Am 3. Oktober 2026 war die Wirtschaftskammer in Reutte ein Ort des Austauschs und der Information für Frauen. Die Frauengesundheitsstraße des Landes Tirol hatte ihre Pforten geöffnet und stand von 10 bis 15 Uhr ganz im Zeichen der Gesundheit. Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen, aber auch Männer, waren herzlich eingeladen, sich über vielfältige Themen rund um die Frauengesundheit zu informieren. Es war ein stimmiger, ruhiger Raum, gut besucht, aber keineswegs überfüllt – genau richtig, um persönliche Anliegen zu besprechen.

An diesem Tag konnten die Besucherinnen kostenlos Beratungen und Gesundheitschecks in Anspruch nehmen. Fachleute informierten über wichtige Themen wie Zyklus, Ernährung, psychische Gesundheit, Schwangerschaft und Menopause. Außerdem wurden praktische Gesundheitschecks durchgeführt: Blutdruckmessungen, EKGs und BIA-Messungen standen auf dem Programm. Die First-Love-Ambulanz war ebenfalls vor Ort und bot Informationen zu Verhütung und sexuell übertragbaren Infektionen an. Es gab genügend Zeit, um Fragen zu stellen und individuelle Anliegen zu klären – eine entspannte Atmosphäre, die es den Frauen erleichterte, über ihre Bedürfnisse zu sprechen.

Vielfältige Beratungsangebote

Das Engagement für Frauengesundheit geht über die Veranstaltung in Reutte hinaus. Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) sowie die Gesundheitsämter bieten kostenfreie und vertrauliche Unterstützung in verschiedenen Bereichen an. Dazu zählen beispielsweise die Familienplanung, bei der Frauen Unterstützung in Fragen der Schwangerschaft und Verhütung erhalten können – anonym und auf Augenhöhe. Auch bei sexuell übertragbaren Infektionen stehen die Berater bereit, um vertrauliche Informationen und kostenlose Tests anzubieten. Suchtberatung und psychische Belastungen finden ebenfalls ihren Platz im Angebot des ÖGD, wo Betroffene und Angehörige Hilfe erhalten können.

Wichtig ist, dass Frauen in ihrer Gesundheit oft andere Voraussetzungen, Belastungen und Bedürfnisse haben als Männer. Das zeigt sich auch in den spezifischen Erkrankungen, die häufig nur Frauen oder Männer betreffen oder geschlechtsspezifisch gehäuft auftreten. Für die Prävention, Diagnostik und Therapie ist das von großer Bedeutung. Mit der Förderrichtlinie zur patientinnenzentrierten Versorgung, die im Januar 2026 veröffentlicht wird, möchte das Bundesgesundheitsministerium gezielt auf die Bedürfnisse der Frauen eingehen und die Gesundheitsversorgung verbessern.

Gesundheit im Fokus – auch in Zukunft

Im Herbst 2025 wird ein „Dialogprozess Wechseljahre“ gestartet, um das Bewusstsein für die Herausforderungen dieser Lebensphase zu schärfen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, denn viele Frauen fühlen sich in dieser Zeit oft allein gelassen. Der offene Austausch, der bei der Frauengesundheitsstraße in Reutte stattfand, könnte ein Modell für zukünftige Veranstaltungen sein. Zudem zeigt der Frauengesundheitsbericht des Robert Koch-Instituts, veröffentlicht Ende 2020, die gesundheitlichen Belange von circa 35 Millionen Frauen in Deutschland auf und nimmt spezielle Gruppen, wie Frauen mit Migrationshintergrund oder Behinderungen, in den Blick.

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Das Informationsangebot zur Frauengesundheit wird durch das Frauengesundheitsportal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ergänzt. Hier finden Interessierte aktuelle und qualitätsgesicherte Informationen zu Themen wie gynäkologischen Erkrankungen, Herz-Kreislaufproblemen und psychischer Gesundheit. Ein kostenloser Newsletter hält die Leserinnen über neue Entwicklungen und Veranstaltungshinweise auf dem Laufenden – eine wertvolle Ressource für alle, die aktiv etwas für ihre Gesundheit tun wollen.