Im Bezirk Urfahr-Umgebung tut sich was Spannendes in der Welt der Rehkitzrettung! Bis Ende Juni sind Jäger und Drohnenpiloten aktiv unterwegs, um die kleinen Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren. Es ist eine Herausforderung, denn jedes Frühjahr müssen Landwirte ihre Wiesen mähen, während die Rehkitze im hohen Gras liegen. Das kann verheerende Folgen haben – in Deutschland werden jährlich bis zu 100.000 Rehkitze durch Mähmaschinen getötet oder verletzt. Doch hier in Urfahr setzen die Jäger auf innovative Technik, um diesem Problem entgegenzuwirken.

Manuel Ecker, ein erfahrener Drohnenpilot, und Bernhard Enzenhofer von der Jägerschaft Zwettl/Rodl demonstrieren, wie modernste Drohnentechnologie hilft, die Rehkitze zu finden. Die Drohnenflüge beginnen oft schon um 4.30 Uhr morgens, um die besten Bedingungen für die Wärmebildkamera zu gewährleisten. Denn zu hohe Temperaturen können die Sichtbarkeit der Rehkitze beeinträchtigen. Das ist enorm wichtig, denn die kleinen Tiere drücken sich bei Gefahr flach auf den Boden – für die Mähmaschinen sind sie so nahezu unsichtbar.

Einsatz modernster Technik

Die Jägerschaft Bad Leonfelden 2 hat sogar eine neue Drohne für etwa 8.500 Euro angeschafft. Drohnenpilot Georg Traxler erklärt, dass die Drohne das Zertrampeln der Wiese vermeidet und die Suche viel effizienter gestaltet. Früher mussten Rehkitze manuell mit Stecken gesucht werden – heute fliegen die Drohnen über große Wiesenflächen und scannen diese systematisch. Bei Auffinden eines Rehkitzes wird dann ein Bodenteam mit genauen Koordinaten zur Lokalisierung geschickt.

Für die Nutzung dieser Drohnen ist ein spezieller Schein erforderlich, den man online erwerben kann. Die Drohne der Jägerschaft Zwettl kostet ab 5.000 Euro und ist bereits seit etwa vier Jahren im Einsatz. Unterstützung für die Drohnentechnologie kam von der Gemeinde und örtlichen Bauern. Das Bundesministerium für Landwirtschaft (BMLEH) fördert die Anschaffung geeigneter Drohnen für eingetragene Vereine, und das bis 2026. So können bis zu 60 % der Kosten übernommen werden, was natürlich eine große Erleichterung für die Vereine darstellt.

Koordination und Kommunikation

Die Jägerschaften kommunizieren über eine WhatsApp-Gruppe, um Mähzeiten und -orte abzustimmen. Eine gute Kommunikation im Team ist entscheidend! Denn die Koordination zwischen Landwirten und Drohnenpiloten kann oft herausfordernd sein. Ein Drohnenpilotenverzeichnis hilft dabei, den Kontakt herzustellen. Und wenn ein Kitz gefunden wird, wird es in eine luftdurchlässige Box gesetzt und im Schatten abgestellt, bis die Wiese gemäht ist. Das vermeidet Verletzungen der Rehkitze und sorgt für sauberes Mähgut ohne Kadaverteile.

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Interessanterweise zeigt eine Studie der Universität für Bodenkultur Wien, dass Drohnen Rehkitze 1,32-mal häufiger finden als traditionelle Methoden wie Flatterbänder oder manuelle Suchen. Die Drohnen erkennen die Körpertemperatur der Kitze, die sich von der Umgebungstemperatur abhebt. Das macht sie zu einem unschlagbaren Werkzeug in der Rehkitzrettung!

Ein weiterer wichtiger Punkt: Jäger empfehlen, gefundene Rehkitze niemals mit bloßen Händen anzufassen, um das Muttertier nicht zu vertreiben. Stattdessen sollten Handschuhe getragen werden, und die Kitze sollten vorsichtig in Gras eingewickelt werden, bevor sie in Sicherheit gebracht werden.

Die Rehkitzrettung hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und etabliert sich zunehmend. Diese innovative Technik ist nicht nur effektiv, sondern auch ein Zeichen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und den Tieren. Die Jägerschaft in Urfahr-Umgebung zeigt, wie es geht, und setzt ein Beispiel für andere Regionen.