In der Region Murau-Murtal, wo die saftigen Wiesen und die Bergluft die Sinne beleben, gedeihen nicht nur Vieh und Kartoffeln – hier haben die Heidelbeeren der Familie Draxl im kleinen Ort Möbersdorf einen ganz besonderen Platz. Jedes Jahr, wenn die Sonne wieder höher am Himmel steht, reifen auf dem Hof der Draxls tausende dieser blauen Leckerbissen heran. Die Erntezeit beginnt Anfang Juli und zieht sich bis Mitte August. An diesen Tagen ist der Hof ein geschäftiger Ort, denn die frischen Heidelbeeren werden täglich von Hand gepflückt und direkt regional vermarktet. Mario Draxl, der Kopf des Familienbetriebs, blickt auf eine Ernte von bis zu 2.000 Kilogramm in diesem Jahr zurück. Das ist eine beachtliche Menge!

Der Draxl-Hof erstreckt sich über 30 Hektar Ackerfläche und bewirtschaftet zusätzlich seit fünf Jahren einen 50 Hektar großen Almbetrieb in Kleinlobming. Der Hauptfokus liegt auf der Saatkartoffelproduktion, aber auch Kürbisse, Käferbohnen und Braugerste finden hier ihren Platz. Die Idee, Heidelbeeren anzubauen, kam eher zufällig, aus persönlichen Erfahrungen. Die ersten Sträucher wurden von der Mutter mitgegeben, und heute hat sich die Heidelbeerfläche auf rund einen halben Hektar vergrößert. Ein wahres Familienprojekt!

Frische und Qualität im Mittelpunkt

Die Philosophie der Draxls ist einfach: Qualität vor Quantität. Die Beeren dürfen erst geerntet werden, wenn sie vollständig am Strauch ausgereift sind. Diese Hingabe zeigt sich in der Frische der Heidelbeeren, die bei Lagerung zwischen 0 und 4 Grad Celsius eine Woche oder länger frisch bleiben. Die Pflanzen benötigen sauren Boden, viel Wasser und Sonne – ein Glücksfall für die Draxls, denn sie haben einen eigenen Regenwasserspeicher mit 80.000 Litern. Chemische Pflanzenschutzmittel werden hier nicht verwendet, was bedeutet, dass die Heidelbeeren vor dem Genuss nicht gewaschen werden müssen. Ein echtes Plus für die Gesundheit und die Umwelt!

Die Vermarktung der Heidelbeeren erfolgt über regionale Nahversorger, Dorfläden und Gastronomiebetriebe. Direkt ab Hof gibt es einen Selbstbedienungskühlschrank, der rund um die Uhr geöffnet ist. Der Kilopreis bleibt seit fünf Jahren konstant bei etwa 16 Euro. Das ist fair, wenn man bedenkt, wie viel Handarbeit in der Ernte steckt. Unterstützung erhält die Familie von Freunden und Verwandten, die beim Pflücken und Abpacken helfen. Ehrlich gesagt, das klingt nach einem großen Familienfest!

Beerenanbau in der Steiermark

Die Draxls sind nicht allein mit ihrem Erfolg. Die Steiermark hat sich in den letzten zehn Jahren zu einem wahren Beerenland entwickelt. Die Anbaufläche für Beeren hat sich auf etwa 800 Hektar verdoppelt. Heidelbeeren machen dabei einen Anteil von 160 Hektar aus, wobei ein Drittel in Bioqualität wächst. Rote Johannisbeeren und Himbeeren haben ebenfalls ihren Platz, während Brombeeren und Stachelbeeren als Nischenprodukte gelten.

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Die Erzeugerpreise für Heidelbeeren sind stabil und die Verkaufssaison wird immer erfolgreicher verlängert. Die Konkurrenz aus Osteuropa und Norddeutschland ist zwar spürbar, doch die regionale Vermarktung und die steigende Nachfrage nach regionalen Produkten geben den Betrieben in der Steiermark Auftrieb. Auch die Draxls profitieren von diesem Trend – sie setzen auf Frische und Qualität und passen sich den Bedürfnissen der Verbraucher an. Ein Schritt in die richtige Richtung, oder?

Die Herausforderungen sind allerdings nicht zu unterschätzen. Klimaextreme wie warme Winter und Spätfröste bringen Risiken mit sich. Hagelnetze und Bewässerung sind heute Standard. Der Anbau von Strauchbeeren ist arbeitsintensiv und erfordert viele Erntehelfer – bis zu 12 pro Hektar. Da ist es wichtig, dass Betriebe diversifizieren, um nicht von großen Handelsketten abhängig zu sein. Ein gut durchdachter Plan, der sich am Ende auszahlen kann!

So, während die Heidelbeeren der Familie Draxl weiter reifen und die Ernte in vollem Gange ist, bleibt die Vorfreude auf die köstlichen Früchte groß. Wer in der Region ist, sollte sich diese frischen, handgepflückten Leckerbissen nicht entgehen lassen. Ein Hoch auf die Murtaler Heidelbeeren!

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