In Wildon, einer charmanten Gemeinde in der Steiermark, wird ein innovatives Projekt Realität: Ein riesiges Solarfaltdach, das nicht nur als architektonisches Highlight fungiert, sondern auch als bedeutender Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung. Dieses beeindruckende Modell, das den Namen Horizon trägt und aus der Schweiz stammt, soll die Abwasserreinigungsanlage des Abwasserverbandes Grazerfeld mit Strom versorgen. Am Donnerstagabend fand der offizielle Baustart statt, der von zahlreichen Bürgermeistern, Ehrenobmännern und Ehrengästen gefeiert wurde. Geschäftsführer Michael Lechner bezeichnete das Projekt als Meilenstein und Leuchtturmprojekt für die Region.
Das Solarfaltdach wird eine Fläche von insgesamt 10.890 Quadratmetern überspannen, was etwa eineinhalb Fußballfeldern entspricht. Die Abdeckung wird die Belebungs- und Nachklärbecken schützen und erfordert aufgrund der speziellen Beckenform und der Zugkräfte eine eigene statische Konstruktion. Im Rahmen der Bauarbeiten werden rund 1480 Meter Bohrpfähle verlegt, die das Dach sicher verankern. Ein besonderes Merkmal des Dachsystems ist die Verwendung von Sensoren, die Wetterbedingungen erkennen und das Dach bei Schnee oder Sturm automatisch einklappen lassen. Zudem können einzelne Paneele bei Revisionsarbeiten bequem per Handy eingefahren werden.
Nachhaltige Energieerzeugung und Technik
Das Solarfaltdach von dhp-technology basiert auf einer Mechanik, die von der Seilbahn-Technologie inspiriert ist und sich selbst mit Strom versorgt. Die Anlage soll eine durchschnittliche Stromerzeugung von 1,84 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erreichen. In Kombination mit Mikrogasturbinen, die Klärgas nutzen, wird eine Energieautarkie von 280 Tagen angestrebt. Geplant sind zudem zwei Stromspeicher mit jeweils 500 Kilowattstunden, um die erzeugte Energie effizient zu nutzen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 6,6 Millionen Euro, wobei sowohl das Land als auch der Bund finanzielle Unterstützung leisten. Die Amortisationsdauer wird auf 15 Jahre geschätzt.
Ursprünglich war die Inbetriebnahme des Solarfaltdachs für Ende März 2026 geplant, jedoch hat sich dieser Termin aufgrund von Verzögerungen bei der Abdeckung der Becken auf September/Oktober 2026 verschoben. Die Überschattung der Becken soll zudem dazu beitragen, das Algenwachstum um bis zu 95 Prozent zu reduzieren, was die Effizienz der Abwasserreinigung weiter steigern dürfte.
Ein Blick in die Zukunft
Das Solarfaltdach in Wildon könnte ein grundlegendes Beispiel für die Integration von erneuerbaren Energien in kommunale Infrastrukturen darstellen. In einer Zeit, in der der Fokus zunehmend auf nachhaltigen Lösungen liegt, zeigt dieses Projekt, wie innovative Techniken und umweltfreundliche Ansätze Hand in Hand gehen können. Die Entwicklung in Wildon könnte somit nicht nur für die Region, sondern auch für andere Gemeinden in Österreich und darüber hinaus wegweisend sein. Für weitere Informationen zu diesem spannenden Projekt können Sie die vollständige Berichterstattung auf Kleine Zeitung nachlesen.