Leoben hat sich in den letzten Jahren als der günstigste Studienstandort in Österreich etabliert, wie die aktuelle bundesweite Studierendensozialerhebung zeigt. Diese Erhebung, die seit den 1970er Jahren durchgeführt wird, untersucht die soziale Lage der Studierenden und dient als wichtige Informations- und Entscheidungsgrundlage für die Hochschulpolitik. Der aktuelle Bericht des Instituts für Höhere Studien (IHS) hebt hervor, dass Leoben mit einem durchschnittlichen Wohnkostenaufwand von nur 531 Euro pro Monat für Studierende weit unter dem bundesweiten Durchschnitt von 586 Euro liegt. Dies entspricht einer Ersparnis von rund 660 Euro pro Studienjahr im Vergleich zu anderen österreichischen Städten.

Die finanziellen Rahmenbedingungen für Studierende in Österreich sind herausfordernd. Das durchschnittliche Budget für Studierende liegt bei 1.662 Euro, inklusive Naturalleistungen. Rund zwei Drittel der Studierenden müssen neben ihrem Studium arbeiten, wobei sie im Schnitt 775 Euro im Monat verdienen. Wohnkosten stellen mit etwa einem Drittel der Gesamtausgaben den größten Posten dar. In Leoben sind diese seit 2015 um 26 Prozent gestiegen, was im Vergleich zum bundesweiten Anstieg von 9 Prozent bemerkenswert ist. Trotz dieser Erhöhung bleibt Leoben der günstigste Standort für Studierende.

Lebenshaltungskosten und Unterstützungsangebote

Die Lebensmittelkosten belaufen sich in Österreich durchschnittlich auf 273 Euro und machen somit bereits die Hälfte des Budgets der Studierenden aus. Um die Lebenshaltungskosten weiter zu senken, bietet die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) in Leoben verschiedene Maßnahmen an. Dazu gehören unter anderem Klimatickets für nur 1 Euro pro Tag und ein Mensabonus von 2 Euro pro Mahlzeit. Die Stadtgemeinde unterstützt zudem aktiv die Auszahlung der Hauptwohnsitzförderung.

Ein neues Kinderbetreuungspaket ermöglicht es Studierenden mit familiären Verpflichtungen, einen Zuschuss von bis zu 150 Euro für Sommerbetreuungsangebote zu erhalten. Diese Initiativen zeigen, dass Leoben nicht nur ein wirtschaftliches und wissenschaftliches Zentrum der Obersteiermark ist, sondern auch ein Ort, der sich aktiv um die Bedürfnisse seiner Studierenden kümmert.

Ausblick auf die Zukunft der Studierendenforschung

Die nächste Studierenden-Sozialerhebung wird im Jahr 2025 durchgeführt, wobei alle Studierenden in Österreich per E-Mail zur Teilnahme an einer Online-Befragung eingeladen werden. Die Ergebnisse dieser Erhebung, die im Auftrag des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung erfolgt, werden voraussichtlich im Frühjahr 2026 veröffentlicht. Die Erhebung berücksichtigt auch internationale Vergleiche im Rahmen der Studie EUROSTUDENT.

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Die soziale Lage der Studierenden ist ein wichtiges Thema, das nicht nur die finanzielle Unterstützung der Studierenden betrifft. Es spiegelt auch wider, wie Bildungschancen und der Zugang zu Hochschulen von den sozialen und wirtschaftlichen Hintergründen der Studierenden abhängen. Insbesondere die Gruppe der „First-Generation Students“, die häufig aus Familien stammt, in denen niemand studiert hat, benötigt besondere Aufmerksamkeit.

Insgesamt zeigt die Situation in Leoben, dass ein günstiger Studienstandort nicht nur von den Wohnkosten abhängt, sondern auch von den unterstützenden Maßnahmen und der aktiven Mitgestaltung der Stadtgemeinde. Weitere Informationen zu den Erhebungen und den Lebensbedingungen der Studierenden finden Sie in den Berichten des IHS und auf der Website der Studierenden-Sozialerhebung, die hier einsehbar sind.