Am 12. Mai fand auf der Burg Oberkapfenberg das Kapfenberger Stadt.Gespräch.Wirtschaft statt, ein Event, das die Dringlichkeit des Klimawandels ins Rampenlicht rückte. Anja Benesch, die Managerin von KLAR! StadtLandSee, unterstrich, wie wichtig es ist, dass Unternehmen sich über die Auswirkungen des Klimawandels austauschen. Der Fokus lag auf den Herausforderungen, die Hitze, Starkregen und längere Trockenphasen für Betriebe, Lieferketten und Standorte mit sich bringen.

Ein Beispiel, das die brisante Lage illustriert, war PENGG KABEL. Der Standortleiter Patrick Hirtl-Stelzer berichtete von den verheerenden Hochwasserereignissen im Sommer 2024. Trotz aller Vorbereitungen – es gab Überlegungen zu einem Hochwasserplan – wurde das Unternehmen vom Hochwasser am 17. Juli 2024 überrascht. Die Verklausung des Thörlbachs führte zu einem Stromausfall, der fast drei Monate andauerte. Glücklicherweise konnten sich fünf Mitarbeiter rechtzeitig in Sicherheit bringen, doch die Folgen waren dramatisch: Fast ein Jahr Produktionsausfall und Schäden in Millionenhöhe mussten verkraftet werden.

Notfallpläne und Schulungen

Positive Aspekte gab es dennoch: Die Abwicklung mit der Versicherung lief gut und es gab keine Verletzten. Der Zusammenhalt im Team war stark, was in solch einer Krisensituation Gold wert ist. In Reaktion auf die Hochwassererfahrung hat das Unternehmen einen umfassenden Notfallplan entwickelt. Dazu gehören Pegelstands- und Videoüberwachung sowie jährliche Schulungen für Mitarbeiter, um sie auf ähnliche Ereignisse vorzubereiten. Die Wirtschaftsinitiative Nachhaltige Steiermark stellte zudem Beratungs- und Fördermöglichkeiten vor, die Unternehmen in dieser Zeit unterstützen sollen.

Die Bedeutung von Klimarisikoanalysen wird immer mehr erkannt. Unternehmen, die sich an großen Flüssen befinden, müssen sich beispielsweise mit Niedrigwasser und dessen Auswirkungen auf die Lieferketten auseinandersetzen. Auch die Betreiber von thermischen Kraftwerken sind seit dem Hitzesommer 2003 sensibilisiert und planen ihre Strategien neu. Langanhaltende Dürren und Starkregenereignisse haben das Bewusstsein für Klimarisiken auch bei Firmen geschärft, die nicht direkt betroffen waren. Es zeigt sich, dass viele Unternehmen noch nicht ausreichend auf Klimarisiken eingestellt sind. Die EU-Taxonomie-Verordnung und die CSRD verlangen mittlerweile von Unternehmen, Klimarisikoanalysen durchzuführen, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

Kapfenbergs grüne Ambitionen

Der Bürgermeister von Kapfenberg, Matthäus Bachernegg, betont die hohe Priorität, die das Thema Klimawandel für die Stadt hat. Das Ziel ist klar: Kapfenberg soll sich als die „grünste Industriestadt Österreichs“ positionieren. Im Rahmen des KLAR!-Programms des Klima- und Energiefonds werden 93 Regionen mit insgesamt 743 Gemeinden und rund 2,2 Millionen Einwohnern unterstützt. Die Klimaveränderungen in Österreich erfolgen doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt, sodass Handeln dringend notwendig ist.

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Um den Herausforderungen des Klimawandels gerecht zu werden, sind lokale Kenntnisse und kooperative Prozesse entscheidend. Unternehmen sollten nicht nur vergangene Wetterextreme analysieren, sondern auch langfristige Klimaszenarien bis zur Mitte des Jahrhunderts berücksichtigen. Das ist nicht nur für die eigene Resilienz wichtig, sondern auch für die gesamte Region. Mit konkreten Maßnahmen gegen größere Risiken könnten Unternehmen nicht nur sich selbst, sondern auch die Gemeinschaft schützen.