In der Gemeinde Hart bei Graz hat der Spatenstich für ein neues Rüsthaus der Freiwilligen Feuerwehr stattgefunden. Ein bedeutender Schritt, der nun nach einer langen Wartezeit von acht Jahren endlich realisiert wird. Die Investition in Höhe von rund fünf Millionen Euro wird nicht nur die Feuerwehrinfrastruktur in der Region erheblich verbessern, sondern auch auf den starken Zuzug und die damit verbundene Notwendigkeit zusätzlicher Einsatzfahrzeuge reagieren. Die Fertigstellung des Rüsthauses ist bis Juni 2027 geplant, nachdem sich die ursprüngliche Eröffnung im September 2023 aufgrund von Planungsherausforderungen verzögert hat.

Feuerwehrkommandant Peter Preuss hat sich in den letzten Jahren intensiv für den Neubau eingesetzt und kann nun endlich Erleichterung verspüren. Die Verhandlungen über einen geeigneten Standort begannen bereits im Jahr 2017, und die Einigung über den neuen Platz südlich der Park&Ride-Anlage Pachern fand 2022 statt. Der Kauf des Grundstücks und die Umwidmung erfolgten im Jahr 2024. Für die Planung zeichnet die Architekturwerkstatt Graz verantwortlich, während die Firma Granit Bau als Bestbieter im Vergabeverfahren für den Totalunternehmervertrag ausgewählt wurde.

Ein moderner Neubau für die Zukunft

Das neue Rüsthaus wird auf einer Bruttogeschossfläche von 1.300 Quadratmetern errichtet und umfasst eine beeindruckende Ausstattung. Fünf Garagen, eine Waschbox, ein Schulungszentrum mit Medienanlage, ein Jugendraum und ein Verwaltungstrakt sind nur einige der Highlights. Besonders bemerkenswert ist der geplante Schlauchturm, der mit seinen sechs Ebenen und einer Höhe von 22 Metern für Aufsehen sorgen wird. Der Turm wird über ein Treppenhaus, Balkone und Übungsschächte verfügen – eine echte Bereicherung für die Ausbildung der Feuerwehrleute.

Die Dächer des Neubaus werden begrünt und mit Fotovoltaik-Anlagen ausgestattet, was nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch zur Energieeffizienz beiträgt. Bürgermeister Franz Tonner und Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom haben bei der Zeremonie die Bedeutung dieses Projekts für die Sicherheit und die Feuerwehrinfrastruktur betont. Ein herzliches Dankeschön wurde allen Beteiligten ausgesprochen, die über viele Jahre an diesem Vorhaben gearbeitet haben.

Feuerwehrgeschichte in Österreich

Ein Blick auf die Entwicklung der Feuerwehren in Österreich zeigt, dass es bereits im 3. Jahrhundert erste Hinweise auf organisierte Löschgruppen gab. In Carnuntum, einem römischen Militärlager, waren Feuerwehrleute aus Militärveteranen tätig. Später, im 17. Jahrhundert, wurden nach der zweiten Türkenbelagerung in Wien die ersten professionellen Brandbekämpfer abgestellt. Dies markierte den Beginn der Wiener Berufsfeuerwehr.

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Die Gründung der ersten freiwilligen Feuerwehren in Österreich begann im 19. Jahrhundert, als 1847 im Stift St. Florian die erste ihrer Art ins Leben gerufen wurde. Dies setzte einen Trend in Gang, der bis zur Jahrhundertwende zu über 2.600 Feuerwehrvereinen in ganz Österreich führte. Die Feuerwehren wurden nicht nur als Brandbekämpfer, sondern auch als Retter in Notlagen wahrgenommen und übernahmen schließlich den Rettungsdienst.

Die Entwicklung der Feuerwehren in Österreich ist also nicht nur eine Geschichte der Brandbekämpfung, sondern auch ein Teil der sozialen und kulturellen Geschichte des Landes. Die Freiwilligen Feuerwehren haben sich als unverzichtbare Institutionen etabliert, die nicht nur für die Sicherheit der Bürger sorgen, sondern auch Gemeinschaft und Zusammenhalt fördern. Dieses neue Rüsthaus in Hart bei Graz wird einen weiteren Schritt in dieser langen Tradition darstellen.

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