Heute ist der 30.04.2026, und während wir uns auf das erste Mai-Wochenende vorbereiten, schaut der Wetterbericht recht ordentlich aus. Die Temperaturen steigen auf bis zu 26 Grad, und das in einer Zeit, in der wir uns eigentlich nach ein bisschen Regen sehnen. Am Feiertag sind 20 Grad zu erwarten, gefolgt von 23 Grad am Samstag und sogar 24 bis 26 Grad am Sonntag. Klingt nach einem perfekten Anlass, um die Gartenmöbel rauszustellen oder einen Ausflug zu planen! Aber halt, nicht alles ist so rosig, wie es zunächst scheint. Der Föhnwind könnte die Temperaturen in Bad Aussee, Admont und Hieflau noch weiter anheizen. Das bedeutet, es gibt nicht nur Wärme, sondern auch einen mäßigen bis lebhaften Wind mit Geschwindigkeiten von 20 bis 40 km/h. Dieser Wind begünstigt die Austrocknung des Bodens, was uns wieder zu dem Punkt führt, dass es wirklich viel zu trocken ist.

Die Wettermodelle zeigen erst für die Mitte der kommenden Woche ein Tief über Österreich an, aber bei den Niederschlagsmengen herrscht noch große Unsicherheit. Momentan wird mit 5 bis 10 Litern pro Quadratmeter gerechnet, aber zur echten Entspannung wären mindestens 20 Liter nötig. Der März und April waren extrem trocken. In der Obersteiermark ist das Niederschlagsdefizit seit Jahresbeginn erheblich. Zum Beispiel in Aigen im Ennstal und Leibnitz, wo die Niederschlagsmenge bei etwa 140 Litern pro Monat lag – normalerweise wären es 212 Liter in Aigen und 172 Liter in Leibnitz. Der April 2023 ist mit 70 bis 85 Prozent weniger Niederschlag in der Region südlich der Mur-Mürz-Furche ein echter Schock. In Leibnitz fiel der Niederschlag von 63 Litern im April 2022 auf nur 6 Liter im April 2023! Ähnlich sieht es in Aigen aus: von 46 Litern auf 22. Diese Trockenheit betrifft auch das Rheintal, Tiroler Unterland, Pinzgau, Lungau, Unterkärnten, Burgenland und Teile Niederösterreichs und Wiens. Es ist kaum zu fassen, aber nur vier Mal seit 1858 war ein April trockener als in diesem Jahr. Ausgiebiger Regen ist in naher Zukunft nicht in Sicht, was die Sorgen nur verstärkt.

Die langfristigen Auswirkungen

Die aktuelle Trockenheit und die steigenden Temperaturen werfen natürlich auch Fragen zu den allgemeinen klimatischen Veränderungen auf. Der Zweite Österreichische Sachstandsbericht zum Klimawandel (AAR2) zeigt auf, dass die Temperatur in Österreich seit 1900 um etwa 3,1 °C gestiegen ist – mehr als doppelt so stark wie der globale Durchschnitt. Dies führt zu einer Zunahme von Extremwetterereignissen wie Hitze, Dürre und Starkregen, die sich negativ auf Gesundheit, Infrastruktur, Landwirtschaft und Tourismus auswirken. Der Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig betont die Dringlichkeit des Handelns. Österreich ist besonders betroffen vom Klimawandel, und die Risiken nehmen zu. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sind vorsorgliche Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen entscheidend.

Der Bericht macht deutlich, dass die Treibhausgasemissionen in den letzten Jahren gesunken sind, jedoch die Pro-Kopf-Emissionen im internationalen Vergleich hoch bleiben. Eine Reduktionslücke von bis zu 10 Megatonnen CO₂-Äquivalente bis 2030 muss geschlossen werden, um die EU-Ziele zu erreichen. Das Kohlenstoff-Budget Österreichs ist größtenteils ausgeschöpft, und ein vollständiger Ausstieg aus fossilen Energieträgern sowie eine rasche Elektrifizierung sind unerlässlich. Wichtige Maßnahmen wie der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die Sanierung von Gebäuden und der Schutz von Feuchtgebieten stehen auf der Agenda. Minister Totschnig hat zudem ein neues Klimagesetz angekündigt, das die Zusammenarbeit fördern soll. Der Handlungsdruck ist hoch, und es bleibt zu hoffen, dass auch die kommenden Wochen und Monate uns nicht nur Sonne, sondern auch dringend benötigten Regen bringen.