Die Stadtgemeinde Deutschlandsberg hat große Pläne: Am Hörbinger Sportplatz soll von November bis März ein Kunsteislaufplatz entstehen. Bürgermeister Josef Wallner erklärte, dass die Multiballsportanlage dafür mit Kunststoffplatten ausgelegt wird. Diese speziellen Platten ermöglichen das Fahren mit herkömmlichen Schlittschuhen und bieten eine wetterunabhängige Alternative zur bisherigen Natureislaufanlage beim Klause-Eingang, die künftig nicht mehr betrieben wird. Wallner hebt hervor, dass diese Lösung eine verlässliche Freizeitmöglichkeit über viele Jahre hinweg bietet. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 400.000 Euro, was sich über einen Zeitraum von zehn Jahren auf etwa 8.000 Euro pro Monat summiert – oder umgerechnet 267 Euro pro Betriebstag. Das klingt doch nach einem soliden Plan, oder?
Doch nicht alle sind begeistert von dieser Idee. Die Grünen äußern Bedenken und kritisieren, dass das Eislaufen auf Kunststoff physikalisch nicht mit echtem Eis vergleichbar sei. Der höhere Reibungswiderstand könnte das Laufen anstrengender machen, was für viele eine unerfreuliche Überraschung beim Schlittschuhlaufen sein könnte. Zudem sorgen sich die Grünen um die Umwelt. Der Mikroplastikabrieb, der durch die Nutzung der Kunststoffplatten entstehen könnte, ist ein wichtiges Thema. Die Stadtgemeinde hat jedoch bereits reagiert: Moderne Systeme sollen den Abrieb minimieren, und die verwendeten Materialien seien nicht gefährlich. Wartungs- und Reinigungskonzepte sollen zudem sicherstellen, dass der Abrieb kontrolliert wird.
Ein Blick auf Kunststoff-Eisbahnen
Aber was genau sind die Alternativen zu echten Eisbahnen? Laut einer Prognose von Trautner sterben echte Eisbahnen aufgrund hoher Wasser- und Energiekosten aus. Kunststoff-Eisbahnen werden als ökologische Alternative immer beliebter. Sie sind leicht montierbar, können jederzeit und überall eingesetzt werden und bieten ganzjährig kostengünstigen Fahrspaß. Die Firma „Glice“ zum Beispiel bietet eine Garantie von 12 Jahren auf ihre Bahnen. Sollte eine Kunststoff-Eisbahn nicht mehr nutzbar sein, kümmern sie sich um Rücknahme und Vermittlung an Recyclingfirmen. Das ist doch ein schönes Konzept für die Umwelt!
Außerdem mieten Betreiber von Eissporthallen in den Sommermonaten Kunststoff-Eisbahnen, um ihre Energiekosten zu senken. Städte setzen diese Bahnen auch auf Marktplätzen ein, um Kundenbindung zu fördern. Ein Beispiel dafür ist das Stadtmarketing in Hanau, das im Herbst 2021 eine 300 Quadratmeter große Kunststoff-Eisbahn für 60.000 Euro für sechs Wochen mietete – inklusive Auf- und Abbau sowie Wartung und Schlittschuh-Verleih. Das zeigt, dass solche Lösungen nicht nur in Deutschlandsberg, sondern auch anderswo auf großes Interesse stoßen.
Mit all diesen Überlegungen wird deutlich, dass der Kunsteislaufplatz in Deutschlandsberg ein spannendes Projekt ist, das sowohl Freude als auch einige Herausforderungen mit sich bringt. Ob das Eislaufen auf Kunststoff die Herzen der Schlittschuhläufer gewinnen kann, bleibt abzuwarten. Die Vorfreude auf die kommende Saison ist jedoch spürbar, und ein wenig Aufregung schwingt mit, wenn man an die ersten Runden auf dem neuen Platz denkt.