In Österreich blüht der Fahrrad-Boom! Besonders in den malerischen Waldgebieten der Steiermark scheinen die Pedale nie stillzustehen. Der Verkauf von E-Bikes hat zwischen 2016 und 2025 die stolze Zahl von rund 1,6 Millionen erreicht. Das ist doch was! Etwa 20 Prozent der Sommertouristen kommen speziell wegen der hervorragenden Radfahrmöglichkeiten in die Steiermark, wo Stattegg sich als wahre Mountainbike-Hochburg etabliert hat. Doch mit der steigenden Begeisterung für das Radfahren im Wald kommt auch ein gewisses Problem: das illegale Mountainbiken auf privaten Waldflächen nimmt zu.

Der Bauernbund Graz-Umgebung hat daher die „Hofgespräche“ im Lässerhof in Stattegg ins Leben gerufen. Hier wird ein Dialog gefordert, denn Radfahren im Wald erfordert die Zustimmung der Grundeigentümer. Dies ist eine Regel, die immer wieder missachtet wird. Gerald Löffler, ein betroffener Grundeigentümer, berichtet von Wochenenden, an denen bis zu 300 Mountainbiker ohne genehmigte Radstrecke durch seine Flächen sausen. Das ist nicht nur frustrierend, sondern auch rechtlich problematisch, wie der Präsident der Landwirtschaftskammer, Andreas Steinegger, betont: „Nicht freigegebene Wege dürfen nicht befahren werden.“ Bei Verstößen drohen sogar Verwaltungsstrafen.

Ein Aufruf zur Zusammenarbeit

Die Veranstaltung des Bauernbundes setzte auf Lösungen statt auf Konfrontation. Markus Pekoll, der steirische Mountainbike-Koordinator, hebt hervor, dass sich die Gesellschaft verändert hat und die Nachfrage nach Bewegungsangeboten steigt. In der Steiermark gibt es bereits 185 ausgewiesene Mountainbike-Routen, die zusammen etwa 4.500 Kilometer lang sind, sowie 137 Mountainbike-Trails. Neue Projekte, wie die Trail-Anlage auf der Sommeralm, zeigen, dass Freizeitnutzung und Eigentumsrechte durchaus harmonieren können.

Das Ziel ist klar: gegenseitiger Respekt und offene Gespräche zwischen Nutzern, Tourismus, Gemeinden und Grundeigentümern müssen an erster Stelle stehen. Um dies zu fördern, plant der Bauernbund eine Verteilung von Plakaten mit dem Slogan „Brems dich ein! Nimm Rücksicht.“ Eine klare Botschaft, die hoffentlich bei den Radfahrern ankommt.

Nachhaltige Lösungen für Mountainbike-Konflikte

Ein weiterer Aspekt, der in diesem Kontext nicht vergessen werden sollte, ist der Leitfaden „Mountainbike-Konflikte verstehen und lösen“, der aus dem Projekt „Bergsport Mountainbike – nachhaltig in die Zukunft“ hervorgegangen ist. Dieses Projekt, gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, zielt darauf ab, praxisnahe Ansätze zur Lösung von Nutzungskonflikten im Mountainbike-Bereich zu entwickeln. Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat hier eine zentrale Rolle übernommen und setzt auf moderierte Dialogprozesse vor Ort.

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In Modellregionen wie Bad Tölz-Wolfratshausen und Oberallgäu wurden bereits verschiedene Runden-Tisch-Veranstaltungen durchgeführt, um Gespräche auf Augenhöhe zu ermöglichen. Es geht um gegenseitiges Verständnis und akzeptierte Lösungen, etwa in Bezug auf die Wegeführung. Solche moderierten Gespräche helfen, Perspektivwechsel zu fördern und Hemmschwellen abzubauen. Öffentlichkeitsarbeit, wie die Kampagne „Natürlich Biken“, unterstützt die Vermittlung dieser Inhalte.

Insgesamt zeigt sich, dass der Dialog zwischen Radfahrern und Grundeigentümern unverzichtbar ist, um die Herausforderungen des wachsenden Mountainbike-Sports zu meistern. Die Steiermark hat das Potenzial, ein Vorreiter in der harmonischen Koexistenz von Freizeitnutzung und Naturschutz zu sein. Doch dafür braucht es Engagement und einen respektvollen Umgang miteinander.

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