Heute ist der 5.06.2026 und die Vorfreude auf den Sommer ist in Stadl an der Mur spürbar. Der „Griessner Stadl“ hat sich ordentlich ins Zeug gelegt, um eine Vielfalt an kulturellen Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, die für jeden etwas bieten. Los geht’s mit der Ausstellung „Volkskultur für alle“, die ab dem 11. Juni von der renommierten Fotokünstlerin Friedl Kubelka präsentiert wird. Diese Ausstellung ist nicht einfach nur eine Ansammlung von Bildern, sondern ein spannendes Projekt, das Menschen mit Behinderungen ins Zentrum rückt.
Friedl Kubelka, deren Arbeiten bereits in internationalen Museen wie dem Centre Pompidou und der Tate Modern ausgestellt wurden, hat eine eindrucksvolle Portraitserie erstellt. Diese entstand in Kooperation mit dem DWAKS Ensemble der Lebenshilfe Murau und zeigt Mitglieder des Ensembles, die in Trachten des Steirischen Heimatwerks gekleidet sind. Das Ziel? Eine offene Volkskultur zu fördern und das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen zu stärken. Elfriede Jelinek, die Literaturnobelpreisträgerin, hat im Katalog der Ausstellung beeindruckende Worte gefunden und beschreibt die Fotos als „schöne, gleichzeitig intime wie offene Fotos“.
Ein buntes Kulturprogramm
Die Vernissage findet am 11. Juni um 19:00 Uhr statt, eröffnet von Simon Koiner-Graupp, dem Geschäftsführer der Volkskultur Steiermark GmbH. Musik von Andreas Oberweger wird die Veranstaltung musikalisch umrahmen. Die Ausstellung ist vom 12. bis 27. Juni täglich (außer sonntags) von 16:00 bis 19:00 Uhr geöffnet – Gruppen können auch außerhalb der regulären Zeiten nach Voranmeldung kommen. Ein öffentliches Gespräch mit Experten über das Thema Volkskultur findet am 28. Juni statt. Mit dabei sind Elsbeth Wallnöfer, Britta Sievers und Ferdinand Nagele. Es wird sicherlich spannend zu hören, wem die Volkskultur eigentlich gehört und wie sie in Zukunft aussehen kann.
Doch das ist noch lange nicht alles! Im Juli wird das Musik- und Kunstfestival „Ernte 2026“ stattfinden, das elektronische Musik mit Filmkunst, Architektur, Handwerk und Nachhaltigkeit verbindet. Das klingt nach einer tollen Mischung! Und wer sich für Theater interessiert, sollte sich den Anfang August rot im Kalender anstreichen, denn dann wird das Stück „Wegener – vergangen vergessen vorüber“ von Thomas Perle uraufgeführt. Es behandelt ein ernstes Thema: die regionalen Entnazifizierungsprotokolle. Kulturell wird in Stadl also richtig was geboten.
Herausforderungen und Zusammenhalt
Allerdings gibt es auch Herausforderungen zu meistern. Der Griessner Stadl hat aufgrund von Kürzungen öffentlicher Fördermittel 20 Prozent weniger Budget zur Verfügung. Das Kulturkuratorium hat das Programm 2026 als nicht förderungswürdig eingestuft, doch der Stadl hat dennoch eine reduzierte Förderung erhalten. Ferdinand Nagele, der Kurator und Obmann, betont die Wichtigkeit der kulturellen Arbeit im ländlichen Raum und setzt auf die Verbindung von Tradition und Moderne. Ein Balanceakt, der viel Engagement erfordert.
Die Veranstaltungen im Griessner Stadl zeigen, wie wichtig kulturelle Vielfalt und Inklusion sind. Sie bringen Menschen zusammen und schaffen Raum für Austausch und kreative Ideen. Wenn wir also in den kommenden Wochen über die Ausstellungen, Festivals und Theaterstücke sprechen, dann sollten wir auch die Menschen im Hintergrund bedenken, die diese Kultur lebendig machen. Denn letztlich geht es darum, dass jeder – egal welcher Herkunft oder Fähigkeiten – einen Platz in unserer Volkskultur hat.
Für weitere Informationen und Details über das Programm lohnt sich ein Blick auf die offizielle Webseite des Griessner Stadl: www.griessner-stadl.at.
