Das 12. Energiecamp der Holzwelt Murau, das im traditionsreichen Brauhaus Murau stattfand, hat am Wochenende viele Augen und Ohren auf sich gezogen. Unter dem Motto der „Green Tech Economy“ wurde intensiv über die Zukunft nachhaltiger Technologien und deren wirtschaftliche Relevanz diskutiert. Die Veranstaltung, die im Auftrag des Landes Steiermark organisiert wurde, vereinte Experten, Wissenschaftler und Interessierte in einem lebendigen Austausch.

Ein Highlight der Veranstaltung war der Auftritt von Sigrid Stagl, die zur „Wissenschaftlerin des Jahres 2024“ gekrönt wurde. Sie sprach über den dringend notwendigen Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft. Auch Zukunftsforscher Marcel Aberle war mit von der Partie und unterstrich die Bedeutung gemeinsamer Lösungen in der aktuellen Zeit. Die Ökonomin Monika Köppl-Turyna nutzte die Gelegenheit, um eine Analyse der wirtschaftlichen Lage Österreichs zu präsentieren, während Brigitte Ederer, ehemalige EU-Staatssekretärin, auf die europäischen wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkte einging. Besonders motivierend war die Botschaft von Wirtschafts- und Finanzlandesrat Willibald Ehrenhöfer, der mehr Optimismus und Selbstvertrauen einforderte.

Innovationen im Fokus

Die Entwicklung der steirischen Green-Tech-Szene wurde von Bernhard Puttinger beleuchtet. Mathias Schaffer stellte die neuesten Green-Tech-Start-ups vor, die sich auf innovative Lösungen konzentrieren. Im Rahmen einer Pre-Convention wurden zudem österreichische Reallabore präsentiert, die zeigen, wie praktische Anwendungen in der Energie- und Umwelttechnik aussehen können. Ein großer Erfolg war der Innovationspreis des Energiecamps, der an Kathrin Kronberger von EnFera für ihr Community-Energie-Management-System verliehen wurde. Geschäftsführer Harald Kraxner zog eine positive Bilanz des Camps nach zwölf Jahren und freute sich über die rege Teilnahme.

Doch das Energiecamp ist nur ein Teil eines größeren Ganzen. Das Green Tech Valley in der Steiermark und Kärnten hat sich als Zentrum für Energie- und Umwelttechnik etabliert. Über 300 Partnerunternehmen und Forschungseinrichtungen setzen sich für Technologien ein, die Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft fördern. Das Green Tech Valley Cluster, gegründet 2005 und 2010 als weltbester Green-Tech-Cluster ausgezeichnet, hat eine Vision: „1 World. 0 Carbon. 0 Waste.“

Wasserstoff und Innovationen

Besonders spannend ist die Entwicklung im Wasserstoffbereich. 2024 gewann das Wasserstoff-Valley eine EU-Ausschreibung, die den Weg für zahlreiche Projekte ebnete. Zwischen 2025 und 2030 werden in der Steiermark, Oberösterreich und Kärnten insgesamt 17 Wasserstoff-Projekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 578 Millionen Euro realisiert, wobei die EU das Projekt mit 20 Millionen Euro Startkapital unterstützt. Diese Projekte decken die gesamte Wertschöpfungskette von grünem Wasserstoff ab: von der Erzeugung über den Transport bis hin zur Speicherung und Anwendung. Die geplanten Anlagen sollen mehr als 10.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr erzeugen.

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Unternehmen wie die ANDRITZ AG in Graz, ein globaler Technologieführer im Bereich Wasserkraftturbinen und Umwelttechnik, sowie die Energie Steiermark AG, die große Teile des Landes mit Strom, Wärme und Gas versorgt, spielen eine wesentliche Rolle in dieser Entwicklung. HyCentA an der TU Graz agiert als zentraler technischer Partner für Wasserstoff-Projekte, während die Montanuniversität Leoben Unternehmen bei der Energiewende unterstützt.

Die Steiermark ist nicht nur Vorreiter in der Wasserstofftechnologie, sondern auch in der Bioökonomie. Zahlreiche Green-Tech-Start-ups setzen auf innovative Ansätze, darunter H2i GreenHydrogen und KWB Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH, die sich als Technologieführer bei Biomasseheizungen etabliert hat. Auch SOLID Solar Energy Systems aus Graz trägt zur globalen Entwicklung von Großsolarthermieanlagen bei.

Das Energiecamp hat eindrucksvoll gezeigt, dass in der Steiermark und darüber hinaus ein enormes Potenzial für grüne Technologien besteht. Die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft, gepaart mit dem Engagement der Region, lässt hoffen, dass die Vision einer nachhaltigen Zukunft greifbar näher rückt.