Das ehemalige Kalkwerk in St. Peter-Freienstein, ein verlassenes Relikt aus den 1970er-Jahren, steht vor einer spannenden Wiederbelebung. Die Marktgemeinde hat das Areal übernommen und plant, es zu einem Ort der Begegnung für die Bevölkerung zu machen. Lange Zeit fristete das Gebäude ein Schattendasein und war ungenutzt, nun soll es ein neues Leben erhalten. Im Erdgeschoss wird bereits ein Fuhrhof und Abfallsammelzentrum betrieben, während in den oberen Etagen Potenziale für neue Nutzungen entdeckt werden sollen. Ein echter Lichtblick für die Region!
Dieses Projekt wird nicht nur von der Gemeinde selbst, sondern auch von dem Raumplanungs- und Stadtentwicklungsbüro kampus+, dem Architekten Stephan Piber und dem Regionalmanagement Obersteiermark Ost unterstützt. Die Idee, das Kalkwerk neu zu nutzen, entstand aus einer Leerstandserhebung der KEM Murraum Leoben. Erste Ergebnisse einer Bürgerbefragung zeigen, dass die Bevölkerung sich einen solchen Ort wünscht. Und die Finanzierung? Die erfolgt durch die Bundesförderung „Flächenrecycling“ und Landesmittel – eine sinnvolle Investition in die Zukunft der Region.
Ein Ort für die Gemeinschaft
Die Reaktivierung des Kalkwerks nimmt Gestalt an, aber wie genau es genutzt werden soll, bleibt bis zur offiziellen Präsentation Ende Mai ein Geheimnis. Da gibt es noch keine konkreten Nutzungsvorschläge. Ein wichtiger Aspekt ist die industrielle Vergangenheit des Kalkwerks. Um diese Geschichte lebendig zu halten, werden Zeitzeugen gesucht: Menschen, die im Kalkwerk gearbeitet haben, Angehörige von ehemaligen Mitarbeitern sowie Anwohner:innen, die Erinnerungen oder sogar alte Fotos und Dokumente beisteuern können. Diese Geschichten sollen in das neue Nutzungskonzept integriert werden, um den historischen und kulturellen Wert des Ortes zu bewahren.
Wer Interesse hat, Zeitzeugen zu unterstützen, kann sich an Lisa Feuchter vom Büro kampus+ unter 0316/81 80 85 20 oder per E-Mail an feuchter@kampus.at wenden. Alternativ können auch Anfragen am Gemeindeamt bei Sabine Zaloznik gestellt werden. Es ist wirklich spannend, wie viel Potenzial in diesen alten Mauern steckt!
Nachhaltigkeit und Flächenrecycling
Die Aktivierung von Brachflächen und Leerständen ist nicht nur ein lokales, sondern ein zentrales Thema für die nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung in ganz Österreich. Trotz des Potenzials vieler ungenutzter Flächen bleibt deren Nutzung oft aus – dabei könnte hier viel erreicht werden, etwa bei der Nachverdichtung und Ressourcenschonung. Der Brachflächen-Dialog ist eine Initiative des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLUK), die genau diese Herausforderungen angeht und Lösungen zum Flächenrecycling fördert, statt neue Flächen zu bebauen.
Trotz der vielen Vorteile, die sich aus der Wiedernutzung von Leerständen ergeben, gibt es auch einige Hürden, wie komplexe rechtliche Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Unsicherheiten. Ein Fachpapier des BMLUK bietet hilfreiche Informationen und Lösungsansätze, um diese Hürden zu überwinden. Es ist also klar, dass die Reaktivierung des Kalkwerks nicht nur ein Projekt für St. Peter-Freienstein, sondern ein Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft für ganz Österreich ist.