Ein aufregendes Wochenende in der Filmwelt! Sandra Wollner, die talentierte Regisseurin aus Österreich, hat am Freitagabend bei den 79. Filmfestspielen von Cannes den Hauptpreis in der Sektion Un Certain Regard für ihren Film „Everytime“ gewonnen. Das ist wirklich ein Grund zur Freude für die österreichische Filmkunst! Wollner, geboren 1983 in Leoben und mittlerweile in Berlin lebend, hat mit ihrem dritten Spielfilm, nach „Das unmögliche Bild“ und „The Trouble with Being Born“, ein ganz persönliches und berührendes Werk geschaffen.
„Everytime“ erzählt die bewegende Geschichte der Mutter Ella, brillant gespielt von Birgit Minichmayr, und ihren Töchtern Jessie (Carla Hüttermann) und Melli (Lotte Shirin Keiling). Der Film befasst sich mit dem schmerzhaften Verlust von Jessie, die tragisch im Drogenrausch verunglückt, und Ellas Kampf, mit dieser Trauer umzugehen. In ihrer Dankesrede, die von Emotionen geprägt war, hob Wollner die Bedeutung skurriler und eigenartiger Gedanken in der Kunst hervor. Diese Botschaft ist in der heutigen Zeit besonders wichtig und regt zum Nachdenken an.
Ein preisgekrönter Abend
Die Jury, unter dem Vorsitz der französischen Schauspielerin Leila Bekhti, ehrte neben Wollner auch weitere bemerkenswerte Filme. So erhielt Abinash Bikram Shah für „Elephants in the Fog“ den Jury-Preis. Dies ist der erste nepalesische Film, der in der Sektion Un Certain Regard gezeigt wird, und Kritiker beschreiben ihn als kraftvolle Geschichte über Verlust und Einsamkeit. Der Spezialpreis ging an „Iron Boy“ von Louis Clichy, einem handgemalten Animationsfilm, der von Sony Pictures Classics für Nord- und Lateinamerika sowie Indien und Südostasien erworben wurde.
Auch die Darsteller wurden nicht vergessen: Daniela Marín Navarro, Marina de Tavira und Mariangel Villegas wurden für ihre Rollen in „Forever Your Maternal Animal“ ausgezeichnet, während Bradley Fiomona Dembeasset für seine Leistung in „Congo Boy“ geehrt wurde. Es war ein Abend voller Emotionen und Kreativität.
Die Vielfalt der Filme
Insgesamt wurden 19 Filme in der Kategorie „Un Certain Regard“ präsentiert. Diese Sektion ist bekannt für innovative Werke aufstrebender Regisseur:innen, viele zeigen hier ihre ersten Filme. Eine spannende Auswahl, die auch den Eröffnungsfilm „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ von Jane Schoenbrun umfasst. Schön zu sehen, dass so viele unterschiedliche Stimmen und Perspektiven im Kino Gehör finden.
Die internationale Palette ist beeindruckend: Neben Wollners „Everytime“ sind auch Werke wie „BEN’IMANA“ von Marie-Clémentine Dusabejambo aus Ruanda und „Club Kid“ von Jordan Firstman vertreten. Letzterer wurde für 17 Millionen Dollar von A24 erworben, was den größten Verkauf des Festivals darstellt. Ein Hit, der viel Lob erhielt, aber leider keine Auszeichnungen mit nach Hause nehmen konnte.
Die Liste der Filme in der Kategorie „Un Certain Regard“ ist lang und vielfältig. Titel wie „Congo Boy“ von Rafiki Fariala und „Forever Your Maternal Animal“ von Valentina Maurel zeigen, wie vielschichtig das moderne Kino ist. Es ist spannend zu sehen, wie sich diese Geschichten entfalten und welche Themen und Fragen sie aufwerfen.
Insgesamt ist der Cannes-Auftritt von Sandra Wollner ein echter Lichtblick für die österreichische Filmkultur und ein weiterer Schritt auf ihrem kreativen Weg. Ihre Auszeichnung ist ein klares Zeichen, dass Geschichten über Trauer und Menschlichkeit immer ihren Platz im Kino haben werden.