Unwetterwarnung für die Steiermark: Gewitter und Superzellen drohen
Heute, am 17.07.2026, schauen die Steirer mit einem mulmigen Gefühl in den Himmel. Dichte Gewitterwolken breiten sich über Norditalien bis zu den slowenischen Alpen aus und kündigen Unwetter an. Besonders in der Steiermark, wo sich die Gewitter laut Meteorologe Christian Pehsl von Geosphere Austria bis spät in die Nacht hinziehen könnten, ist Vorsicht geboten. Die Vorhersagen sind klar: Ein hohes Unwetterpotenzial, das bis nach Bad Radkersburg reicht, sorgt für eine orange Vorwarnung für das gesamte Bundesland.
Am Vormittag sind in der Obersteiermark bereits gewittrige Regenschauer zu erwarten. Währenddessen zeigt sich in der Oststeiermark (Hartberg) der Sommer von seiner besten Seite: Temperaturen bis zu 31 Grad! Aber Vorsicht – diese Hitze kann die Gewitter intensivieren. Der frühe Nachmittag bringt eine Kaltfront, die die Steiermark erreicht. Punktuelle Gewitter sind zu erwarten, einige könnten sogar als Superzellen auftreten. Diese rotierenden Gewitterzellen sind nicht zu unterschätzen, denn sie können extrem heftige Begleiterscheinungen wie Hagel, Orkanböen und sogar Tornados mit sich bringen.
Was sind Superzellen?
Superzellen sind eine besondere Art von Gewitterzellen, die sich durch einen beständig rotierenden Aufwindbereich, auch Mesozyklone genannt, auszeichnen. Schätzungsweise 10% der globalen Gewitter sind Superzellen. Diese Ungeheuer sind nicht nur bekannt aus den USA, wo sie häufig im Frühling und Sommer auftreten, sondern auch in Deutschland und Europa verursachen sie erhebliche Schäden. Ein markantes Merkmal dieser Gewitter ist die sogenannte Wallcloud, eine Absenkung der Aufwindbasis, die auf eine Superzelle hinweist.
Die Lebensdauer einer Superzelle kann über sechs Stunden betragen, und in Extremfällen sogar 10 bis 12 Stunden. Sie können beeindruckende Durchmesser von bis zu 50 km an ihrer Basis erreichen und in der Höhe über 200 km wölben sie die Tropopause auf. Neben dem eindrucksvollen Aussehen sind Superzellen auch extrem gefährlich. Orkanböen, große Hagelkörner und sogar F4/F5-Tornados mit Windgeschwindigkeiten über 500 km/h sind keine Seltenheit. Wenn man so will, sind sie die Giganten unter den Gewittern. Ihr Aufwind und die damit verbundenen Mesozyklonen fördern das Einströmen warmer, feuchter Luft in das Gewitter und sind entscheidend für dessen Entwicklung.
Vorhersage und Wetterentwicklung
Die Gewitterfront zieht gegen 15 Uhr über das Mur- und Mürztal. In der nördlichen und nordwestlichen Steiermark ist die Wahrscheinlichkeit für schwere Gewitter am geringsten, während in der Weststeiermark und im Murtal ein hohes Potenzial für Superzellen festgestellt wird. Das Wetter wird nach dem Durchzug der Gewitter deutlich kühler. Für Samstag sind Temperaturen bis zu 28 Grad möglich, aber auch hier bleibt das Wetter unbeständig. Regenschauer und Gewitter werden weiterhin erwartet.
Die Intensität der Gewitter ist schwer vorherzusagen und hängt stark von der Sonneneinstrahlung und Lufttemperatur ab. Die Wolkenfelder im Grazer Raum könnten jedoch den Effekt der Gewitter abmildern. Doch eines ist sicher: Die Steirer sollten sich auf wechselhafte und ungemütliche Wetterbedingungen einstellen. Wer sich heute nach draußen wagt, sollte stets ein Auge auf den Himmel haben und bereit sein, sich ins Trockene zu retten.
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