In den letzten Tagen gab es viel Aufregung im Orgelkreis: Der Orgeltreff und Kultur Hollenegg organisierten eine spannende Studienreise nach Burghausen und Altötting. Diese Reise wurde von Peter Koch geleitet und erhielt Unterstützung von der Marktgemeinde Bad Schwanberg. Unter den Teilnehmern fanden sich einige bekannte Gesichter, darunter Ursula Handler, Helmut Grün, Klaus Masser, Dietmar Haas und Alois Sackl, der Vorsitzende des Orgelkomitees für den Neubau der Erler-Orgel. Eine spannende Gruppe, die sich auf die Erkundung historischer Klangwelten begab!
Burghausen, eine Stadt, die für die längste Burg der Welt bekannt ist, bot einen faszinierenden Hintergrund für diese Reise. Hier wurde der berühmte Komponist von „Stille Nacht“, Franz Xaver Gruber, ausgebildet. In der Wallfahrtskirche Marienberg entdeckten die Teilnehmer die bedeutendste historische Orgel Bayerns, die 1769 von Antony Bayr erbaut wurde. Diese Orgel, die elf Register besitzt und 2010 restauriert wurde, war ein echtes Highlight der Reise. Besonders beeindruckend war das historische Notenpapier aus dem 18. Jahrhundert, das zur Abdichtung der Windladen verwendet wurde. Die Möglichkeit, die Keilbälge der Orgel wie im 18. Jahrhundert zu betätigen, ließ die Herzen der Teilnehmer höherschlagen.
Moderne Klänge und traditionelle Meisterwerke
Doch die Reise führte nicht nur zu historischen Orgeln. Auch moderne Instrumente standen auf dem Programm. In der Stiftspfarrkirche Altötting konnten die Teilnehmer ein modernes Orgelinstrument aus dem Jahr 2000 bewundern, das für seine Homogenität bekannt ist. Außerdem besuchte die Gruppe die Basilika St. Anna, die eine beeindruckende fünfmanualige Orgel beherbergt, die 1976 von Gerhard Schmid erbaut wurde. Schmid war nicht nur für seine unkonventionelle Arbeitsweise, sondern auch für seine besondere Kleidung bei Einweihungen bekannt – das sorgte für einige Schmunzler unter den Teilnehmern.
Der Orgeltreff ließ es sich nicht nehmen, die Reise mit einem Besuch der Orgel des Odeon-Theaters in München abzuschließen, die jetzt in der Kirche St. Martin in Halsbach steht. Diese Orgel hat eine beeindruckende Geschichte, da Josef Gabriel Rheinberger und Anton Bruckner auf ihr gespielt haben. Ein krönender Abschluss für eine Reise voller musikalischer Entdeckungen!
Restaurierung und Pflege von Orgeln
Die Besichtigung dieser Orgeln wirft auch ein Licht auf die Bedeutung der Restaurierung und Pflege historischer Instrumente. Die Liste der restaurierten Orgeln umfasst Werke von alten Orgelbaumeistern und zeigt, wie viel Liebe und Sorgfalt in die Erhaltung dieser Klänge gesteckt wird. Egal, wie groß oder klein die Orgel ist, sie wird mit der gleichen Aufmerksamkeit behandelt – besonders die Instrumente, die im Mittelpunkt des Gemeindelebens stehen. Die langjährige Erfahrung in der Intonation und Stimmung von historischen und neuen Orgeln ist ein weiterer Beweis für das Engagement der Orgelbauer, deren Namen von Baer bis Zuberbier reichen.
Literatur und Wissensaustausch
Wer sich noch intensiver mit dem Thema Orgelbau und -spiel beschäftigen möchte, findet in der Literaturdatenbank der GDO eine Vielzahl an Informationen. Diese Datenbank wird kontinuierlich erweitert und umfasst zahlreiche Einzelpublikationen, Festschriften und Artikel. Interessierte können gezielt nach Autoren, Titeln oder Stichworten suchen. Es ist faszinierend, wie viel Wissen und Erfahrung in diesem Bereich gesammelt wurde und ständig wächst.
So bleibt zu hoffen, dass viele weitere solche Reisen stattfinden, um die Tradition und das Handwerk des Orgelbaus am Leben zu halten und den Klang dieser wunderschönen Instrumente zu bewahren. Denn am Ende sind es die Töne, die die Seele berühren – und genau darum geht es.
Für weitere Details zur Studienreise und den besuchten Orgeln, kann der vollständige Bericht auf MeinBezirk nachgelesen werden.
