Am Dienstag kam es im Gitschltal zu einem schweren Forstunfall, bei dem ein 48-jähriger Mann aus Bosnien schwer verletzt wurde. Der Forstarbeiter war mit einem 46-jährigen Kollegen im alpinen Gelände für ein Forstunternehmen tätig, als er während der Baumfällarbeiten in einen Unfall verwickelt wurde. Bei der Fällung einer Buche streifte der Baum einen benachbarten Baum, woraufhin ein Ast abbrach und den 48-Jährigen traf. Der Kollege setzte sofort die Rettungskette in Gang, und der Verletzte wurde nach der Erstversorgung ins LKH Villach gebracht, wie Klick Kärnten berichtet.

Unfälle bei Waldarbeiten gehören zu den riskantesten Tätigkeiten in der Forstwirtschaft. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) stellte in einer aktuellen Statistik fest, dass die Unfallzahlen bei der Waldarbeit im Jahr 2022 im Vergleich zu 2021 gestiegen sind. Insgesamt wurden 4.302 Arbeitsunfälle im Forst gemeldet, was einem Anstieg von 6,3 Prozent entspricht, vor allem bedingt durch eine erhöhte Brennholzaufarbeitung. Im Jahr 2022 starben 33 Personen während der Waldarbeit, wobei viele fatale Unfälle durch herabfallende Baumteile verursacht wurden.

Statistiken und Trends bei Forstunfällen

Der Anstieg der Unfälle wird unter anderem durch verstärkte Brennholzaufarbeitung zu Jahresbeginn erklärt. Laut der SVLFG erlitten 737 Personen bei Fällarbeiten Arbeitsunfälle, was einen Rückgang im Vergleich zu 2021 darstellt, als 818 Unfälle verzeichnet wurden. Dennoch zeichnet sich ein besorgniserregender Trend ab: Die Gruppe der Verletzten bei Holzerntearbeiten stieg von 881 im Jahr 2020 auf 1.113 im Jahr 2022, was einen Anstieg um 26 Prozent bedeutet. Auch die Unfälle beim Rücken und Heranbringen von Holz nahmen um 17 Prozent zu.

Die höchsten Risiken für tödliche Unfälle bestehen nach wie vor bei motormanuellen Holzerntearbeiten. Von den 33 tödlichen Unfällen im Jahr 2022 entsprangen 24 durch die Auswirkungen der Fällarbeiten. Die SVLFG warnt, dass Frühjahrsarbeiten besonders gefahrgeneigt sind, möglicherweise aufgrund der gestiegenen Energiekosten. In den letzten Jahren sind die Unfallzahlen bei der Waldarbeit insgesamt jedoch leicht angestiegen, nachdem sie zuvor fünf Jahre lang rückläufig waren. Im Jahr 2021 wurden 4.048 Arbeitsunfälle gemeldet, und 26 Personen starben dabei.

Präventionsmaßnahmen und Schulungen

Für eine sichere Waldarbeit bietet die SVLFG verschiedene Informationsmaterialien und Fortbildungsmaßnahmen an, um die Prävention von Unfällen zu fördern. Zuschüsse für Fortbildungsmaßnahmen reichen von 60 Euro für zweitägige bis zu 105 Euro für fünftägige Schulungen. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Sicherheit der Forstarbeiter zu erhöhen und die Zahl der Arbeitsunfälle zu verringern.

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