In Tamsweg, im malerischen Salzburger Lungau, ereignete sich am Freitagnachmittag ein tragischer Vorfall am Prebersee. Ein älterer Badegast kam ums Leben, nachdem er nach dem Schwimmen nicht mehr zu seinem Badeplatz zurückkehrte. Die Wasserrettung wurde kurz nach 13 Uhr alarmiert, als besorgte Badegäste den Notruf wählten. Ersthelfer vor Ort bargen den Mann aus dem moorigen Wasser und begannen sofort mit der Reanimation. Leider blieb die Wiederbelebung, die später auch durch den Notarzt fortgesetzt wurde, erfolglos. Nähere Informationen zu den Umständen lagen zunächst nicht vor, doch die Trauer und das Entsetzen unter den anderen Badegästen waren spürbar. Quelle.
Solche Vorfälle sind leider nicht die Ausnahme. Laut Berichten ertranken im Jahr 2022 in Deutschland mindestens 355 Menschen – das sind 56 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Badeunfälle nimmt in dieser Saison merklich zu. Dr. Jan Wnent, Notarzt und Mitglied der DGAI, hebt hervor, wie wichtig die richtige Behandlung von ertrunkenen Personen ist. Bei der Entdeckung einer leblosen Person im Wasser sollte sofort der Notruf gewählt werden. Es ist entscheidend, Rettungsschwimmer zu aktivieren und andere Badegäste zu alarmieren. Wenn die Person aus dem Wasser gezogen wurde, muss umgehend überprüft werden, ob sie bei Bewusstsein ist und atmet.
Richtige Maßnahmen im Notfall
Nach dem Herausziehen der Person aus dem Wasser ist es wichtig, sie auf den Rücken zu drehen und den Kopf überzustrecken, um die Atmung zu überprüfen. Bei normaler Atmung sollte die Person in die stabile Seitenlage gebracht werden. Bei flacher oder unregelmäßiger Atmung könnten wir uns im schlimmsten Fall in einem Herz-Kreislauf-Stillstand befinden. In diesem Fall sind sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen gefragt: Die Person sollte auf einer harten Unterlage liegen, und die Herzdruckmassage muss mit einem Druck von 5-6 cm auf das Brustbein erfolgen, mit einer Frequenz von 100-120 pro Minute. Bei Sauerstoffmangel sollte auch beatmet werden – das Verhältnis von Herzdruckmassagen zu Beatmungen liegt bei 30 zu 2. Diese Informationen sind für jeden von uns von großer Bedeutung, nicht nur für ausgebildete Rettungssanitäter.
Wie wir alle wissen, steigen die Temperaturen und damit auch die Besucherzahlen an Schwimmbädern und Gewässern. Schwimmen ist eine beliebte Sportart – jeder genießt es, sich an heißen Tagen im Wasser abzukühlen. Doch nicht jeder kann sicher schwimmen. Andreas Paatz, Bundesleiter der Wasserwacht, empfiehlt, dass Kinder frühzeitig Schwimmen lernen. Das „Seepferdchen“ allein reicht nicht aus – das Deutsche Schwimmabzeichen in Bronze ist notwendig, um wirklich sicher im Wasser zu sein. Und auch wenn Schwimmhilfen wie Schwimmflügel nützlich sein können, bieten sie keinen vollständigen Schutz vor Ertrinken.
Prävention und Sicherheit am Wasser
Ein weiterer wichtiger Punkt: Aufsichtspflicht! Kinder sollten niemals unbeaufsichtigt am Wasser gelassen werden, auch nicht an bewachten Badestellen. Und wenn wir schon beim Thema Sicherheit sind – Baderegeln gelten für alle Altersgruppen und sollten ernst genommen werden. Man sollte das Wasser verlassen, wenn man friert, nicht mit vollem oder leerem Magen ins Wasser gehen und, ganz wichtig, nicht alkoholisiert schwimmen. Und im Fall eines Badeunfalls ist es entscheidend, den Notruf 112 zu wählen und, wenn möglich, mit Hilfsmitteln wie einem Rettungsring zu retten, ohne direkten Kontakt zur ertrinkenden Person aufzunehmen, es sei denn, man ist ausgebildet.
Die Wasserwacht des DRK hat über 140.000 Mitglieder und engagiert sich intensiv in der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung. In vielen Städten werden günstige Schwimmkurse angeboten – ein wertvolles Angebot, das vielleicht schon bald die nächste tragische Geschichte im Wasser verhindern könnte. Einmal mehr zeigt sich, dass wir alle Verantwortung tragen, wenn es um die Sicherheit am Wasser geht. Jeder sollte die Baderegeln kennen und befolgen. Denn letztlich geht es um das Wohl und die Sicherheit aller, die die erfrischenden Gewässer genießen möchten.
