Heute ist der 8. Mai 2026 und die FPÖ Judenburg hat sich neu aufgestellt. Der Stadtparteitag fand im Bezirksparteibüro in Knittelfeld statt. Anlass war die Unzufriedenheit mit der Arbeit der Vizebürgermeisterin und Stadtparteichefin Birgit Heim. Die Situation eskalierte so weit, dass Heim in der Vorwoche aus der Partei austreten musste und beim Parteitag nicht anwesend war. Nur 23 stimmberechtigte Parteimitglieder kamen zusammen – das macht etwa ein Sechstel der Mitglieder in Judenburg. Ein eher bescheidenes Bild für eine Partei, die im Gemeinderat mitmischen will.
Der Landesgeschäftsführer Friedrich Scheer war anwesend, eingeladen von Bezirksobmann Wolfgang Zanger. Trotz einiger Scharmützel verlief der Parteitag insgesamt ruhig. Ein wichtiges Ergebnis: Silvia Klingsbigl wurde mit 22 von 23 Stimmen in geheimer Wahl zur neuen Obfrau gewählt. Der restliche Vorstand wurde in offener Abstimmung neu gewählt, was natürlich auch seine eigenen Herausforderungen mit sich bringt. Peter Schilling, der im Vorfeld Kritik geäußert hatte, wird nicht mehr im neuen Parteivorstand vertreten sein, bleibt aber im Gemeinderat. Spannend wird sein, ob er die FPÖ-Linie weiterhin mittragen will oder nicht.
Koalition bleibt stabil
Die internen Vorgänge bei der FPÖ haben durchaus Relevanz für die Stadtpolitik. Die SPÖ hatte bei der Gemeinderatswahl 2025 die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt und koalierte mit der FPÖ. Für die SPÖ ist die Lage klar: Sie benötigt für eine einfache Mehrheit genau eine Stimme und für eine Zweidrittelmehrheit gleich fünf Stimmen. Dabei verfügen sowohl die FPÖ als auch die ÖVP jeweils über fünf Mandate. Klingsbigl, die neue FPÖ-Obfrau, hat sich bereits verpflichtet, den Koalitionsvertrag einzuhalten. SPÖ-Stadtparteiobmann Thorsten Wohleser bestätigt diesen Kurs. Ein Wechsel zur ÖVP ist nicht geplant, was in der aktuellen politischen Landschaft eine durchaus interessante Wendung darstellt.
Am nächsten Mittwoch wollen Klingsbigl und Wohleser weitere Details besprechen – das dürfte spannend werden! Birgit Heim bleibt, obwohl sie als Parteilose im Gemeinderat agiert, bis zur Sitzung am 25. Juni zweite Vizebürgermeisterin. Die FPÖ plant zudem einen neuen Wahlvorschlag für den Posten des zweiten Vizebürgermeisters, und zwar für Silvia Klingsbigl. Ihre Wahl gilt als sicher, da die FPÖ Anspruch auf den Posten hat und theoretisch eine einzige Stimme genügt.
Politische Gemengelage in Judenburg
Die politische Gemengelage in Judenburg bleibt also angespannt. Die Koalition zwischen SPÖ und FPÖ könnte auf eine harte Probe gestellt werden, besonders wenn interne Differenzen innerhalb der FPÖ laut werden. Die Frage, wie Peter Schilling sich in Zukunft positionieren wird, bleibt offen. Klingsbigl hat mit ihrer Wahl jedoch die Möglichkeit, frischen Wind in die Partei zu bringen und den Kurs der FPÖ neu auszurichten.
Die nächsten Wochen könnten entscheidend sein – nicht nur für die FPÖ, sondern auch für die gesamte politische Landschaft in Judenburg. Es bleibt abzuwarten, wie die Gespräche zwischen Klingsbigl und Wohleser verlaufen und welche Konsequenzen diese für die Zusammenarbeit in der Stadt haben werden. Vielleicht steht uns ja eine spannende Zeit bevor, in der die Bürgerinnen und Bürger genau hinschauen sollten, was in der lokalen Politik geschieht.
Für weitere Informationen und Details zu den Entwicklungen in Judenburg kann die vollständige Quelle hier nachgelesen werden: Kleine Zeitung.