Ein 19-jähriger Portugiese ist am Samstag, dem 31. Oktober 2026, gegen 22:50 Uhr auf der B181 im Gemeindegebiet von Wiesing mit seinem Pkw von der Straße abgekommen. Der Mann war in Richtung Südwesten unterwegs, als auf Höhe des Straßenkilometers 5,2 plötzlich ein Reh auf die Fahrbahn sprang.

Nach eigenen Angaben wich der Lenker dem Tier aus und verlor dabei die Kontrolle über das Auto. Der Pkw geriet zunächst vollständig nach rechts auf eine Böschung, querte anschließend die B181 und fuhr über die südliche Böschung in ein angrenzendes Feld. Danach stürzte das Fahrzeug über einen weiteren Abhang etwa 20 Meter steil in den darunterliegenden Wald.

Auto blieb an einem Baum hängen

Im Wald kam der Wagen nach dem Aufprall an einem Baum zum Stillstand. Rettungskräfte versorgten den 19-Jährigen an Ort und Stelle und brachten ihn mit Verletzungen unbestimmten Grades zur weiteren medizinischen Abklärung in das Bezirkskrankenhaus Schwaz.

Im Einsatz standen zwei Polizeistreifen, die Freiwillige Feuerwehr Wiesing mit zwei Fahrzeugen und 18 Einsatzkräften sowie ein Rettungswagen.

Wildwechsel bleibt unterschätzte Gefahr

Wie dramatisch Begegnungen mit Wildtieren auf Straßen enden können, zeigen die Zahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit: Im Jagdjahr 2024/25 wurden in Österreich 65.011 Wildtiere im Straßenverkehr getötet – sechs Prozent weniger als im Jagdjahr 2023/24. Das entspricht durchschnittlich einem getöteten Wildtier alle acht Minuten.

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Darunter waren 36.637 Rehe, 16.797 Hasen und 4.442 Fasane sowie weitere Wildarten. Bei Wildunfällen wurden 2024 außerdem 374 Menschen verletzt, so viele wie zuletzt 2019. Im Schnitt wurde damit täglich eine Person verletzt.

Die meisten getöteten Wildtiere wurden im Bezirk Neusiedl am See registriert, gefolgt von Mistelbach und Amstetten. Bei den verletzten Menschen lag Amstetten vorne, danach folgten Braunau, die Südoststeiermark und Leibnitz. Nach Bundesländern verzeichneten Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark die höchsten Zahlen getöteter Wildtiere.

47 Prozent der Wildunfälle mit Personenschaden ereigneten sich bei Dunkelheit, weitere elf Prozent in der Dämmerung. Nicht angepasste Geschwindigkeit war bei fast 40 Prozent der Wildunfälle die Ursache. Mehr als die Hälfte der Unfälle stand mit Unachtsamkeit oder Ablenkung in Verbindung.

Was Autofahrer tun sollten

Das KFV empfiehlt bei einem auftauchenden Wildtier: sofort abbremsen, abblenden und gegebenenfalls mehrmals hupen. Ausweichmanöver sollten vermieden werden – sie können zu Kollisionen mit dem Gegenverkehr oder mit Bäumen führen. Reh- und Rotwild ist häufig in Rudeln unterwegs; nach einem Tier können also weitere folgen.

Wildtiere bleiben beim Wechsel des Untergrunds, etwa beim Betreten einer Straße, oft zunächst stehen. Scheinwerferlicht kann sie zusätzlich blenden und orientierungslos machen. Aktivitäten abseits gekennzeichneter Wege – vom Schwammerlsuchen über Mountainbiken und Wandern bis zu freilaufenden Hunden – können Tiere aufschrecken und zur Flucht über eine Straße veranlassen. Auch landwirtschaftliche Fahrzeuge tun das mitunter.

Durch die zunehmende Verbauung leben mehr Tiere in der Nähe von Siedlungen. Einige ursprünglich tagaktive Arten passen sich an und werden nachtaktiv, wodurch die Gefahr von Wildwechseln bei Nacht steigt. Leiser werdende Fahrzeuge nehmen Wildtiere beim Überqueren der Straße zudem später wahr.

Kommt es trotzdem zu einer Kollision, sollte das Fahrzeug möglichst abseits der Fahrbahn abgestellt, die Warnblinkanlage eingeschaltet, eine Warnweste angezogen und das Pannendreieck aufgestellt werden. Verletzte Personen brauchen Erste Hilfe und die Rettung. Den Unfall muss man jedenfalls der Polizei melden – auch dann, wenn niemand verletzt wurde oder das Tier flüchtet.