Verkehrsdebatte in Liezen: Hohe Kosten, geringe Einsparungen
Heute ist der 13.07.2026 und in Liezen gibt es wieder einmal Neuigkeiten zur Verkehrssituation. Die Anwohner haben sich bestimmt schon lange daran gewöhnt, dass sich an den Straßenverhältnissen nicht viel ändert. Das Land Steiermark hat jetzt offiziell entschieden, dass bauliche Maßnahmen vorerst nicht möglich sind. Dies wurde aufgrund einer umfassenden Wirkungs- und Kosten-Nutzen-Analyse festgestellt. Es bleibt also alles beim Alten, was für viele sicherlich eine Enttäuschung ist.
Die Diskussion um eine Umfahrungslösung in Liezen zieht sich wie ein Kaugummi. Bereits 2024 wurde die Idee von SPÖ-Landesrat Anton Lang verworfen. Stattdessen sollte der Bestand bis 2030 ausgebaut werden. Doch auch diese Pläne wurden nun von der Verkehrslandesrätin Claudia Holzer (FPÖ) gestoppt. Eine empfohlene Variante, die eine Brücke für die B320 sowie Anpassungen bei weiteren Kreuzungen vorsah, hätte die Stadt um fast 39 Millionen Euro erleichtert. Die erhoffte Zeitersparnis? Maximal 45 Sekunden. Angesichts der angespannten finanziellen Situation auf Landes- und Gemeindeebene ist kein Geld für solche Maßnahmen verfügbar.
Strategieprozess zur Verkehrslösung
Im März 2024 wurde jedoch ein Strategieprozess zur Verkehrslösung in Liezen gestartet. Die Stadtgemeinde, regionale Vertreter, Stakeholder und das Land Steiermark sind daran beteiligt. Ziel ist, die Leistungsfähigkeit der B320 (Ennstal Straße) zu steigern. Die Bundesstraße wurde in sechs Module unterteilt, um die verschiedenen Punkte gezielt zu analysieren. Hier ein Überblick:
- Kreuzung Ausseer Straße und B320 (Modul 1)
- Ab- und Auffahrt zur L740 Döllacherstraße (Modul 2)
- Huemerkreuzung – Einbindung B138 (Modul 3)
- „McDonalds Kreuzung” – Einbindung B113 (Modul 4)
- Bereich „Kika-Kreuzung” (Modul 5)
- Kreisverkehr Liezen Ost – Anbindung A9 und B146 (Modul 6)
In diesem zweistufigen Verfahren wurden die Module 1 und 2 als wenig zielführend eingestuft und nicht weiter analysiert. Für die zweite Stufe wurden zwei Kombinationen der restlichen Module ausgewählt. Die empfohlene Variante, ein „Fly-over mit Ampel”, kombiniert die Module 3, 4, 5 und 6. Dabei wird eine Brücke (Fly-over) für die B320 am Modul „Kreisverkehr Bellaflora” gebaut, während der Durchzugsverkehr von der A9 über die Brücke geleitet werden soll. Die restlichen Wege führen über den bestehenden Kreisverkehr.
Hohe Kosten, geringe Einsparungen
Die durchschnittlichen Zeiteinsparungen, die durch diese Maßnahmen erreicht werden könnten, sind eher bescheiden. Werktags könnten es 44 Sekunden (West) und 46 Sekunden (Ost) sein, am Samstag immerhin 33 Sekunden in beide Richtungen. An Sonn- und Feiertagen gibt es jedoch keine signifikante Einsparung. Die Baukosten sind ebenfalls nicht ohne: Modul 3 würde 4,52 Millionen Euro kosten, Modul 4 2,80 Millionen Euro, Modul 5 5,51 Millionen Euro und Modul 6 stolze 26,07 Millionen Euro. Insgesamt belaufen sich die geschätzten Kosten auf 38,90 Millionen Euro.
Trotz dieser detaillierten Analyse scheinen Verkehrslandesrätin Claudia Holzer und Bürgermeisterin Andrea Heinrich nicht gewillt zu sein, diese baulichen Maßnahmen voranzutreiben. Sie argumentieren, dass die hohen Investitionskosten in keinem Verhältnis zu den erwarteten Verbesserungen stehen. Und so bleibt die Frage, was als Nächstes kommt. Irgendwie bleibt man ratlos zurück, während die Diskussionen weitergehen.
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