Herzenswünsche auf Reisen: Wenn die Alpen zur letzten Heimat werden
Heute ist der 24.09.2026 und in Salzburg-Umgebung gibt es Geschichten, die das Herz berühren. Eine davon ist die von Christine, einer 82-jährigen Hospizpatientin, die sich ihren Herzenswunsch erfüllte, die Südtiroler Alpen zu sehen. Anfang September ging es für sie nach Seis am Schlern, begleitet von ihrer Tochter Christa sowie den ehrenamtlichen Helfern Elisabeth und Walter. Das Herzenswunsch-Hospizmobil, ein speziell ausgestattetes Fahrzeug für mobilitätseingeschränkte Personen, machte diese Reise erst möglich. Es ist beeindruckend, wie solch ein Projekt durch Spenden finanziert wird und es wirklich kostenlos für die Betroffenen ist.
Die Gruppe erkundete die wunderschöne Umgebung von Seis und Kastelruth, darunter den malerischen Völser Weiher und die Tuff Alm. Trotz des wechselhaften Wetters war die Stimmung hervorragend – das Lachen und die Freude der Reisenden waren ansteckend. Das Hospizmobil erlaubte es ihnen, sogar steile Forstwege bis zur Mahlknechthütte auf 2.054 Metern zu befahren. Die Reise war nicht nur ein Abenteuer, sondern auch eine Gelegenheit zur Erholung im Hotel-Wellnessbereich und für gemeinsame Gespräche. Nach drei Tagen voller Emotionen und Naturerlebnisse trat die Gruppe über Brixen, Bruneck und Lienz die Heimreise an. Christine und Christa kehrten dankbar und gestärkt nach Salzburg zurück.
Ein weiterer Herzenswunsch
Ein paar Worte weiter in der Region, und es gibt noch eine berührende Geschichte – die von Hans, einem 82-jährigen Krebspatienten aus Berchtesgaden. Auch er erfüllte sich seinen letzten Wunsch, in seine Heimat Südtirol zurückzukehren. Das Bayerische Rote Kreuz setzte ebenfalls sein Herzenswunsch-Hospizmobil ein, um Hans und seine Lebensgefährtin Christina sicher zu transportieren. Der Weg führte liegend über die Grenze nach Sankt Ulrich im Gröbnertal. Hans, der mit 21 Jahren nach Berchtesgaden kam, um in der Schnitzschule zu lernen, hatte eine tiefe Verbindung zu seiner alten Heimat.
In seiner alten Wohnung warteten Verwandte auf ihn mit seinen Lieblingsgerichten: Leberknödel und Linzer Schnitten. Der Abschied war emotional, und Florian Halter, der Kreisbereitschaftsleiter, beschrieb die Situation als bewegend. Hans bedankte sich beim Team mit den Worten: „Ihr seid zwei Engel mit vier Flügeln!“ Diese Geschichten zeigen, wie wertvoll ehrenamtliche Arbeit und die Unterstützung durch Spenden sind. Das Herzenswunsch-Hospizmobil schenkt schwer kranken Menschen die Möglichkeit, ihre letzten Wünsche zu erfüllen, ohne finanzielle Belastungen für die Betroffenen.
In einer Zeit, in der das Leben oft hektisch und unübersichtlich scheint, erinnern uns solche Geschichten daran, wie wichtig es ist, die kleinen Dinge zu schätzen. Die Natur, die Familie, die Freunde – und die Momente, die wir zusammen verbringen. Christine und Hans haben diese besonderen Augenblicke erlebt, die sie nie vergessen werden. Und das ist es, was zählt.
