Die Trinkwasserversorgung in Graz ist ein Thema, das uns alle angeht. Gerade jetzt, da Trockenheit und Hitze die Wasserversorgung beeinträchtigen, wird deutlich, wie wichtig eine sichere und nachhaltige Strategie ist. Die Stadt Graz rechnet damit, dass die Einwohnerzahl bis 2060 von 300.000 auf 385.000 steigen wird. Das bedeutet, dass auch der Wasserbedarf steigen wird – von derzeit 1.080 Litern pro Sekunde auf zukünftige 1.750 Liter pro Sekunde. Daher investiert die Stadt kräftig in die Wasserversorgung, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden. Hier gibt es mehr Informationen zu den geplanten Maßnahmen.

Eine wichtige Maßnahme ist die Erweiterung des Wasserwerks Feldkirchen mit einer Naturfilteranlage, die seit Februar 2023 in Arbeit ist. Diese Anlage soll PFAS-Rückstände herausfiltern und wird 2027 in Betrieb genommen. Auch die Transportleitung aus Feldkirchen wird bis 2028 für stolze 28 Millionen Euro erneuert. Diese Anlage deckt normalerweise 15% des Wasserbedarfs, in Spitzenzeiten sogar bis zu 50%. Zudem sind bis 2030 Sanierungen und Ausbauten der Wasserwerke Andritz und Friesach sowie der Brunnenanlage am Hochschwab Süd geplant, was rund 22,5 Millionen Euro kosten wird.

Qualität im Fokus

Die Qualität des Trinkwassers ist ein weiteres zentrales Anliegen. Trinkwasserversorger sind Lebensmittelunternehmen und gesetzlich verpflichtet, die Wasserqualität kontinuierlich zu überwachen. Ein festgelegtes Untersuchungsprogramm, das mit den zuständigen Behörden abgestimmt ist, sorgt dafür, dass die Wasserqualität von der Quelle bis zum Wasserhahn überprüft wird. Jährlich werden etwa 2.500 Proben aus Brunnen, Hochbehältern und Rohrnetzmessstellen durch das akkreditierte Labor der Holding Graz Wasserwirtschaft analysiert. Das Wasser aus den Wasserwerken Andritz und Friesach hat eine vergleichbare Qualität, während das Wasserwerk Feldkirchen etwas härter ist, was den Calcium- und Magnesiumgehalt betrifft.

In Graz trinken mehr als die Hälfte der Bürger ausschließlich Leitungswasser, 39% kombinieren es mit Mineralwasser. Das spricht für das Vertrauen in die Qualität des heimischen Wassers. Jährlich werden rund 3.000 Wasserproben zur Qualitätssicherung genommen, und die Ergebnisse sind vielversprechend. Ein regelmäßiger Volluntersuchungsprozess an den Rohrnetzmessstellen gewährleistet, dass alle Qualitätsparameter gemäß der Trinkwasserverordnung eingehalten werden.

Langfristige Strategien

Die Maßnahmen, die Graz ergreift, sind Teil des Masterplans „WaRes 2060+“. Die Ausbauphase von 2030 bis 2035 sieht die Errichtung einer zweiten Transportleitung nach Friesach vor. Außerdem sollen ungenutzte Wasserressourcen erschlossen werden. Bis 2040 sind Erweiterungen oder Erneuerungen der städtischen Wasserspeicher geplant, um auch in Zukunft eine stabile Trinkwasserversorgung sicherzustellen.

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Wasser ist einfach unverzichtbar. Es ist nicht nur essenziell für die Trinkwasserversorgung, sondern auch für die landwirtschaftliche Produktion, Energieerzeugung und die industrielle Herstellung. Eine nachhaltige Wasserversorgung ist entscheidend, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Immerhin leiden etwa 50% der Weltbevölkerung saisonal unter Wasserknappheit. In einem Land wie Österreich, wo wir im Vergleich zu vielen anderen Regionen privilegiert sind, sollten wir die Ressource Wasser schätzen und schützen.

Die Bundesregierung hat das Programm „Wasser: N“ ins Leben gerufen, um Wasserforschung zu fördern und die Wasserversorgung langfristig zu sichern. Mit einem Volumen von rund 350 Millionen Euro werden Projekte unterstützt, die sich mit sauberem Wasser, intakten Ökosystemen und ressourceneffizienten Wasserkreisläufen beschäftigen. Diese Forschung wird uns helfen, innovative Lösungen zu finden und die Qualität unseres Wassers auch in Zukunft zu gewährleisten.