Im Herzen der Steiermark tut sich etwas Spannendes: OMV und Energie Steiermark haben gemeinsam das Projekt „Tiefenkraft“ ins Leben gerufen. Ziel ist die Erschließung der Tiefengeothermie für die Fernwärmeversorgung im Großraum Graz. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, und es ist nicht mehr lange hin, bis die ersten Bohrungen starten. Man kann sagen, die Zukunft der Wärmeversorgung nimmt langsam Gestalt an.

Seismische Messungen, die zwischen Februar und April 2026 durchgeführt wurden, sind abgeschlossen. Diese Messungen waren entscheidend, um die geologischen Lagerstätten zu analysieren. Und das ist noch nicht alles: Die Erkundungsbohrung „Petersdorf 2“ in St. Marein bei Graz soll Ende 2026 beginnen. Im September beginnen die Vorbereitungen dafür. Diese Bohrung und die anschließende Testphase dauern voraussichtlich drei bis vier Monate. Das Ziel? Das wirtschaftliche Potenzial der Geothermie zu klären und bei erfolgreichem Verlauf ab 2028 eine Geothermiedublette zu errichten. Das bedeutet, dass sowohl eine Produktions- als auch eine Injektionsbohrung geplant ist.

Innovative Lösungen für die Zukunft

Die geplante Tiefe für die Produktionsbohrung liegt bei etwa 4.500 Metern. Ein spannendes Detail ist die Möglichkeit zur Implementierung eines „Aquifer Thermal Energy Storage“ (ATES), das eine saisonale Wärmespeicherung ermöglicht. Um die Wärme nach Graz zu transportieren, wird eine Leitung von rund 25 Kilometern benötigt, mit einem Investitionsvolumen von etwa 150 Millionen Euro. Insgesamt beläuft sich die Gesamtinvestition in das Projekt „Tiefenkraft“ auf ca. 500 Millionen Euro. Man fragt sich, wie viel Wärme wir damit tatsächlich gewinnen können: Erste Fernwärmelieferungen sind ab 2030 möglich, und langfristig könnten bis zu 670 Gigawattstunden Wärme pro Jahr bereitgestellt werden. Ein echter Gewinn für die Region!

Ein weiteres Highlight ist die geplante Einsparung von 120.000 bis 140.000 Tonnen CO₂ jährlich im Vergleich zur aktuellen Wärmebereitstellung. Das ist nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung für die Umwelt, sondern auch ein starkes Argument für die Nutzung von Geothermie.

Geothermie – Ein Blick über den Tellerrand

Geothermie ist ein faszinierendes Thema, das nicht nur in der Steiermark, sondern auch in anderen Teilen Europas an Bedeutung gewinnt. Die tiefe Geothermie erschließt Wärmereservoire in größeren Tiefen von bis zu 5 Kilometern. Im Vergleich zur oberflächennahen Nutzung sind die Anlagen deutlich größer und leistungsfähiger. Sie können ganze Stadtviertel mit Heizwärme versorgen und bei ausreichendem Temperaturniveau sogar Strom erzeugen!

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Das Besondere an Geothermie ist, dass sie wetterunabhängig ist. Das bedeutet, dass sie ganzjährig umweltfreundlichen Strom liefern kann. Ein Beispiel dafür ist die Demonstrationsanlage in Unterhaching bei München, die Wärmebereitstellung und Stromerzeugung kombiniert hat. Solche Projekte zeigen, wie vielseitig Geothermie sein kann und welche Potenziale in dieser Technologie stecken.

Die Herausforderungen sind allerdings nicht zu unterschätzen. Es gibt viele Aspekte, die bei der Nutzung von Geothermie berücksichtigt werden müssen – von der Durchlässigkeit des Gesteins bis hin zu möglichen Umweltauswirkungen wie induzierter Seismizität. Dennoch sind die Umwelteffekte der Stromerzeugung aus tiefer Geothermie lokal begrenzt und technisch beherrschbar. Die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und die Nutzung von Frühwarnsystemen sind dabei entscheidend, um Umwelt-Risiken zu minimieren.

Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass Geothermie eine umweltfreundliche Alternative zu fossilen Energien darstellt. Studien wie die RESCUE-Studie aus 2019 sehen Geothermie als wesentliche Quelle für eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung. Für die Steiermark könnte das Projekt „Tiefenkraft“ ein Vorreiter für viele ähnliche Initiativen in der Region und darüber hinaus werden.

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