Am 24. April 2026 fand in Leoben die Lange Nacht der Forschung statt, die nicht nur durch ihre beeindruckende Besucherzahl, sondern auch durch die Innovationskraft der Montanuniversität Leoben beeindruckte. Diese Veranstaltung bot den Gästen die Möglichkeit, aus erster Hand zu erleben, was die Forschung in den Bereichen Technik, Wissenschaft und Nachhaltigkeit zu bieten hat. Mit insgesamt 43 Stationen konnten die Besucher spannende Einblicke in verschiedene Themen gewinnen, darunter lernende Roboter, KI-basiertes Recycling, innovative Materialwissenschaften, Tunnelforschung und Zukunftsenergien.
Ein Highlight der Veranstaltung war das bunte Mitmachprogramm für die ganze Familie, das im Erzherzog-Johann-Trakt stattfand. Hier konnten Kinder ab 6 Jahren an zahlreichen Mitmachexperimenten teilnehmen, die von der HTL Leoben, dem Europagymnasium und dem Lehr-Lern-Labor Leoben angeboten wurden. Zusätzlich gab es Führungen, Demonstrationen und zwei Ausstellungen, die die Neugierde der kleinen und großen Forscher weckten. Ein neuer Rekord an Besuchern wurde aufgestellt, und die kostenlosen Shuttlebusse zu weiteren Forschungsstandorten wie dem „Zentrum am Berg“ in Eisenerz und dem Forschungszentrum für Wasserstoff und Kohlenstoff in Leoben-Leitendorf zeigten, wie wichtig der Austausch und die Vernetzung in der Forschung sind.
Innovationen im Tunnelbau
Ein spannendes Thema, das auch im Rahmen der Langen Nacht der Forschung zur Sprache kam, ist die nachhaltige Verwertung von Aushubmaterial beim Tunnelbau. Im Forschungsprojekt „REMATCH – REsource efficient tunnelling based on real-time excavation MATerial CHaracterization“, das zwischen 2021 und 2024 durchgeführt wird, entwickeln die Technische Hochschule Köln und ihre Partner ein KI-gestütztes System zur Materialcharakterisierung. Ziel ist es, über 200 Tonnen Aushub pro Stunde nachhaltig zu nutzen, anstatt sie auf Deponien zu entsorgen. Hierzu werden geotechnische Parameter in Echtzeit ermittelt, um Aushubmaterial als Straßenunterbau oder Betonzuschlagsstoff einzusetzen.
Das System nutzt innovative Messinstrumente wie Kugelpendel und Kameras, um die Eigenschaften des Materials zu analysieren. Maschinenführer*innen können somit den Aushub direkt auf dem Förderband klassifizieren. Dieses Vorgehen ist nicht nur effizient, sondern auch ein Schritt in die richtige Richtung, um die Umweltbelastungen beim Tunnelbau zu minimieren. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der französischen Agence nationale de la recherche gefördert.
Ausblick auf zukünftige Entwicklungen
Ein weiteres innovatives System, das im Kontext des Tunnelbaus von Bedeutung ist, ist das „Muck measuring system for EPB tunnel boring machines based on AI“ (MEGA). Dieses System ermöglicht die sortenreine Trennung von Ausbruchmaterial direkt auf der Baustelle und nutzt ebenfalls ein Kugelpendel sowie einen Pflug zur Messung von Impulsen, die je nach Materialeigenschaften variieren. MEGA ist Teil des gleichen Forschungsprojekts „REMATCH“ und zeigt, wie Künstliche Intelligenz in der Praxis angewendet wird, um die Effizienz und Nachhaltigkeit im Bauwesen zu steigern.
Die nächste Stuva-Tagung mit Fachausstellung, die vom 25. bis 27. November 2025 in Hamburg stattfinden wird, verspricht, ein wichtiger Treffpunkt für über 4000 Fachleute aus 20 Nationen zu werden. Hier werden die neuesten Entwicklungen und Trends im Bereich Tunnel- und Verkehrsinfrastrukturen präsentiert. Der Austausch von Ideen und Technologien wird weiterhin von großer Bedeutung sein, um die Herausforderungen der Zukunft im Bauwesen zu meistern.
Die Lange Nacht der Forschung in Leoben hat einmal mehr bewiesen, wie wichtig Forschung und Innovation sind, um eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung in verschiedenen Bereichen zu fördern. Die beeindruckenden Projekte und die hohe Besucheranzahl zeigen, dass das Interesse an Wissenschaft und Technik ungebrochen ist.
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