große neuronale Netze zu trainieren. Das ist ein echter Fortschritt für Disziplinen wie Physik, Ingenieurwesen, Chemie, Lebenswissenschaften und Umweltforschung.
Finanzierung und Infrastruktur
Die Finanzierung des Projekts beläuft sich auf stolze 20 Millionen Euro von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Rahmen von Quantum Austria, ergänzt durch 16 Millionen Euro vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung. Das zeigt, wie ernst es die Regierung mit der Förderung von Forschung und Entwicklung meint. Aber es gibt auch Herausforderungen: Weihs weist auf die hohen Betriebskosten eines Supercomputers hin und warnt vor den möglichen Auswirkungen von Budgetkürzungen bei Universitäten. Das ist ein Punkt, den man nicht ignorieren sollte, gerade in Zeiten knapper Kassen.
MUSICA ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch Teil des ASC-Konsortiums (Austrian Scientific Computing), das sieben Partner umfasst, darunter die TU Wien und die Johannes Kepler Universität Linz. Diese Zusammenarbeit ist entscheidend, um die Kapazitäten und Ressourcen optimal auszuschöpfen. Die zentrale Konfiguration und Verwaltung aller Komponenten erleichtert die Nutzung und sorgt für eine durchgehend hohe Verfügbarkeit des Systems.
Technische Raffinessen und Zukunftsausblick
Technisch gesehen beeindruckt MUSICA mit einer Gesamtleistung von 45.11 Petaflops, die durch 1.088 NVIDIA H100 GPUs und 880 AMD EPYC CPUs erreicht wird. Die Speicherinfrastruktur ist mit 12 PB All-Flash-Speicher und einem Lesedurchsatz von 1.800 GB/s mehr als ausreichend dimensioniert. Die direkte Heißwasserkühlung sorgt zudem für Energieeffizienz und ermöglicht ganzjährig Free-Cooling. Das klingt nicht nur gut, sondern ist auch umweltfreundlich – ein Aspekt, der heutzutage immer wichtiger wird.
Die Notwendigkeit eines solchen Supercomputers wird auch durch die Entwicklungen in Deutschland deutlich. Dort wird die Rechnerinfrastruktur für Hoch- und Höchstleistungsrechnen kontinuierlich ausgebaut, um den Bedarf von Wissenschaft und Industrie an Rechenleistung im digitalen Zeitalter zu decken. Supercomputer wie JUPITER, der schnellste KI-Supercomputer in Europa, zeigen, wie wichtig diese Technologien für die Forschung sind. Sie bieten ein breites Netzwerk an Rechenressourcen und sind Teil eines größeren europäischen Projekts namens EuroHPC. Die internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich ist entscheidend für die Zukunft der Technologie und der Forschung.
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