Die Mur, dieser wunderschöne Fluss, der sich durch die Steiermark schlängelt und bis nach Slowenien fließt, wird zum Schauplatz eines ganz besonderen Projekts. Schülerinnen und Schüler aus beiden Ländern treffen sich bei den gren­züberschreitenden Aktionstagen entlang der Mur. Es geht nicht nur um das Wasser selbst, sondern um viel mehr: Die jungen Leute erforschen ökologische Zusammenhänge, lernen die Bedeutung der Mur als gemeinsamen Lebens- und Naturraum kennen und erfahren, wie wichtig Wasser für unsere Umwelt ist. Das letzte Treffen fand am 22. Mai 2026 statt, und etwa 50 Kinder versammelten sich am Murturm in der Gosdorfer Au, Gemeinde Mureck, um aktiv an interaktiven Stationen zu den Themen Wasserökologie, Flussdynamik, Hochwasserschutz und Klimawandelanpassung teilzunehmen. Historische Veränderungen der Mur sowie zukünftige Renaturierungsmaßnahmen standen ebenfalls auf dem Programm. Die Projektverantwortlichen wurden für ihre Arbeit mit dem Neptun-Staatspreis ausgezeichnet, und 2026 folgte eine weitere Ehrung mit dem „European Water Award“ vom Bled Water Forum. Mehr dazu hier.

Landesrätin Simone Schmiedtbauer brachte es auf den Punkt: Es ist von entscheidender Bedeutung, dass junge Menschen ein Bewusstsein für Wasser und Umwelt entwickeln. Die Zusammenarbeit zwischen dem Land Steiermark, dem Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark, dem Biosphärenpark Unteres Murtal und slowenischen Partnerorganisationen zeigt, wie wichtig grenzüberschreitende Kooperationen sind. Im Jahr 2027 ist bereits der nächste Aktionstag in Slowenien geplant, und man denkt sogar daran, weitere Anrainerstaaten der Mur in das Projekt einzubinden.

Ökologischer Status und internationale Zusammenarbeit

Doch was bedeutet es, die Mur zu schützen und zu bewahren? Hier kommt das Umweltbundesamt ins Spiel. Seit 2004 engagiert es sich aktiv in der CIS Arbeitsgruppe Ecostat der EU, die sich um den ökologischen Zustand der Gewässer kümmert. Ein zentrales Thema ist die Schaffung eines einheitlichen Verständnisses des „guten ökologischen Zustands“ der Gewässer. Das Ziel ist es, die biologischen Bewertungsverfahren der Mitgliedstaaten zu harmonisieren. Aktuelle Herausforderungen wie der Klimawandel und die Auswirkungen von Mikroplastik auf den Gewässerzustand stehen dabei im Fokus. Immerhin müssen wir uns auch mit trockenfallenden Gewässern auseinandersetzen – ein Thema, das angesichts der sich verändernden klimatischen Bedingungen immer relevanter wird. Hier gibt es mehr Infos.

Die Forschung zeigt, dass der Klimawandel bereits heute zu extremen Wetterereignissen führt, die das ökologische Gleichgewicht der Gewässer nachhaltig beeinflussen. Starkregen, Hochwasser, aber auch Hitzeperioden und Dürren sind nicht nur Schlagworte, sondern eine Realität, mit der wir umgehen müssen. Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung und das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei beschäftigen sich in ihrem Projekt GewässerKlima mit diesen Veränderungen. Sie bewerten die ökologische Beschaffenheit von Gewässern im Kontext des Klimawandels und der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Die Resultate sind alarmierend: Steigende Temperaturen und Niedrigwasser verschlechtern die Wasserqualität erheblich, während lokale Starkregenereignisse Sedimente und Schadstoffe in die Gewässer spülen.

Die Herausforderungen sind groß, und die Handlungsempfehlungen zur Verbesserung des Gewässerschutzes sind vielfältig. Es wird empfohlen, die Methoden und Bewertungssysteme der EG-WRRL an die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. Auch die Datengrundlage muss verbessert und erweitert werden, um die Qualität unserer Gewässer langfristig zu sichern. Die Ergebnisse und Empfehlungen sind bereits in der Fachzeitschrift „KW Korrespondenz Wasserwirtschaft“ veröffentlicht worden. Mehr dazu hier.

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