Heute ist der 28.05.2026, und während die Sonne über Tamsweg aufgeht, gibt es Neuigkeiten, die die Herzen der Einheimischen höherschlagen lassen könnten. Der Verkehrsdienstevertrag zwischen der Steiermarkbahn und Bus GmbH und dem Land Steiermark auf der Murtalbahn läuft noch bis 2030, doch bereits jetzt stehen einige spannende Entwicklungen ins Haus. Ein Kauf von fünf neuen Triebfahrzeugen ist geplant, denn die bestehenden Fahrzeuge erreichen Mitte der 2030er-Jahre das Ende ihrer Lebensdauer. Das klingt nach einer frischen Brise für die Murtalbahn, die sich als Rückgrat des öffentlichen Verkehrs im Bezirk Murau etabliert hat.

Die Murtalbahn, die mit ihrer Spurweite von 760 mm so ihre Tücken hat, wird nicht alleine dastehen. Betreiber der Zillertalbahn, der Pinzgauer Lokalbahn und natürlich der Murtalbahn arbeiten gemeinsam daran, 17 neue elektrische Schmalspurfahrzeuge zu beschaffen. Dieses Projekt hat das Ziel, einen Markt zu schaffen und die Kosten für die neuen Fahrzeuge zu senken. Momentan werden die Ausschreibungsunterlagen finalisiert, wobei die Voraussetzung für diese Ausschreibung den Ausbau und die Elektrifizierung der Infrastruktur darstellt. Hierfür sind Zusagen zur Mitfinanzierung von Bund und Land Salzburg notwendig. Der steirische Anteil an den Kosten beläuft sich auf stolze 169 Millionen Euro – eine Investition, die sich lohnen könnte!

Öffentliche Anbindung und Mobilität

Die Murtalbahn und die Linienbusse sind nicht nur schicke Fortbewegungsmittel; sie sind ein essenzieller Bestandteil der Mobilität in der Region. Täglich werden etwa 3.500 Schüler:innen und 16.000 Pendler:innen transportiert – da kann man sich ausrechnen, wie wichtig eine gute Verkehrsanbindung ist. Allerdings wird das aktuelle Angebot des öffentlichen Nahverkehrs von vielen als unzureichend empfunden. Die KPÖ hat bereits eine Anfrage an Landesrätin Holzer zur Zukunft der Murtalbahn gestellt, und auch die Elektrifizierung der Strecke ist im mittelfristigen Investitionsprogramm (MIP) verankert. Hier gibt es jedoch noch Klärungsbedarf, denn eine Einigung mit dem Bund steht noch aus.

Zusätzlich wird die ablehnende Haltung gegenüber einer Taktverdichtung kritisiert. Landtagsabgeordneter Alexander Melinz hat deutlich gemacht, dass die Murtalbahn ohne einen Stundentakt unattraktiv bleibt. Ein fehlender Plan zur Finanzierung der notwendigen Modernisierungen sorgt für weitere Sorgenfalten. Landesrätin Holzer hat zwar auf den erhöhten Finanzierungsbedarf für die Koralmbahn hingewiesen, doch die Bedenken, dass die Budgetsituation zu einer Abwertung der regionalen Bahnverbindungen führen könnte, sind nicht von der Hand zu weisen. Nur neun Straßensanierungen wurden als geplante Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur genannt – schienenbezogene Projekte sind Fehlanzeige.

Ein Blick in die Zukunft

Wenn man sich die Pläne für die Murtalbahn so ansieht, könnte man fast optimistisch werden. Wer weiß, vielleicht wird die Fahrzeit zwischen Unzmarkt und Murau von derzeit 36 Minuten auf nur 24 Minuten verkürzt. Das wäre ein echter Gewinn für die Region Murau – sowohl für die Bevölkerung als auch für den Tourismus. Der Umbau könnte die Murtalbahn nicht nur modernisieren, sondern auch zur Attraktivität der Region beitragen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Ein gut ausgebauter und verlässlicher Nahverkehr ist nicht nur in Österreich von Bedeutung. Auch in Deutschland gibt es das Ziel, dass 95% der Menschen in einem Umkreis von 500 Metern mindestens einmal pro Stunde eine Anbindung an Bus oder Bahn haben sollten. Um Klimaziele im Verkehrssektor bis 2045 zu erreichen, müsste der Busverkehr sogar verdoppelt und der Schienenverkehr um 50% wachsen. Das ist ein ganz schöner Brocken! Ein verlässlicher und langfristig finanzierten öffentlicher Verkehr ist dafür unerlässlich.

Die Vorschläge zur Schaffung eines Infrastrukturfonds für Investitionen in die Nahverkehrsinfrastruktur könnten auch für die Murtalbahn von Bedeutung sein. Es bleibt abzuwarten, ob und wie diese Pläne in die Tat umgesetzt werden. Die Murtalbahn könnte, mit etwas Glück und den richtigen politischen Entscheidungen, bald wieder auf die Schiene des Erfolgs kommen – und das nicht nur für die Pendler:innen und Schüler:innen, sondern für die gesamte Region Murau.