Heute ist der 7.10.2026, und die österreichische Industrie steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Die Bundesregierung hat Anfang 2026 die Industriestrategie Österreich 2035 ins Leben gerufen. Mit dieser Strategie soll die heimische Industrie gestärkt werden, doch wie es aussieht, hapert es gewaltig mit der Umsetzung. Bei einem Treffen der Spitzenvertreter der Sparte Industrie der Wirtschaftskammern aus mehreren Bundesländern wurde klar: Es muss mehr Tempo bei der Umsetzung her! Bis zum 31. Juli 2026 wurden gerade mal 14 von insgesamt 117 geplanten Maßnahmen umgesetzt – das ist nicht gerade berauschend.

Die Probleme sind vielfältig. Jedes Jahr verlieren in der österreichischen Industrie rund 10.000 Menschen ihren Job. Das sorgt für große Unruhe, und Erich Frommwald, der Obmann der Sparte Industrie in der WKO Oberösterreich, warnt eindringlich vor der Verlagerung von Firmen ins Ausland. Die hohen Kosten sind ein sehr ernstes Thema. Die Vertreter der Industrie fordern dringend eine Senkung der Energiekosten und eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren im Energiesektor. Außerdem muss der niederschwellige Zugang zur Forschungsprämie erhalten bleiben, und die Lehre sollte stärker gefördert werden, damit der Fachkräftebedarf langfristig gesichert werden kann.

Die Dringlichkeit der Maßnahmen

Ein einheitliches Bild zeigt sich: Die Spartenvertreter sind sich einig, dass das Maßnahmenpaket den Staatshaushalt nicht belasten sollte, wenn man die Abwärtsspirale der Industrie stoppen möchte. Schließlich könnte eine wettbewerbsfähigere Industrie durch Steuern und Abgaben die Kosten wieder einspielen. Frommwald betont, dass die Industriestrategie der richtige Weg sei, doch das Tempo der Umsetzung müsse deutlich gesteigert werden.

Doch was genau steckt hinter der Industriestrategie Österreich 2035? Die Regierung bekennt sich klar zu einem starken Produktionsstandort und zur heimischen Industrie. Die Strategie soll in Zeiten geopolitischer Herausforderungen und technologischen sowie ökologischen Wandels die Industrie stärken. Dabei ist sie eng mit europäischen Initiativen abgestimmt und setzt auf die Vervollständigung des Binnenmarkts sowie auf faire, ökologische Handelsabkommen.

Ziele und Visionen für die Zukunft

Laut der Strategie sind sechs Ziele definiert: die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, die Weiterentwicklung wirtschaftlicher Handlungsfähigkeit in und mit Europa, die Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Innovationskraft, der Ausbau wirtschaftlicher Resilienz, die Stärkung nachhaltiger und zirkulärer Produktion sowie die Entwicklung des Fachkräftepotenzials. Ein ambitioniertes Programm, das bis 2035 Österreich zu den TOP-10 der OECD-Länder bei der Industrieproduktion katapultieren soll.

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Ein weiteres Highlight der Strategie ist die Einführung einer Schlüsseltechnologie-Offensive. Dabei werden neun Schlüsseltechnologien identifiziert, die mit einem Förderbudget von rund 2,6 Milliarden Euro bis 2029 gezielt unterstützt werden sollen. Maßnahmen wie das Schlüsseltechnologie-Beschleunigungsgesetz und die Einführung neuer Lehrberufe sind dabei nur einige Beispiele, die auf die zukünftige Entwicklung abzielen. Auch die Mobilisierung von Investitionen und die Qualifizierungsoffensive für Fachkräfte stehen im Fokus.

Die Vision ist klar: Österreich soll nicht nur ein Modell für automatisiertes Fahren werden, sondern auch unter den TOP-10 der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt bis 2035 stehen. Ein ambitioniertes Ziel, das durch die richtige Umsetzung der zahlreichen Maßnahmen erreicht werden könnte. Doch dafür muss jetzt dringend das Tempo angezogen werden!