Der nigerianische Weihbischof Ernest Obodo hat kürzlich das Mühlviertel besucht und dabei einen tiefen Einblick in die Landwirtschaft Österreichs gewonnen. Seine Reise führte ihn zu verschiedenen Landwirtschaftsbetrieben in Katsdorf und Ried in der Riedmark. Auch das Agrarbildungszentrum Hagenberg stand auf dem Programm, wo er sich mit Fachwissen und innovativen Ansätzen vertraut machte.

Der Grund für Obodos Besuch war nicht nur ein kultureller Austausch, sondern vielmehr das Sammeln von wertvollen Eindrücken für die Weiterentwicklung der Mary Agro Farm in Nigeria. Diese Farm hat seit ihrem Projektstart im Jahr 2019 unter der Schirmherrschaft des Schwertberger Vereins Help-Trans-Fair an Bedeutung gewonnen. Obodo leitet die Entwicklung der Farm in der Region Enugu seit nunmehr sieben Jahren. Hier werden nicht nur Gemüse und Feldfrüchte angebaut, sondern auch Schweine und Geflügel gehalten sowie Fisch gezüchtet. Das Ziel? Arbeitsplätze schaffen und die lokale Bevölkerung mit frischen Lebensmitteln versorgen.

Innovationen aus Oberösterreich

Während seines Besuchs auf dem Milchviehbetrieb der Familie Peterseil in Greinsberg war Obodo besonders beeindruckt von der modernen Technik, die dort zum Einsatz kommt – automatisiertes Füttern und Melken. Und auch auf dem Kirnbauernhof der Familie Diwold konnte er das Konzept der „Wanderschweine“ bestaunen. Diese Schweine leben ganzjährig im Freien, während mobile Unterstände ihnen Schutz bieten. Der Mist wird kompostiert und als Dünger verwendet – ein intelligenter, nachhaltiger Ansatz, der sich auch in Nigeria bewähren könnte.

Im Agrarbildungszentrum Hagenberg war der Austausch mit Direktor Bernhard Pilz und seinem Vorgänger Franz Scheuwimmer besonders aufschlussreich. Obodo nahm viele Ideen mit nach Hause, die bei der praktischen Ausbildung junger Menschen auf der Mary Agro Farm von Nutzen sein könnten. Ein weiteres Highlight seines Besuchs war die Generalversammlung, bei der er über die Fortschritte in Nigeria berichtete.

Fortschritte in Nigeria

Rund um den Jahreswechsel 2025/2026 reiste eine Delegation von Help-Trans-Fair nach Nigeria, um die Entwicklungen auf der Mary Agro Farm zu begutachten. Dabei konnten sie nicht nur Fortschritte im Ausbildungszentrum beobachten, sondern auch die Inbetriebnahme eines neuen Schlacht- und Kühlhauses feiern. Die Gastfreundschaft auf der Farm war herzlich und ließ die Delegation die Erfolge hautnah spüren.

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Im Oktober 2025 stellte Help-Trans-Fair im Stift Kremsmünster seine Hilfsprojekte vor. Ein Jahr zuvor, im Mai 2024, fand bereits ein Afrika-Fest in Windhaag statt, dessen Spenden der Organisation zugutekamen. Die Arbeit von Help-Trans-Fair wird nicht nur von den Einheimischen geschätzt, sondern auch von offiziellen Stellen anerkannt. So erhielt der Verein im September 2023 den Nachhaltigkeitspreis des Lions Clubs in Linz.

Zusammenarbeit mit Afrika

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) hat die Zusammenarbeit mit Afrika als einen Schwerpunkt seiner internationalen Arbeit festgelegt. Ziel ist es, die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas voranzutreiben. Besonders der Landwirtschaftssektor bietet großes Potenzial – er könnte nicht nur zur Ernährungssicherung beitragen, sondern auch Arbeitsplätze schaffen. Dr. Akinwumi Adesina, Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank, betont die zentrale Rolle der Landwirtschaft für inklusives Wachstum.

Die Herausforderungen sind groß: In Afrika sind etwa 250 Millionen Menschen unterernährt. Das BMLEH unterstützt afrikanische Partner dabei, eine nachhaltige Landwirtschaft zu entwickeln, die sowohl produktiv als auch ökonomisch tragfähig ist. Forschung und Innovation sind dabei entscheidend, um die Produktivität nachhaltig zu steigern. Es bleibt zu hoffen, dass die Eindrücke und Ideen, die Weihbischof Obodo aus Österreich mit nach Nigeria bringt, einen positiven Einfluss auf die Mary Agro Farm und die Ausbildung junger Menschen haben werden.