In Bruck-Mürzzuschlag ist der Himmel in letzter Zeit oft grau, aber nicht wegen Wolken, sondern wegen der besorgniserregenden Trockenheit. Statistisch gesehen war das Frühjahr 2023 extrem trocken. Der Grundwasserpegel ist auf einem historischen Tiefpunkt, und in der Stadt gab es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 129 Jahren den geringsten Niederschlag. Meteorologe Roland Reiter hat bereits gewarnt, dass selbst die für das Wochenende angekündigten möglichen Schauer nicht ausreichen werden, um die düstere Lage zu verbessern. Man rechnet mit lediglich 1-2 Litern Regen pro Quadratmeter, während mindestens 30 Liter pro Quadratmeter benötigt werden, um die Situation ein wenig zu entspannen. Seit dem 1. März 2023 sind nur etwa 50 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen – das ist einfach nicht genug! Ein echter Albtraum für die Landwirtschaft, die bereits unter den Folgen leidet.

Die Trockenheit hat nicht nur Auswirkungen auf die Ernte, sondern auch auf die Fauna und Flora der Region. Besonders betroffen ist die Bildung von Myzel, welches für das Wachstum von Pilzen unerlässlich ist. Die erste Mahd in diesem Jahr war enttäuschend und wenig ergiebig. Rund 6000 Rinder im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag konnten noch nicht auf die Almen, weil das Futter einfach nicht ausreicht. Ein Teufelskreis scheint sich da zu formen, denn die Region ist stark betroffen von der aktuellen Dürre. Das Aflenzer Becken hat mit über 50 Litern pro Quadratmeter nur die Hälfte des Rekordtiefs von 2003 erreicht, als 100 Liter pro Quadratmeter gemessen wurden. Solche Zahlen lassen aufhorchen und stellen die Frage nach der Zukunft der Landwirtschaft in dieser Region.

Anpassungsstrategien und Herausforderungen

Doch was kann man tun? In der Wasserwirtschaft und Landwirtschaft gibt es durchaus Anpassungsmöglichkeiten, die jedoch gut überlegt sein wollen. Hierbei ist es wichtig, zwischen kurzfristigen und langfristigen Maßnahmen zu unterscheiden. Eine an den Klimawandel angepasste Landbewirtschaftung könnte langfristig Schutz vor Extremereignissen bieten. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat ein Dürre-Wissensportal (DWP) ins Leben gerufen, das einen Überblick über verschiedene Informationssysteme und deren Ansätze bietet. Solche Maßnahmen sind notwendig, um auf Dürreereignisse adäquat zu reagieren.

Die deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) wurde bereits 2008 vorgestellt und soll die Anpassung an die Folgen des Klimawandels in verschiedenen Bereichen verbessern. Regelmäßige Monitoringberichte zeigen die Entwicklungen des Klimawandels auf, und der Fortschrittsbericht von 2020 listet ressortübergreifende Maßnahmen auf. Dabei wird deutlich, dass Klimarisiken im Handlungsfeld Wasserwirtschaft ohne Anpassung als „mittel“ eingeschätzt werden. Bei einem stärkeren Klimawandel steigen diese Risiken auf „hoch“. Um dem entgegenzuwirken, könnten Anpassungsmaßnahmen die Risiken auf „gering“ oder „mittel“ absenken.

Ein Blick in die Zukunft

Die Notwendigkeit, Klimaschutz und Klimaanpassung parallel zu verfolgen, wird immer deutlicher. Deutschland wird voraussichtlich stärker von Hitze, Trockenheit, Starkregen und Überflutungen betroffen sein. Das Bundesumweltministerium warnt, dass bis 2050 volkswirtschaftliche Schäden zwischen 280 und 900 Milliarden Euro drohen. Die Anpassungsfähigkeit der Ökosysteme ist begrenzt, und die Kosten werden mit fortschreitendem Klimawandel weiter steigen. Vorbeugende Maßnahmen, wie etwa Mulchsaat und Pflugverzicht, werden empfohlen, um den Herausforderungen der Dürre zu begegnen.

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In unserer Region bleibt die Frage, wie die Kommunen sich an diese Veränderungen anpassen können. Mehr Grünflächen könnten helfen, sich auf Flutkatastrophen und Hitzeperioden vorzubereiten. Die Zeit drängt, und die Notwendigkeit, innovative Lösungen zu finden, wird immer dringlicher. Ein funktionierendes Warnsystem könnte bei Extremereignissen entscheidend sein. Schließlich geht es nicht nur um die Landwirtschaft, sondern um die gesamte Gemeinschaft, die im Einklang mit der Natur leben möchte. Die Entwicklungen der nächsten Jahre werden entscheidend sein für die Zukunft von Bruck-Mürzzuschlag und darüber hinaus.