In Leoben gibt es ein Hotel, das für seine nachhaltige Philosophie bekannt ist und sich stark mit der Region verbunden hat. Das Hotel Der Greif legt großen Wert auf regionale Produkte und kurze Wege. Nachhaltigkeit ist hier nicht nur ein Trend, sondern ein integraler Bestandteil des täglichen Handelns. Die Speisekarte kombiniert traditionelle steirische Küche mit modernen, saisonalen und veganen Alternativen. Auch die Transparenz bei der Herkunft der Zutaten und die ehrlich kalkulierten Preise sind Teil des Konzepts, das darauf abzielt, nachhaltige Wertschöpfung für die Region und die Gäste zu schaffen. Anonymität im Großhandel hat hier keinen Platz! Besucher können sich auf eine umfassende Auswahl an vegetarischen und veganen Speisen freuen, die in langfristigen Partnerschaften mit lokalen Betrieben für Eier, Fleisch und Gemüse entstehen.

Das Hotel fördert damit nicht nur eine frische und authentische Küche, sondern sorgt auch für wirtschaftliche Stabilität bei den lokalen Anbietern. Besonders erwähnenswert ist der ressourcenschonende Umgang bei Verpackungen und die konsequente Vermeidung von Lebensmittelverschwendung. Die Nutzung saisonaler Produkte im täglichen Betrieb ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Neben dem kulinarischen Angebot engagiert sich das Hotel auch durch Veranstaltungen wie das Stadtfest und den Adventmarkt, um regionale Spezialitäten und nachhaltige Ansätze zu fördern. Hier wird ein Raum für Genuss, Gemeinschaft und Nachhaltigkeit geschaffen.

Initiativen für nachhaltige Ernährung in der Steiermark

Die Bemühungen um nachhaltige Ernährung in der Region gehen jedoch weit über das Hotel hinaus. Vor kurzem fand der Großküchen- und Kantinengipfel in der Steiermark statt, der sich ebenfalls mit der nachhaltigen Ernährungspolitik befasste. Das Ziel? Eine stärkere Einbindung regionaler Produkte in Großküchen und die Vermeidung von Abfällen. Landesrätin Simone Schmiedtbauer betonte die Wichtigkeit, regionale Produkte zu fördern. Im Rahmen des Forums „Österreich isst regional“ wurde auch die Zukunft der öffentlichen Lebensmittelversorgung diskutiert, wobei die steirische Lebensmittelstrategie „weiß-grün“ bis 2030 ambitionierte Ziele festlegt: Die Erhöhung des Bio-Anteils in Großküchen und die Verkürzung der Transportwege stehen dabei ganz oben auf der Liste.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Austausch von Praxisbeispielen zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen. Vertreter:innen aus Pflegeheimen, Schulen, Spitälern und Betrieben arbeiten gemeinsam an Lösungen, um die Potenziale großer Küchenbetriebe für bewusste Planung und Resteverwertung zu nutzen. Die Initiative „United Against Waste“ hat sich zum Ziel gesetzt, vermeidbare Lebensmittelabfälle bis 2030 zu halbieren. Hier wird ein Kreislauf angestrebt, der Landwirtschaft, Küchen, Einkäufer und die Umwelt nachhaltig unterstützt.

Gemeinschaftsverpflegung und ihre Bedeutung

Ein weiterer wichtiger Aspekt der nachhaltigen Ernährung ist die Gemeinschaftsverpflegung (GV). Diese umfasst nicht nur die physischen Gegebenheiten, sondern auch soziale und politische Aspekte, die die Ernährung beeinflussen. Die GV hat ein großes Potenzial, gesundes und nachhaltiges Essen zugänglich und attraktiv zu machen. Betriebe in Schulen, Unternehmen oder Krankenhäusern können durch ausgewogene Gerichte und verschiedene Maßnahmen die nachhaltige Wahl erleichtern. Essentscheidungen werden nicht nur in der Mensa getroffen, sondern sind auch von unbewussten Einflüssen und Gewohnheiten geprägt. Hier kommt das Prinzip des Nudgings ins Spiel – eine Strategie, die darauf abzielt, Verhalten in eine bestimmte Richtung zu lenken, ohne Zwang auszuüben. Beispielsweise können gesunde und nachhaltige Gerichte prominent platziert oder farblich markiert werden.

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Natürlich ist die Einbeziehung aller Beteiligten an der Verpflegung entscheidend für den Erfolg dieser Maßnahmen. Besonders die Partizipation von Schülerinnen und Schülern ist wichtig, damit sie die Mensa als „ihre“ wahrnehmen und von einer positiven Ernährungsumgebung profitieren. Insgesamt zeigt sich, dass in Leoben und darüber hinaus große Schritte in Richtung einer nachhaltigeren und regionaleren Ernährung unternommen werden. Und das ist doch wirklich ein Grund zur Freude!