In Zell am See tut sich etwas Spannendes. Dort lebt und arbeitet Kim Kabamba, eine junge Frau, die mit ihrer Leidenschaft für die Berge und der Technik alle Erwartungen sprengt. Vor vier Jahren zog sie aus Baden-Württemberg nach Österreich, um eine Ausbildung zur Seilbahn- und Elektrotechnikerin zu beginnen. Ihr Interesse an den Alpen wurde während eines Familienurlaubs in den kanadischen Rocky Mountains entfacht. Seitdem hat sie sich nicht nur für die Berge, sondern auch für die technische Seite der Seilbahntechnik begeistert.

Kim hat die AHS-Matura und eine zweijährige Ausbildung bei den Gebirgsjägern der Deutschen Bundeswehr in Rosenheim abgeschlossen. Jetzt arbeitet sie bei der Schmittenhöhebahn und schätzt die einzigartige Kombination aus Technik, praktischer Arbeit und der Natur. Der Pinzgauer Dialekt war anfangs eine kleine Hürde für sie, die sie jedoch mit Humor und einem Wörterbuch meisterte. Neben ihrer beruflichen Laufbahn engagiert sich Kim auch sportlich: Früher spielte sie Damenfußball, heute ist sie aktive Kletterin, Paragleiterin und Mitglied der Bergrettung Zell am See.

Eine Vorreiterin in der Technik

Besonders bemerkenswert ist, dass Kim als „Lehrling des Monats“ Mai von der Wirtschaftskammer Salzburg und dem Land Salzburg ausgezeichnet wurde. Damit ist sie ein inspirierendes Vorbild für junge Frauen, die in technischen Berufen Fuß fassen möchten. Ihre Lehrabschlussprüfung (LAP) in Seilbahntechnik hat sie im Februar mit Bravour bestanden, und die LAP in Elektrotechnik steht noch bevor, Ende des Sommers. Nebenbei hat sie sich in der Berufsschule auch in einem Gitarrenkurs versucht und plant, sich eine eigene Gitarre zuzulegen.

In der Seilbahntechnik sind Frauen zwar noch immer in der Minderheit, aber Kims Beispiel zeigt, dass es möglich ist, in diesem anspruchsvollen Beruf erfolgreich zu sein. Carina, eine weitere angehende Seilbahntechnikerin, die kurz vor ihrer Lehrabschlussprüfung steht, ist die dritte Frau unter 36 Absolvent:innen seit 2009 bei der Seilbahn Komperdell GmbH. Auch sie hat kein diskriminierendes Verhalten erlebt und durfte alle Aufgaben ausprobieren. Carina ist im Ruhrgebiet aufgewachsen und hat viele Urlaube in Serfaus verbracht. Nach ihrem Abitur wollte sie zunächst Sonderpädagogik studieren, fand jedoch schnell zu ihrem technischen Interesse zurück.

Herausforderungen und Chancen

Beide Frauen, Kim und Carina, teilen die Erfahrung, dass die Ausbildung in der Seilbahntechnik praxisnah und fordernd ist. Im ersten Jahr lernen die Lehrlinge alles von Werkzeugkunde bis zu Sicherheitsvorschriften. Verantwortungsbewusstsein wird früh vermittelt, denn Arbeiten in Höhen von 30 bis 40 Metern erfordern nicht nur Präzision, sondern auch Teamvertrauen. Roland Müller, der Lehrlingsbeauftragte, hebt die Wichtigkeit von Schwindelfreiheit und Teamverlass hervor. Diese Herausforderungen scheinen jedoch nicht abzuschrecken, sondern motivieren die jungen Frauen, ihren Weg zu gehen.

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Es gibt einen Fachkräftemangel in der Branche, und dennoch ist das Interesse an Lehrstellen hoch. Seilbahntechnik gehört zu den bestbezahlten technischen Lehrberufen in Österreich, und viele Betriebe bieten Unterkunft, Verpflegung und Arbeitskleidung an. Carina plant, später selbst Lehrlinge auszubilden. Sie sieht die Bedeutung guter Betreuung: „Es ist wichtig, dass wir den Neulingen zeigen, was es bedeutet, in diesem Beruf zu arbeiten.“ Der Girls’ Day ist ein weiterer Schritt, um Mädchen Einblicke in technische Berufe zu geben und sie zu ermutigen, den Weg in diese spannende und abwechslungsreiche Branche zu wählen.