Tirol rüstet Feuerwehren für Gefahrgut- und Strahlenschutzeinsätze auf
Am 8. November 2026 sind in der Landes-Feuerwehrschule Tirol in Telfs neue Spezialausrüstungen an Tiroler Feuerwehren übergeben worden. Zwei neue Gefahrgutfahrzeuge gingen an die Freiwilligen Feuerwehren Kitzbühel und Jenbach. Neun Strahlenschutzstützpunkte erhielten außerdem Rollcontainer mit Spezialausrüstung.
Für die Feuerwehren in Reutte ist das Thema besonders greifbar: Der Bezirk gehört zu jenen Standorten, die ihre Ausstattung erneuern. Die neuen Fahrzeuge ersetzen Vorgänger, die nahezu 30 Jahre im Einsatz waren. Sie sollen bei unterschiedlichen Schadstoff- und Gefahrgutlagen eingesetzt werden – also dort, wo ein gewöhnlicher Feuerwehreinsatz schnell an seine Grenzen kommt.
Modernisierung für Gefahrgut- und Strahlenschutzeinsätze
Bereits im Mai 2026 waren neue Gefahrgutfahrzeuge an die Feuerwehren Kufstein und Lienz übergeben worden. Mit den Fahrzeugen für Kitzbühel und Jenbach wird diese Erneuerung fortgesetzt. Landes-Feuerwehrkommandant Jakob Unterladstätter bezeichnete die neuen Fahrzeuge und Rollcontainer als wichtige Unterstützung für die Stützpunktfeuerwehren und für eine sichere Einsatzabwicklung.
Landes-Feuerwehrinspektor Rene Staudacher erklärte, die modernisierte und flexibel einsetzbare Technik ermögliche eine bedarfsgerechte Bereitstellung der Einsatzmittel. Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war die Übergabe neuer Rollcontainer für den Strahlenschutz. Damit wird die Ausstattung bestehender Strahlenschutzstützpunkte in Tirol an aktuelle Anforderungen angepasst.
Die Rollcontainer sind so ausgelegt, dass Einsatzmittel übersichtlich gelagert, rasch transportiert und am Einsatzort effizient bereitgestellt werden können. Das klingt zunächst nach Logistik – im Ernstfall zählt aber jede Minute, und niemand will zwischen Kisten und Einzelteilen nach dem passenden Gerät suchen.
Neun Stützpunkte erhalten neue Rollcontainer
Verteilt wurden die neuen Strahlenschutz-Rollcontainer an folgende Feuerwehren:
- Bezirk Imst: Feuerwehr Imst
- Bezirk Kufstein: Feuerwehr Unterlangkampfen
- Bezirk Landeck: Feuerwehr Landeck
- Bezirk Reutte: Feuerwehr Reutte
- Bezirk Schwaz: Feuerwehr Schwaz
- Bezirk Innsbruck-Land: Feuerwehren Telfs, Hall und Steinach
- Bezirk Kitzbühel: Feuerwehr Kirchdorf
Strahlenschutztrupps kommen zum Einsatz, wenn radioaktive Stoffe vermutet werden oder eine mögliche Strahlengefährdung besteht. Ihre Aufgaben reichen vom Aufspüren und Messen ionisierender Strahlung über die Beurteilung möglicher Gefahren bis zur Unterstützung der Einsatzleitung bei der Festlegung von Schutzmaßnahmen.
Die Landes-Feuerwehrschule Tirol bildet Feuerwehrmitglieder mit speziellen Lehrveranstaltungen für Gefahrgut- und Strahlenschutzeinsätze aus. Ohne Übung geht es dabei nicht: Geräte müssen sitzen, Abläufe ebenso – gerade dann, wenn die Lage unübersichtlich wird.
Strahlenschutz als eigener Sonderdienst
Wie ein solcher Dienst organisiert sein kann, zeigt der Blick nach Niederösterreich. Dort bestellt der Landesfeuerwehrkommandant für die Dauer einer Funktionsperiode ein Sonderdienstkommando für den Strahlenschutzdienst. An der Spitze steht BR Manfred Ertl, sein Stellvertreter ist BI Lucas Babiniec. Leiter des Verwaltungsdienstes ist OV DI Christian Krall. Das Sonderdienstkommando verwaltet und betreut den Sonderdienst.
In jedem der vier Feuerwehrviertel besteht ein Strahlenschutzzug: im Waldviertel, Weinviertel, Mostviertel und Industrieviertel. Geführt wird jeder Zug von einem Zugskommandanten und einem Zugskommandantstellvertreter. Zusätzlich umfasst jeder Zug drei Strahlenschutzgruppen. Eine solche Gruppe besteht aus einem Strahlenschutzgruppenkommandanten und mehreren Strahlenschutzgruppenmitgliedern.
Der Strahlenschutzdienst wird über die örtlich zuständige Bereichsalarmzentrale angefordert. Das Sonderdienstkommando und die vier Strahlenschutzzüge verfügen über entsprechende Ausrüstung; zusätzliche Ausrüstung kann bei Bedarf bei der NÖ Landes-Feuerwehrschule angefordert werden.
Kontakt zum Kommandanten des Sonderdienstes: BR Manfred Ertl, E-Mail: manfred.ertl@feuerwehr.gv.at. Für Ausbildung und Strahlenschutz im Landesfeuerwehrkommando ist Ing. Christian Hübl zuständig, Abteilungsleiter Ausbildung und Sachbearbeiter Strahlenschutz. Erreichbar ist er unter +43 57122 33 321 oder per E-Mail an christian.huebl@feuerwehr.gv.at.
