Die Rückkehr der Trauben: Kirschleiten erntet nach 200 Jahren wieder Wein
Heute, am 21. September 2026, gibt es in Ried eine spannende Neuigkeit aus dem Weinbau, die nicht nur die Weinliebhaber in der Region begeistert. Auf dem Göttweiger Berg fand die erste Traubenernte auf einer Fläche von 4,3 Hektar statt. Dies ist der Weingarten Kirschleiten, der beim Benediktinerstift Göttweig angesiedelt ist. Die Trauben, die hier geerntet wurden, stammen von der Rebsorte „Grüner Veltliner“ und werden zu Göttweiger Messwein verarbeitet. Ein besonderer Moment, denn es ist die Jungfernlese des Weingartens nach fast 200 Jahren! Ja, tatsächlich, die letzten Aufzeichnungen über diesen Weingarten stammen aus dem Jahr 1821.
In den letzten Jahrzehnten wurde die Fläche jedoch nicht für den Weinbau genutzt, sondern als Ackerland bewirtschaftet. Doch das hat sich seit 2020 geändert. Damals wurde ein Projekt zur Wiederherstellung des historischen Weinbergs ins Leben gerufen, initiiert vom Stift Göttweig und der Naturschutzbehörde. 2023 wurden schließlich die Reben gepflanzt, und zusätzlich fanden auch Kirsch- und Marillenbäume ihren Platz in dieser malerischen Umgebung. Es ist, als würde die Geschichte des Weinbaus hier wieder zum Leben erweckt.
Einblicke in die Geschichte
Der Weingarten Kirschleiten hat eine lange Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Die ersten Erwähnungen im Grundbuch zeigen, wie traditionell der Weinbau hier schon immer war. Bis 2020 war die Fläche jedoch weitgehend ungenutzt, was den Neubeginn umso bemerkenswerter macht. Man kann sich vorstellen, dass die Reben, die jetzt in den Boden gepflanzt wurden, in den kommenden Jahren viele Geschichten erzählen werden. Und während die ersten Trauben in den Kellern des Stifts zu Messwein verarbeitet werden, wird eine Segnung des Jungweines für November angekündigt. Es wird also ein feierlicher Moment werden!
Übrigens – die Auffahrt zum Benediktinerstift Göttweig wurde ab 2021 optisch aufgewertet. Hier zeigt sich, dass nicht nur der Weingarten, sondern auch die Umgebung in neuem Glanz erstrahlt. Das Weingut Stift Göttweig feiert zudem in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Ein doppelter Grund zum Feiern!
Weinbau in der Region
Der Weinbau hat in Österreich, und besonders in Wien, eine lange Tradition. Historisch gesehen war der Weinbau für den wirtschaftlichen Wohlstand der Region von großer Bedeutung. Die ältesten Weingärten sind urkundlich seit dem 12. Jahrhundert bekannt, und es lässt sich bis ins Spätmittelalter zurückverfolgen, dass Wein aus dem Wiener Weingebirge ein gefragtes Konsum- und Exportgut war.
Wien ist heute die einzige Großstadt in Österreich mit Weinanbaugebieten innerhalb der Stadtgrenzen. Rund 640 Hektar Anbaufläche gibt es hier, wobei der „Grüne Veltliner“ die häufigste Rebsorte darstellt. Im Jahr 2020 wurden in Wien über 25.000 Hektoliter Wein geerntet, was einmal mehr die Bedeutung des Weinbaus für die Region unterstreicht. Die Rückkehr des Weingartens Kirschleiten nach so vielen Jahren ist also nicht nur ein lokales Ereignis, sondern Teil einer viel größeren, historischen Erzählung, die den Weinbau in Österreich betrifft.
Es bleibt spannend zu sehen, wie sich der Weingarten Kirschleiten in den kommenden Jahren entwickeln wird. Vielleicht wird er ja wieder zu einem Ort, an dem nicht nur Trauben wachsen, sondern auch Traditionen und Geschichten lebendig gehalten werden.
