Heute ist der 21.10.2026. Traurige Nachrichten aus Tirol: Professor Rudolf Millonig, ein hochgeschätzter Bildhauer und Sakralkünstler, ist im Alter von 99 Jahren verstorben. Am Freitag, dem 20. Oktober, verließ er diese Welt im Kreis seiner Familie. Sein Tod hinterlässt eine Lücke in der Tiroler Kunstszene, die schwer zu füllen sein wird.

Millonig wurde am 23. März 1927 in Hall in Tirol geboren und entstammte einer Künstlerfamilie. Aufgewachsen in einer kreativen Umgebung, besuchte er die Kunstgewerbeschule in Innsbruck, bevor er zwei Semester an der Akademie der bildenden Künste in Wien studierte. Seit 1950 lebte und arbeitete er als freischaffender Künstler in Innsbruck-Hötting. Sein Leben war geprägt von einer tiefen Religiosität, die sich in seinen Werken widerspiegelte.

Ein Meister der Sakralkunst

Millonig gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Sakralkunst in Tirol. Sein künstlerisches Schaffen ist vielfältig: Von beeindruckenden Altären über filigrane Reliefs bis hin zu bewegenden Krippenfiguren – seine Werke sind tief verwurzelt in der christlichen Tradition. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen unter anderem der Silber-Sarcophag des Hl. Priminius in der Innsbrucker Jesuitenkirche (1954) sowie der Franziskusbrunnen in Wattens (um 1955). Der Kreuzweg in der Pfarrkirche Reutte (1970) und die Altäre in der Neuen Höttinger Pfarrkirche (1989-1991) sind weitere Highlights seiner Schaffensperiode.

Insgesamt finden sich Millonigs Arbeiten in über 40 Kirchen im In- und Ausland, darunter auch in den USA, Kanada, Bolivien, Frankreich, Belgien, Holland und Schweden. Sein Wirken ging jedoch weit über die Kunst hinaus. Millonig engagierte sich über viele Jahre hinweg für Bildungsprojekte von „Jugend Eine Welt“, einer Organisation, die sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche einsetzt. Er spendete einen Teil der Verkaufserlöse seiner Werke, die besonders den Projekten in Bethlehem zugutekamen. Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt, würdigte Millonig als jemanden, der durch seine Kunst und sein soziales Engagement Spuren hinterlassen hat.

Ein letztes großes Projekt

Obwohl Rudolf Millonig in hohem Alter war, blieb er bis zuletzt aktiv. Er arbeitete fast täglich an neuen Holzplastiken und Bronzeskulpturen, ganz so, als hätte er nie vorgehabt, seine kreative Reise zu beenden. In einer Zeit, in der viele Menschen sich zur Ruhe setzen, war er ein Beispiel für unermüdliches Schaffen und Hingabe.

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Im Hinblick auf Millonigs 100. Geburtstag im kommenden Jahr plant „Jugend Eine Welt“ eine letzte Ausstellung seiner Arbeiten in Innsbruck. Diese soll nicht nur seine künstlerischen Errungenschaften ehren, sondern auch sein soziales Engagement in den Vordergrund rücken. Ein wunderbarer Abschluss, der seine Lebensgeschichte und seinen unermüdlichen Einsatz für die Gesellschaft gebührend feiern wird.

Der Verlust von Rudolf Millonig ist nicht nur ein Verlust für die Kunstszene Tirols, sondern auch für all jene, die durch seine Werke inspiriert wurden. Sein Erbe wird in den Herzen und Glauben der Menschen weiterleben, die sich durch seine Kunst berührt fühlten.