Bruno Gironcoli: Ein Fest der Erinnerung und der Kunst im Zeichen seines 90. Geburtstags
Heute ist der 25.09.2026, und in Österreich wird an einen ganz besonderen Künstler erinnert: Bruno Gironcoli. Am 27. September hätte er seinen 90. Geburtstag gefeiert, und in diesem Rahmen wird ein „Fest für Bruno Gironcoli“ im Wiener Strabag-Haus gefeiert. Aber das ist nicht alles – die Kunstszene hat sich in den letzten Jahren viel mit seinen beeindruckenden Werken beschäftigt.
Im Zuge dieser Feierlichkeiten wurden 19 Skulpturenmodelle von Christine Gironcoli-Melichar, der Witwe des 2010 verstorbenen Bildhauers, an die Landessammlungen Niederösterreich übergeben. Diese Schenkung wird von der Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner als der bedeutendste Zuwachs im Bereich der Skulptur und Plastik seit Bestehen der Sammlung bezeichnet. Vor dieser Übergabe waren bereits 38 Werke von Gironcoli in den Landessammlungen vorhanden – darunter Skulpturen, Zeichnungen und Druckgrafiken.
Die Kunstwerke und ihre Bedeutung
Die 19 Modelle, die jetzt in die Sammlung aufgenommen werden, sind nicht einfach nur Modelle. Sie geben einen tiefen Einblick in die Arbeits- und Denkweise des Künstlers und sind für eine museale Präsentation geeignet. Fünf dieser Modelle haben sogar Abgussrechte erhalten. Das zeigt, wie wichtig seine Arbeiten in der zeitgenössischen Kunstszene sind.
Im Strabag-Haus sind bereits neun monumentale Polyesterskulpturen als Dauerleihgaben ausgestellt, und drei Abgüsse der Strabag Art Collection zieren die Plaza vor dem Haus. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Gironcolis Werke im öffentlichen Raum, etwa im Klagenfurter Burghof oder vor dem Amt der Kärntner Landesregierung, präsent sind. Doch nicht alles verlief reibungslos: Schwierigkeiten bei der Unterbringung seiner Skulpturen waren an der Tagesordnung. Nach dem Umzug aus Schloss Herberstein musste Christine Gironcoli zwei Jahre nach einer neuen Herberge suchen.
Ein Blick in die Zukunft
Die physische Übernahme der Modelle erfolgt im Verlauf des Jahres, und es wird bereits an einer wissenschaftlichen Aufarbeitung des Kontexts zu Gironcolis Schaffen gearbeitet. In Zusammenarbeit mit der Witwe, der Bruno Gironcoli Werkverwaltung und Kunsthistorikerin Bettina M. Busse soll ein umfassendes Bild seines künstlerischen Erbes entstehen. Außerdem sind zwei monumentale Arbeiten für eine Präsentation in der Landesgalerie Niederösterreich im März 2027 geplant.
Bruno Gironcoli wurde am 27. September 1936 in Villach geboren und hinterließ einen bleibenden Eindruck in der österreichischen Kunstszene. Nach einer Goldschmiedelehre und dem Studium an der „Angewandten“ in Wien leitete er von 1977 bis 2004 die Bildhauerklasse an der Wiener Kunstakademie. Er setzte unübliche Materialien wie Polyester und Aluminium ein und schuf damit frei im Raum stehende Skulpturen und Installationen von gigantischer Größe. 2003 war er Österreichs Vertreter bei der Biennale in Venedig – ein ganz besonderes Highlight seiner Karriere.
Die bevorstehenden Feierlichkeiten und die Anerkennung seiner Werke zeigen eindrucksvoll, wie Bruno Gironcoli als einer der wichtigsten Vertreter der österreichischen Nachkriegskunst und Erneuerer der österreichischen Skulptur in Erinnerung bleibt.
