Am Donnerstagabend, dem 22. September 2026, war in Neu-Ulm wieder einmal Hochspannung angesagt. Die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk (THW) und das Sprengkommando waren im Einsatz, um gleich drei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg zu entschärfen. Diese Bomben, die bei Sondierungsarbeiten im Pfuhler Ried entdeckt wurden, sorgten nicht nur für Aufregung, sondern auch für eine gehörige Portion Nervenkitzel, denn sie lagen teilweise im Grundwasser, was die gesamte Entschärfung noch komplizierter machte.

Die Bomben, in bis zu 3,5 Metern Tiefe vergraben, erforderten einen Sicherheitsradius von 1000 Metern. Das klingt nach einem großen Bereich, und das war es auch: Der Evakuierungsradius wurde sogar verdoppelt, um auf Nummer sicher zu gehen. Die Entschärfung begann um 21 Uhr und war um 22:30 Uhr abgeschlossen. Sprengmeister Daniel Raabe berichtete von Schwierigkeiten mit zwei der Bomben – ganz schön knifflig, wenn man bedenkt, dass eine unkontrollierte Detonation eine Druckwelle mit einer Reichweite von bis zu drei Kilometern hätte erzeugen können. Das hätte die Neu-Ulmer Innenstadt in echte Gefahr gebracht.

Die Technik im Einsatz

Unterstützt wurde das Sprengkommando diesmal vom THW, das mit 28 Helfern aus vier Ortsverbänden (Neu-Ulm, Ulm, Günzburg und Memmingen) anrückte. Es wurden starke Pumpen eingesetzt, um das Grundwasser abzupumpen – eine kleine technische Meisterleistung, wenn man bedenkt, wie viele Hundert Meter Schlauch dafür verlegt werden mussten. Und damit auch im Dunkeln alles gut sichtbar war, sorgten fünf Lichtmastanhänger des THW für die nötige Beleuchtung. Obwohl die Dunkelheit den Experten in ihrer Routine nicht viel anhaben konnte, muss es trotzdem eine Herausforderung gewesen sein, unter diesen Bedingungen zu arbeiten.

Blindgänger sind in Deutschland kein seltenes Phänomen. Schätzungen aus dem Jahr 2022 sprechen von 100.000 bis 300.000 Tonnen, die noch im Boden verborgen sind. Jährlich müssen etwa 5.000 dieser gefährlichen Überbleibsel aus dem Krieg geräumt werden. Dabei können sie zufällig bei Bauarbeiten oder von Landwirten gefunden werden. Wenn das passiert, wird die Polizei informiert, die dann das Sprengkommando verständigt. Oft ist es zu gefährlich, die Bomben zu transportieren, weshalb die Entschärfung direkt am Fundort erfolgt.

Ein Blick über die Grenzen

Interessanterweise zeigt sich, dass nicht nur in Bayern, sondern auch in anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen die Zahl der Bombenfunde ansteigt. Im Jahr 2025 wurden dort 282 Bomben entdeckt, was einen signifikanten Anstieg im Vergleich zu 2024 darstellt. Dies steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Bauaufkommen und der gezielten Suche nach Blindgängern, die durch Luftbilder und Metalldetektoren unterstützt wird. Ein Anstieg der Funde kann also auch für Neu-Ulm und Umgebung in den kommenden Jahren nicht ausgeschlossen werden.

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Die Bombenfunde von Neu-Ulm sind nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass sich der ehemalige Flugplatz Schwaighofen in der Nähe befindet. Diese drei Blindgänger waren die Nummer neun bis elf seit dem Ausbau der B10, und für dieses Jahr sind keine weiteren Suchen geplant. Doch für nächstes Jahr rechnet man mit weiteren Funden am Breitenhof. Es bleibt also spannend in der Region – und das nicht nur für die Experten, sondern auch für die Anwohner, die mit solchen Situationen immer wieder konfrontiert werden.