Drei Schülerinnen der HAK/HAS Leibnitz mit Wartinger-Medaille ausgezeichnet
Am vergangenen Wochenende wurde in Leibnitz ein ganz besonderer Anlass gefeiert. Drei Schülerinnen der HAK/HAS Leibnitz wurden mit der prestigeträchtigen Wartinger-Medaille des Historischen Vereins für Steiermark ausgezeichnet. Die Preisträgerinnen, Elena Feldbacher, Hannah Poschauko und Sara Sorko, haben sich intensiv mit der Geschichte ihrer Heimatstadt beschäftigt und damit eine bemerkenswerte Leistung vollbracht.
Die Wartinger-Medaille ist eine der renommiertesten Ehrungen für vorwissenschaftliche Leistungen im Bereich der Regionalgeschichte. Die Schülerinnen haben nicht nur tiefgehende Recherchen durchgeführt, sondern auch Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen geführt und historische Schauplätze erkundet. Ihre Arbeiten umfassten die Durcharbeitung von Gemeindechroniken – ein echtes Stück Detektivarbeit! Es ist beeindruckend, wie lebendig Geschichte durch solche persönlichen Berichte wird.
Ein großer Moment für die Schülerinnen
Die herausragenden Arbeiten von Feldbacher, Poschauko und Sorko wurden von den Geschichteprofessorinnen und -professoren Babette Leimüller, Andrea Rothen und Christian Sametz als die besten des Jahrgangs ausgewählt. Um an dem Wettbewerb teilnehmen zu können, mussten die Schülerinnen eine Präsentation und eine Prüfung zu ihren Forschungsergebnissen und zur steirischen Landesgeschichte ablegen – eine Herausforderung, die sie mit Bravour gemeistert haben.
Die feierliche Überreichung der Medaillen fand im Landesarchiv in Graz statt. Bildungslandesrat Stefan Hermann, Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner und die Obfrau des historischen Vereins, Karin Thierrichter, waren anwesend und überreichten die Medaillen mit Stolz. Direktor Christian Sametz gratulierte den Preisträgerinnen zu ihrer außergewöhnlichen Leistung – das muss ein unvergesslicher Moment für die drei Mädchen gewesen sein.
Die Bedeutung von Zeitzeugen in der Geschichtsvermittlung
Ein wichtiger Aspekt ihrer Arbeiten war die Einbeziehung von Zeitzeugen. Diese Menschen sind im Geschichtsunterricht sehr geschätzt, denn ihre Berichte bringen Authentizität und Emotionalität in die oft trockene Materie. Sie helfen dabei, abstrakte historische Ereignisse greifbar zu machen. Bei der Beschäftigung mit Themen wie Flucht, Vertreibung oder Diktatur wird die Subjektivität dieser Berichte jedoch häufig nicht hinterfragt. Wie Historiker immer wieder betonen, können Zeitzeugen auch Stereotype reproduzieren und liefern nicht immer neue Informationen.
Dennoch, und das ist das Spannende, prägen Zeitzeugen die Besonderheit der Zeitgeschichte. Ihre Erinnerungen sind Teil von Erinnerungsritualen und tragen dazu bei, das Gedächtnis der Gesellschaft lebendig zu halten. Es ist eine Herausforderung, zwischen den verschiedenen Perspektiven zu navigieren und die Wahrheit aus unterschiedlichen Berichten zu ermitteln – das ist eine Kunst für sich.
Insgesamt zeigen die Arbeiten von Elena, Hannah und Sara, wie wertvoll die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte ist. Sie haben nicht nur eine Medaille gewonnen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Wahrnehmung und dem Verständnis ihrer Heimat geleistet. Wer weiß, vielleicht inspirieren sie andere Schülerinnen und Schüler, sich ebenfalls mit der Geschichte ihrer Umgebung auseinanderzusetzen und eigene Wege der Forschung zu gehen? Ein Hoch auf die jungen Geschichtsforscherinnen!
