Der Abschied des Burgherrn: Wer wagt den Sprung in die Geschichte von Hohenwerfen?
Die Festung Hohenwerfen im Pongau steht vor einem Wechsel an der Spitze. Nach drei Jahren im Amt verlässt der bisherige Burgherr Marcus Hank die Burg zum Jahresende. Der 55-Jährige, der zuvor als Schauspieler und Regisseur tätig war und auch die ArgeKultur in Salzburg leitete, möchte sich von der Burg zurückziehen, um die Liebe zu ihr nicht zu verlieren. Das klingt fast poetisch, oder? In Werfen bedauert man diesen Schritt, denn Hanks Engagement war zweifelsohne wertvoll. Er verlässt die Burg sogar zwei Jahre vor Ablauf seines Vertrags.
Die Festung selbst ist fast 950 Jahre alt und zieht jedes Jahr zahlreiche Touristen an. Jetzt ist die Suche nach einem neuen Burgherrn eröffnet, und die Verantwortlichkeiten sind vielseitig. Gesucht wird kein mittelalterlicher Ritter – das wäre wohl auch etwas zu viel des Guten – sondern ein Allround-Talent. Der neue Burgherr wird ein bis zu 15-köpfiges Team leiten, Events und Ausstellungen organisieren und als Ansprechpartner für die „Burgschenke“ fungieren. Zudem ist die Instandhaltung der Burg, Technik, Brandschutz und Sicherheit Teil des Aufgabengebiets.
Anforderungen und Herausforderungen
Die Anforderungen sind klar: Ein Führerschein ist Pflicht, gute Englischkenntnisse werden erwartet, und eine höhere Ausbildung im Tourismus oder ein vergleichbares Studium wäre von Vorteil. Besonders wichtig ist auch die Bereitschaft, auf der Burg zu wohnen – schließlich gehört das dazu, wenn man in einer fast 950 Jahre alten Festung leben und arbeiten möchte. Bürgermeister Hubert Stock hat einige Bedenken geäußert. Er findet den Fokus auf den Tourismusbereich zu stark und wünscht sich offenere Anforderungen. Dennoch beschreibt er die Zusammenarbeit mit Hank als „wirklich ein Traum“ und hofft, dass die gute Arbeit fortgeführt wird.
Die Bewerbungsfrist für die neue Stelle endet am Donnerstag, den 24. September, auf der Karriereseite des Landes Salzburg. Wer sich das zutraut, sollte sich beeilen! Die Herausforderung, eine historische Burg zu leiten, ist sicher nicht ohne, könnte aber auch eine aufregende Erfahrung sein. Bei der Verwaltung und Pflege von Schlössern und Burgen kommt es nicht nur auf die Organisation an, sondern auch auf die Leidenschaft für Geschichte und Kultur. Die Schlösser- und Gartenverwaltungen kümmern sich um die touristische Inwertsetzung, und größere Verwaltungen beherbergen sogar Museen mit wissenschaftlicher Betreuung des Kunstbesitzes. Ein spannendes Umfeld für kreative Köpfe!
