Rotes Kreuz Perg: 150 Jugendliche lernen Erste Hilfe und entdecken neue Einsatzbereiche
Rund 150 Kinder und Jugendliche sind derzeit in den Jugendgruppen des Roten Kreuzes im Bezirk Perg aktiv. Bei einer Pressekonferenz gab das Rote Kreuz Einblick in diese Arbeit. Dabei waren Jugendrotkreuz- und weitere Rotkreuzmitglieder ebenso vertreten wie unterstützende Wirtschaftsvertreter.
Mitmachen können Kinder bereits ab sechs Jahren. Jugendgruppen gibt es an den Ortsstellen Perg, Grein, St. Georgen an der Gusen, St. Georgen am Walde, Schwertberg und Waldhausen. In regelmäßigen Gruppenstunden lernen die Teilnehmer Erste Hilfe, nehmen an Bewerben, Aktivitäten und Ausflügen teil und knüpfen Kontakte. Damit bei den Treffen keine Langeweile aufkommt, erhalten die Gruppenleiter von der Jugendkoordinatorin regelmäßig Anregungen für die Gestaltung.
Erste Hilfe und ein bisschen „Werwolf“
Auch spielerische Ideen gehören dazu. Derzeit wird eine Rotkreuz-Version des Spiels „Werwolf“ entwickelt. Sobald sie fertig ist, soll sie an die Ortsstellen verteilt werden.
Das Österreichische Jugendrotkreuz möchte junge Menschen frühzeitig an humanitäre Werte, mitmenschliches Verhalten und eine gesunde Lebensweise heranführen. Die Angebote richten sich an Pädagog:innen, Eltern, Kinder und Jugendliche – in Kindergärten, Schulen und in der Freizeit. Sie sollen zu Eigeninitiative, Hilfsbereitschaft und Verantwortung gegenüber sich selbst und anderen anregen. In Krisenfällen unterstützt das Jugendrotkreuz vor allem Kinder und Jugendliche im In- und Ausland.
Psychische Erste Hilfe über Bezirksgrenzen hinweg
Im Projekt „Big Picture“ treffen sich Jugendliche ab 14 Jahren aus den Bezirken Perg, Freistadt und Urfahr-Umgebung. Über zwei Jahre hinweg stehen alle sechs bis acht Wochen Workshops zu unterschiedlichen Themenbereichen des Roten Kreuzes auf dem Programm. Die aktuelle Projektphase startete im September 2026 und läuft bis 2028. Der Austausch über die Bezirksgrenzen hinweg ist ausdrücklich Teil des Projekts.
Am 17. Oktober nahmen 22 Jugendliche aus den drei Bezirken an einem Workshop zur psychischen Ersten Hilfe in Schwertberg teil. Unter der Leitung einer Vortragenden aus der Krisenintervention ging es darum, psychische Ausnahmesituationen zu erkennen, angemessen darauf zu reagieren und die eigene Widerstandskraft in schwierigen Zeiten zu stärken. Keine leichte Kost, aber Wissen, das im richtigen Moment den Unterschied machen kann.
Einblick in viele Rotkreuz-Sparten
Das neue Projekt „Sparten unter der Lupe“ führt Jugendliche in verschiedene Tätigkeitsbereiche des Roten Kreuzes. Vorgesehen sind Schnupperdienste unter anderem bei „Essen auf Rädern“, im Journaldienst, bei Rettungsübungen als Statisten, in der Betreuung im Tagesbetreuungszentrum und im Katastrophenhilfsdienst.
Ein Schnupperdienst im Rettungsdienst ist ab 17 Jahren möglich. Bei „Ambulanz unter der Lupe“ begleiten Jugendliche einen Tag lang einen Ambulanzdienst – etwa bei Konzerten auf der Burg Clam oder bei der Befreiungsfeier im Memorial Mauthausen. Das Projekt soll zeigen, wie die verschiedenen Rotkreuz-Bereiche zusammenarbeiten, und jungen Menschen ermöglichen, eigene Stärken zu entdecken. Manchmal reicht dafür schon ein Tag mit Einsatzjacke, Funkgerät und vielen neuen Eindrücken.
Für den 21. Dezember ist außerdem die jährliche „Friedenslichtroas“ geplant. Bezirksstelle und Ortsstellen organisieren die Aktion gemeinsam. Das beim ORF in Linz abgeholte Friedenslicht wird zu mehreren Stationen in Perg gebracht.
Hinweis für Überweisungen
Das Jugendrotkreuz weist zudem auf ein neues Banken-Ampelsystem hin: Überweisungen können bei einem abweichenden Empfängernamen automatisch als fehlerhaft markiert werden. Als Empfängername soll daher „ÖRK, LVOÖ“ angegeben werden.
In Perg reicht die Jugendarbeit damit vom Erste-Hilfe-Lernen in der Ortsstelle bis zum Workshop zur psychischen Gesundheit, vom Tagesbetreuungszentrum bis zum Ambulanzdienst und schließlich zum Friedenslicht im Dezember. Wer früh einsteigt, bekommt nicht nur Verbände und praktische Handgriffe mit, sondern auch einen ziemlich breiten Blick darauf, was hinter dem Roten Kreuz steckt.
