Gestern, am 19. Juli 2026, erlebte ein Wiener Paar während einer Wanderung auf dem Hochschwab einen Tag, den sie so schnell nicht vergessen werden. Um 10 Uhr brachen sie zur Tour über das Hochplateau der Aflenzer Staritzen auf – ein wunderschöner, aber herausfordernder Weg. Die Wettervorhersage war nicht gerade vielversprechend; ein Unwetter war angekündigt. Doch das Paar war entschlossen, die Natur zu genießen. Das Schiestlhaus, wo sie übernachteten, liegt immerhin auf 2.156 Metern Seehöhe!

Gegen 14.30 Uhr kam dann, wie befürchtet, die prognostizierte Unwetterfront. Plötzlich brach der Himmel über ihnen los: Starker Regen, heftiger Wind und dichter Nebel machten das Vorankommen beinahe unmöglich. Die beiden Wanderer wurden mehrmals von Windböen zu Boden gerissen und verloren völlig die Orientierung. Ein Notruf wurde abgesetzt, aber wie es manchmal so ist – die Verbindung riss ab. Ein Hubschraubereinsatz war aufgrund der schlechten Witterung ausgeschlossen, und so blieb den Einsatzkräften der Bergrettung Turnau und der Alpinpolizei nur der bodengebundene Einsatz von der Graualm.

Die Rettung

Gegen 16.30 Uhr, nach intensiven Suchaktionen, fanden die Bergretter das Paar und begleiteten sie sicher ins Tal. Glücklicherweise blieben beide unverletzt, erlitten jedoch leichte Unterkühlungen. Was das Ganze noch beunruhigender machte: Nur einer der beiden hatte entsprechende Regenbekleidung dabei. Solche Vorfälle sind leider keine Seltenheit in den Alpen, insbesondere zur Hochsaison im Sommer, wenn die Berge von Wanderern nur so wimmeln.

In Österreich leisteten die Bergretter von Mai bis September 3.674 Einsätze. Das sind etwa 200 mehr als der Zehn-Jahres-Schnitt, aber 500 weniger als im Sommer 2024. Viele Unfälle passieren beim Wandern oder Bergsteigen, die fast drei Viertel aller Unfälle ausmachen. Zunehmend rufen Bergsportler die Bergrettung, weil sie vor Erschöpfung nicht mehr weiter können oder das Terrain unterschätzen. In der Tat macht jeder dritte Notruf einen solchen Fall aus. Das sollte allen Wanderern zu denken geben!

Ein Blick in die Zukunft

Christian Eder von der Bergrettung Tirol erklärte, dass die Anzahl der Rettungseinsätze steigt, was direkt mit der erhöhten Zahl an Bergbesuchern zusammenhängt. Die Ursachen für Unfälle sind vielfältig – rutschige Wege, unvorbereitete Wanderer bei schlechtem Wetter und immer wieder auch die Herausforderung, die Natur zu respektieren. Die Bergrettung muss regelmäßig trainieren, um im Ernstfall effektiv agieren zu können. Und das ist wichtig, denn jährlich sterben mehrere hundert Menschen beim Bergsport in den Alpen. Schockierend, oder?

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Stefan Winter vom Deutschen Alpenverein (DAV) betont zudem, dass valide Daten zu Bergunfällen schwer zu erheben sind. Dabei gibt es, ehrlich gesagt, viele Faktoren, die die Sicherheit beim Bergsport beeinflussen. Ein bisschen mehr Vorbereitung könnte vielen Wanderern helfen, sicherer unterwegs zu sein. Die bessere Ausrüstung und die genaueren Wetterberichte von heute machen den Bergsport zwar allgemein sicherer, dennoch bleibt Vorsicht geboten.

Gestern war ein weiterer Bergrettungs-Einsatz im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag angesagt. Während das Wiener Paar in den stürmischen Winden kämpfte, waren auch zwei Wanderer auf der Rax unterwegs und wurden ebenfalls vom Gewitter eingeholt. Tragischerweise wurde einer von ihnen sogar vom Blitz getroffen. Ein weiterer Grund, warum es so wichtig ist, die Natur zu respektieren und sich auf die Bedingungen einzustellen.

Die Berge sind fesselnd, aber sie können auch gefährlich sein. Manchmal ist es eben nicht nur ein schöner Ausblick, sondern auch eine Herausforderung, die Respekt einfordert. In diesem Sinne: Wanderer, bleibt sicher und gut vorbereitet!

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