Heute ist der 11.05.2026 und wir haben ein brisantes Thema, das uns alle betrifft – die Stechlin-Maräne. Diese faszinierende Fischart, die auch als Fontane-Maräne bekannt ist, ist vom Aussterben bedroht. Was macht sie so besonders? Nun, sie kommt ausschließlich im wunderschönen Stechlinsee in Brandenburg vor, einem der klarsten und saubersten Seen der Region. Doch die neuesten Entwicklungen geben Anlass zur Sorge.
Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat die Stechlin-Maräne in ihrer neuen Roten Liste von Kategorie 1 (nicht gefährdet) auf Kategorie 5 (vom Aussterben bedroht) hochgestuft. Kaum zu fassen, dass diese Art, die erst vor etwa 20 Jahren im Landkreis Oberhavel entdeckt wurde, nun so stark gefährdet ist. Die Stechlin-Maräne ist nicht nur die einzige endemische Fischart in Brandenburg, sondern auch ein wichtiges Symbol für die Artenvielfalt in unseren Gewässern.
Gefahren für die Stechlin-Maräne
Eine der größten Gefahren für die Stechlin-Maräne sind Veränderungen im Wasser, insbesondere steigende Phosphorwerte. Diese haben in den letzten Jahren zugenommen, allerdings zeigen die neuesten Messungen, dass sich die Werte verbessert haben. Das ist ein kleiner Lichtblick! Der Sauerstoffgehalt im See ist derzeit weitestgehend gesättigt, was für die Fische wichtig ist. Doch im Sommer könnte dieser Wert gefährlich abnehmen – ein weiteres Risiko für die bedrohte Art.
Insgesamt gibt es zwei Süßwasserfischarten in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, die aktuell vor dem Aussterben stehen: die Stechlin-Maräne und die Luzin-Maräne. Letztere ist nur im Breiten Luzin in Mecklenburg-Vorpommern anzutreffen und wird auch als „Quitschbükers“ oder „Quietschbäuche“ bezeichnet, wegen der Geräusche, die sie beim Anlanden von sich geben. Die Luzin-Maräne hat ebenfalls die Gefährdungskategorie gewechselt – von 3 (gefährdet) auf 5 (vom Aussterben bedroht).
Schutzmaßnahmen und Fischeraktivitäten
Um die Stechlin-Maräne zu schützen, werden Vorkehrungen getroffen, wie die Bestimmung von Maschenweiten und Einsatztiefen der Netze, um den Fischbestand zu erhalten. Fischer werden in den kommenden Wochen die Maränen-Schwärme untersuchen, wenn die Fischsaison beginnt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die Maßnahmen fruchten werden. Denn die IUCN warnt eindringlich vor dem Verlust der aquatischen Artenvielfalt in Europa. Ohne koordinierte Maßnahmen gegen Lebensraumverlust, Umweltverschmutzung, invasive Arten und den Klimawandel könnte es für viele Arten, inklusive der Stechlin-Maräne, zu spät sein.
Die IUCN hat seit 2011 fast 560 Arten in Europa neu bewertet. Erschreckenderweise werden nun 42 Prozent dieser Arten als „gefährdet“ bis „vom Aussterben bedroht“ eingestuft – ein Anstieg im Vergleich zu 37 Prozent zuvor. Neun Arten sind mittlerweile stärker gefährdet, während drei sich leicht erholt haben. Es ist ein Weckruf für uns alle, die Verantwortung für unsere Umwelt und die darin lebenden Arten zu übernehmen.