Renaissance der Nacht: St. Pölten kämpft um sein Partyleben
Heute ist der 28.09.2026. In Sankt Pölten hat sich in den letzten Jahren viel im Nachtleben getan – oder besser gesagt, nicht getan. Die einst pulsierenden Locations wie Infinity, La Boom, Warehouse und Pub Barrock stehen entweder leer oder mussten ihre Türen schließen. Ein trauriger Anblick, wenn man bedenkt, wie lebendig es hier einst war. Viele Nachtschwärmer zieht es mittlerweile nach Wien, wo das Partyangebot einfach größer ist. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels: Anzeichen einer Wiederbelebung des Nachtlebens zeichnen sich ab.
Besonders das Barrock, das nach 20 Jahren wegen einer Pachterhöhung durch die KPÖ schließen muss, sorgt für Aufregung. Die letzten Öffnungstage sind der 18. und 19. September 2026. Betreiber haben alles versucht, um eine Einigung mit den Vermietern zu erzielen, doch letztlich blieb ihnen nichts anderes übrig, als die Schließung bekanntzugeben. Bisher lag der Nettopachtzins bei 2,15 Euro pro Quadratmeter, was laut Max Zirngast von der KPÖ zu jährlichen Verlusten in Höhe von mehreren Tausend Euro führte. Mit einer Erhöhung auf 2,90 Euro pro Quadratmeter war das Ende besiegelt, während die aktuellen Angebote für gewerbliche Pächter bei rund sieben Euro pro Quadratmeter liegen. Zirngast betont zwar, dass dies unter dem durchschnittlichen Mietpreis in St. Pölten liege, doch die Emotionen der Gäste sind verständlich. Viele haben hier viele Nächte verbracht, das Barrock war mehr als nur ein Club.
Neuer Wind für das Barrock?
Doch es gibt Hoffnung: Es gibt vier Interessentengruppen für das Barrock, und die Entscheidung über die Zukunft der Kultbar wird in ein bis zwei Wochen erwartet. Dies könnte einen Neubeginn für das Barrock bedeuten, denn schließlich sind die Erinnerungen an unvergessliche Nächte und ausgelassene Partystimmung noch frisch. Bernd Pinzer von den NEOS kritisiert die KPÖ für ihre Rolle als Vermieter und verweist auf deren Vermögen von elf Millionen Euro. Die KPÖ hingegen erklärt, dass ein Großteil des Vermögens aus sanierungsbedürftigen Immobilien besteht. Zirngast zeigt jedoch Verständnis für die gefühlte Verbundenheit der Gäste und hat vor, einen neuen Pächter zu finden, der das Erdgeschoss als Gastrobetrieb weiterführt.
Auf der anderen Seite plant La Boom eine Wiedereröffnung am 9. Oktober 2026, nach mehr als 24 Jahren. Der ehemalige Betreiber der Disco Ballegro in Ravelsbach wird das Ruder übernehmen und die Fans der legendären Location hoffen auf eine Rückkehr des alten Flairs. Ein neuer Versuch, das Nachtleben in St. Pölten anzukurbeln, könnte also durchaus gelingen.
Warehouse – Ein neues Kapitel?
Das Warehouse, das momentan als Lagerhalle genutzt wird, hat ebenfalls Pläne in der Schublade. Es sind Events in Planung, die jedoch noch nicht gebucht sind. Hier könnte sich also ebenfalls etwas tun – wenn die richtigen Ideen und Organisatoren zusammenkommen. Man darf gespannt sein, was die Zukunft bringt.
Eines ist klar: Das Nachtleben in St. Pölten hat es nicht leicht, aber die Hoffnung auf einen Neuanfang bleibt bestehen. Vielleicht wird es bald wieder möglich sein, die Nächte in der Stadt zum Leuchten zu bringen.
