In Leoben sorgt eine aktuelle Entscheidung der Stadtverwaltung für Schlagzeilen. Aufgrund einer Kürzung der Landesförderung wird die Stadt finanziell bei der Ganztagsbetreuung an Schulen einspringen. Dies betrifft insbesondere die Ganztagsschulen, deren Förderung rückwirkend für das Schuljahr 2025/2026 halbiert wurde. Während die Förderung des Landes von 140.000 Euro auf 70.000 Euro sinkt, wird der zusätzliche Aufwand von 70.000 Euro nun von der Stadt Leoben getragen.
Diese Entscheidung ist besonders bedeutsam, da für das Jahr 2026 insgesamt Kosten von 720.000 Euro für die Ganztagsschulen in Leoben anfallen. Aktuell nehmen 267 Kinder in 18 Gruppen an der Ganztagsschule teil, die an vier Standorten angeboten wird, darunter drei Volksschulen und eine Mittelschule. Die Stadt Leoben übernimmt nun bereits 54 Prozent der Kosten, während 27 Prozent durch Elternbeiträge gedeckt werden und bisher 19 Prozent vom Land kamen. Der Betreuungsbeitrag bleibt seit zehn Jahren stabil bei maximal 90 Euro pro Monat, wobei die einkommensabhängige Staffelung der Beiträge weiterhin bestehen bleibt. Mehr Informationen hierzu finden Sie in einem Artikel der Kleinen Zeitung.
Finanzielle Unterstützung für Ganztagsbetreuung
Die Unterstützung der Ganztagsbetreuung ist nicht nur eine lokale Angelegenheit, sondern hat auch überregionale Dimensionen. Am 17. Mai 2023 trat die „Verwaltungsvereinbarung Investitionsprogramm Ganztagsausbau“ in Kraft. Ab dem 1. August 2026 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für ihre Kinder im Grundschulalter. Dies ist ein bedeutender Schritt, da der Bund die Länder mit steigenden Beträgen bei den laufenden Kosten unterstützt; ab 2030 wird dies dauerhaft mit 1,3 Milliarden Euro pro Jahr geschehen.
Bis 2027 wird der Bund den Ganztagsausbau mit insgesamt 3,5 Milliarden Euro für Infrastruktur und Ausstattung fördern. Hierbei beteiligen sich die Länder mit 30 Prozent an den Kosten. Die Gelder können für Aus-, Um- oder Neubau von Einrichtungen verwendet werden, was die Qualität der Angebote langfristig sichern soll. Die Förderung umfasst nicht nur Grundschulen, sondern auch kommunale Betreuungsangebote und Förderschulen für Kinder im Grundschulalter. Diese Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite des Ganztagschulnetzwerkes.
Ein Blick in die Zukunft
Die kommende Reform, die die Einführung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung vorsieht, wird schrittweise umgesetzt. Ab dem 1. August 2026 gilt dieser zunächst für die erste Klassenstufe und soll jährlich um eine Klassenstufe erweitert werden, bis schließlich alle Grundschulkinder der ersten vier Klassenstufen ab dem 1. August 2029 Anspruch auf acht Stunden Ganztagsbetreuung an fünf Tagen in der Woche haben werden. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Ganztagsbetreuung in Österreich zunehmend an Bedeutung gewinnt und die Stadt Leoben mit ihrer Entscheidung einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung dieser Angebote leistet.